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Christen in islamischen Ländern in akuter Gefahr
 Zerstörte christliche Kirche in Indonesien
Frankfurt/M. (06. Februar 2006) - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mahnt die Journalisten der Welt zur Besonnenheit und bittet, auf weitere Abdrucke und Nachdrucke der Karikaturen zu verzichten. Die Ablehnung, aber auch die Zustimmung von in Deutschland lebenden Muslimen zur Gewalt als Reaktion auf die Mohammed-Karikaturen bewiesen, wie wenig weit das Wissen um die Grenzen des Rechtes auf Meinungsfreiheit ausgeprägt sei. Die IGFM hält es für zwingend erforderlich, Menschenrechte zum integralen Bestandteil der religiösen Unterweisung in der Schule zu machen und eingehenden Gesprächen über die Achtung der Menschenrechte mit einbürgerungswilligen Ausländern nicht auszuweichen.
Der Streit um Meinungsfreiheit darf nach Auffassung der IGFM nicht auf dem Rücken von Menschen ausgetragen werden, die als Unbeteiligte potentielle Opfer radikaler Islamisten werden wie z.B. die einheimischen Christen in islamischen Ländern. Als angebliche Träger westlichen Gedankenguts müssen Christen in einigen islamischen Staaten als Stellvertreter für die Politik der USA oder Europas herhalten. Die Art der Solidaritätskundgebungen zahlreicher Zeitungen mit der dänischen Zeitung Jyllandsposten erschwere die Hilfe für bedrängte Christen. Durch Öffentlichkeitsarbeit namentlich bekannt gemacht, könnten einheimische Christen vermehrt Opfer von Extremisten werden.
Statt Provokation besonnenes Handeln für Meinungs- und Religionsfreiheit
Die IGFM warnt vor jeder Art von Provokation. Nur besonnenes Handeln kann das bedrohte Recht auf Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit der Christlichen Minderheiten schützen. Die unreflektierte Diskussion, ob Meinungs- oder Religionsfreiheit das höhere Rechtsgut sei, spiele denen in die Hände, die die Menschenrechte von religiösen, kulturellen, historischen oder anderer Faktoren abhängig machen wollen, um ihre menschenrechtsverachtende Politik ungestört fortsetzen zu können. Diese Gefahren drohen nach Auffassung der IGFM aus angeblich religiösen Gründen nicht nur im Iran und in arabischen Ländern, sondern auch in Afrika, Indonesien und Pakistan.
Die IGFM erinnert in diesem Zusammenhang an den Fall des Schriftstellers Salman Rushdie und an das Massaker in Nordnigeria im Jahr 2002. Nach der Veröffentlichung eines Kommentars, den 2002 die nigerianische Journalistin Isiama Daniel in der angesehenen Zeitung ?This Day? anlässlich der Miss World Wahlen in der nigerianischen Hauptstadt Abudja veröffentlicht hatte, explodierte in den Nordprovinzen und der Hauptstadt Abudja die Gewalt. Die Journalistin hatte die aggressive Ablehnung dieser Veranstaltung durch islamistische Führer in Nordnigeria kritisiert und gemeint, Mohammed hätte gegen die Schönheitskonkurrenz nichts einzuwenden gehabt, sondern die Schönste der Schönen geheiratet. Der Kommentar wurde zum Anlass blutiger Übergriffe genommen.
Über 200 Menschen kamen daraufhin bei Übergriffen gegen die christliche Minderheit ums Leben, tausende Christen mussten in den Süden fliehen. Mehrere Redaktionsgebäude wurde niedergebrannt, über die Journalistin und zwei Kollegen wurde eine Fatwa verhängt, christliche Einrichtungen in Nordnigeria wurden zerstört und sind bis heute nicht wieder errichtet. Am 6. und 7. Mai 2006: IGFM-Jahrestagung ?Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen!?
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