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Neuer Todesfall nach den friedlichen Protesten vom 16. und 17. März ? Chinesische Behörden gehen gegen tibetische Mönche und Nonnen vor
 Inhaftierte Tibeter im chinesischen Fernsehen. Wer von ihnen wird die Folter überlebten? Bild: XZTV
Lhasa ? Frankfurt/M. (7. Mai 2008) - Wie der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bekannt wurde, starb die Tibeterin Nechung am 17. April, nachdem man sie während ihrer Inhaftierung gefoltert hatte. Die IGFM zeigt sich zutiefst darüber besorgt, dass in den letzten Monaten immer wieder über solche Fälle aus Tibet berichtet wurde. "Dies ist der offensichtlich Beweis dafür, dass tibetische Inhaftierte in Gefängnissen von chinesischen Behörden gefoltert werden und dies nach wie vor ein gängige Praxis ist", erklärte Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender der IGFM am heutigen Mittwoch in Frankfurt.
Die 38-Jährige Tibeterin Nechung, Mutter von vier Kindern, aus dem Bezirk Ngaba, ist wenige Tage nach ihrer Haftentlassung an den Folgen der Folter gestorben. Nechung hatte sich wie so viele andere Tibeter an den Protesten am 16. und 17. März im Bezirk Ngaba beteiligt. Sie wurde am 18. März von chinesischen Sicherheitskräften verhaftet und beschuldigt, als erste Person versucht zu haben, das Türschild der Gemeindeverwaltung abzureißen. Während ihrer neuntägigen Haft wurde sie von den chinesischen Gefängniswärtern brutal gefoltert.
Als man sie am 26. März entließ, war ihr Zustand bereits äußerst kritisch. Ihr Körper war von Hämatomen übersät. Sie war unfähig zu sprechen oder Nahrung aufzunehmen und konnte kaum mehr atmen. Verwandte brachten sie nach ihrer Entlassung direkt ins Distriktkrankenhaus, wo man ihr jedoch die notwendige medizinische Versorgung verweigerte. Ihr Zustand blieb 22 Tage unbehandelt, woraufhin sie am 17. April 2008 schließlich verstarb. Ihre vier Kinder sind noch minderjährig, und ihr Mann ist auf der Flucht aus Angst ebenfalls von den Sicherheitskräften verhaftet zu werden. Nach ihrem Tod verboten die chinesischen Behörden den tibetischen Mönchen, für Nechungs verstorbene Seele Gebete oder eine Todesfeier abzuhalten.
"Patriotische Erziehungskampagnen" in Klöstern und Widerstand gegen die Diffamierung des Dalai Lama
Mönche des Klosters Gonsar im Bezirk Derge widersetzten sich den chinesischen Behörden, als sie in einer Unterschriftenkampagne den Dalai Lama als "Separatisten" diffamieren sollten. Am 30. April befahlen Beamte der Bezirksverwaltung den Mönchen, das Schriftstück zu unterzeichnen, und drohten mit der Schließung des Klosters. Seitdem steht das Kloster Gonsar unter strenger Polizeikontrolle.
Am 28. April hatten 19 Nonnen des Klosters Shugseb und vier Mönche des Klosters Gangri Thoekar im Kreis Chushul bei Lhasa eine friedliche Demonstration veranstaltet. Die Demonstranten wurden verhaftet. Ihr Verbleib ist nicht bekannt. Bereits im März hatten die Nonnen von Shugseb einen friedlichen Protestmarsch organisiert. Seitdem werden sie von chinesischen Sicherheitskräften streng überwacht und müssen sich einer rigorosen Kampagne der "patriotischen Erziehung" unterziehen.
Auch die Mönche des Klosters Shersul im Bezirk Shersul müssen sich seit März einer solchen Kampagne unterziehen. Ihr früherer Abt Thubten Nyendak Rinpoche hatte auf einer Kundgebung vor Mönchen und anderen Anhängern das Vorgehen der Volksrepublik China kritisiert und bezeichnete die gegenwärtige Krise als das Resultat der verfehlten Politik, immer mehr Han-Chinesen in Tibet anzusiedeln und den Dalai Lama als Verantwortlichen für die Proteste hinzustellen. Der Abt steht mittlerweile unter Hausarrest und wird streng überwacht.
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