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IGFM fordert den Schutz von in Deutschland lebenden Konvertiten
 Die Brutalität der ägyptischen Polizei macht auch vor Frauen nicht Halt. Bild: tomgpalmer.com
Alexandria / Frankfurt am Main (20. Juli 2007) ? Die 26jährige Konvertitin Eman Muhammad el-Sayed wurde am 16. Juli 2007 in der ägyptischen Stadt Alexandria von islamistischen Verwandten angegriffen und mit dem Tode bedroht. Die einschreitende Polizei nahm die junge Frau, angeblich zu ihrem eigenen Schutz, in Gewahrsam. Im Hauptquartier der Polizei wurde sie jedoch stundenlangen Verhören und schwerer Folter ausgesetzt. Dieser Vorgang bestätigt die Auffassung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), dass Konvertiten nicht nach Ägypten abgeschoben werden dürfen und von den deutschen Behörden geschützt werden müssen.
Wie die IGFM berichtet, schlenderte die zum Christentum konvertierte junge Frau zusammen mit ihrem Ehemann, ebenfalls ein Konvertit, am Nachmittag des 16. Juli über eine Messe in Alexandria, als sie von ihrem Bruder und weiteren Verwandten überrascht und angegriffen wurde. Ihre islamistischen Angehörigen schlugen auf sie ein, versuchten sie in ein Auto zu zerren und drohten ihr, sie umzubringen.
Die von Passanten herbeigerufene Polizei nahm Eman Muhammad el-Sayed in Gewahrsam, während ihrem Ehemann die Flucht vor den aggressiven Angreifern gelang. Sie wurde umgehend zu der Bab-Sharky-Polizeistation gebracht. Die extremistischen Familienangehörigen verlangten daraufhin die Übergabe der jungen Konvertitin, damit sie für den Abfall vom islamischen Glauben bestraft werden könne. Auf der Polizeistation wurde sie gewaltsam entkleidet und nackt fotografiert. Die Polizei übergab sie zur weiteren Befragung an Staatssicherheitsbedienstete. Nach Informationen der IGFM wurde sie auch von Angestellten der ägyptischen Staatssicherheit wiederholt schwer gefoltert. Wie die IGFM aus gut unterrichteter Quelle erfuhr, wurde Frau el-Sayed unter anderem mit Stromschlägen an sensiblen Körperbereichen malträtiert.
IGFM: Keine Ausweisung von Konvertiten
In Ägypten kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Angehörige der christlichen Minderheit, insbesondere auf koptische Christen. Erst am 6. Juni dieses Jahres hatten militante Islamisten ein koptisches Wohnviertel in der Nähe von Alexandria angegriffen, Häuser und Geschäftseinrichtungen zerstört und sieben Kopten verletzt. "Die ägyptischen Behörden sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Oftmals haben sie islamistisch motivierte Angriffe auf Christen ignoriert oder nur geringfügig bestraft, um Auseinandersetzungen mit militanten Muslimen zu vermeiden", kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
Die IGFM fordert die die rechtliche Gleichstellung der Kopten in der Praxis der ägyptischen Polizei, der Justiz und anderer Behörden. Kopten dürfen in ihrem Heimatland nicht Bürger zweiter Klasse sein. Die IGFM fordert die deutschen Behörden auf, zum Christentum konvertierte ägyptische Staatsbürger nicht in ihre Heimat auszuweisen, da sie dort von Misshandlung, Folter oder sogar Mord durch Islamisten oder Behörden bedroht sind.
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