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Berlinale Preisträger Jafar Panahi verhaftet
 Jafar Panahi mit dem silbernen Bären auf der Berlinale 2006. Bild: rushprint.no
Teheran - Frankfurt am Main (4. März 2010) - Jafar Panahi, einer der erfolgreichsten Regisseure des Iran und Unterstützer des Oppositionsführers Mir Hossein Mousavi, wurde am 1. März 2010 festgenommen. Panahis bislang letzter Film "Offside" wurde am 17. Februar 2006 auf der Berlinale uraufgeführt und gewann den silbernen Bären. Seinen größten Erfolg feierte der 49-jährige jedoch mit dem Film "Der Kreis", für den er 2000 bei der Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sind seine Filme im Iran verboten.
Wie die IGFM berichtet, drangen am Montagabend Polizisten in Zivil und Mitarbeiter des Geheimdienstes in Panahis Haus ein und nahmen Jafar Panahi, seine Frau und Tochter sowie 15 seiner Gäste fest. Sein Computer und persönliche Gegenstände der Familie wurden beschlagnahmt.
Die Teheraner Staatsanwaltschaft hat Panahis Verhaftung mittlerweile bestätigt; sie würde jedoch in keinem Zusammenhang mit seiner künstlerischen Tätigkeit oder politischen Anschauung stehen, teilte Staatsanwalt Abbas Jafari Dolatabadi der Nachrichtenagentur ISNA mit. Vielmehr seien er und eine weitere Person wegen ?einiger Verbrechen? angeklagt und auf Anordnung des Richters festgenommen worden.
Bereits 2009 war Jafar Panahi vorübergehend in Haft, weil er an einer Trauerfeier zu Ehren Neda Agha Soltans teilgenommen hatte, die bei einer Protestdemonstration im Juni erschossen worden war. Nach seiner Rückkehr aus Kanada im August 2009, wo er als Präsident der Jury das Filmfestival von Montreal leitete, wurde gegen den Regisseur ein Ausreiseverbot verhängt, weil er dort den grünen Schal der Oppositionsbewegung trug und sich offen mit den Teilnehmern der Protestkundgebung gegen das Ahmadinedschad-Regime solidarisierte.
Sein letzter auf der Berlinale 2006 gezeigter Film wurde sofort nach Erscheinen von den iranischen Machthabern verboten. Er erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe von Frauen, die versuchen, das WM-Qualifikationsspiel zwischen Iran und Bahrain live im Stadion mitzuerleben, jedoch festgenommen werden.
Die Verhaftung Panahis ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Regierung von Präsident Ahmadinedschad ihr hartes Vorgehen gegen die Opposition fortsetzt. Seit den umstrittenen Wahlen im vergangenen Jahr ist eine unbekannte Anzahl von Demonstranten getötet, Tausende sind verhaftet und mindestens neun zum Tode verurteilt worden; zwei Todesurteile wurden bereits vollstreckt. In einer Stellungnahme bezeichnete Martin Lessenthin, Sprecher des Vorstandes der IGFM, Irans Vorgehensweise als eine "Zeichen der Schwäche und ängstliche Reaktion" der Machthaber auf die anhaltenden Erfolge der Oppositionsbewegung.
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