|
IGFM: Die Vereinten Nationen sollen zur Aufklärung beitragen
 Inhaftierte Tibeter werden im chinesischen Staatsfernsehen vorgeführt. Ihr Aufenthaltsort und weiteres Schicksal sind unbekannt. Bild: dailymail.co.uk
Lhasa ? Frankfurt am Main (28. Mai 2008) - Seit Monaten werden friedliche Demonstranten in Tibet von der chinesischen Polizei inhaftiert und misshandelt. Wie aufgrund der chinesischen Zensur erst jetzt bekannt wurde, hatten chinesische Sicherheitskräfte am 7. Mai die tibetische Ärztin Dr. Yangzom verhaftet, weil sie verletzte Tibeter medizinisch versorgt hatte, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Nach der IGFM vorliegenden Informationen aus Tibet wurden mittlerweile über 5.000 Tibeter von chinesischen Sicherheitskräften festgenommen. Zahlreiche Gefangene wurden verschleppt, ihre Aufenthaltsorte sind unbekannt. Bis heute werden unabhängige Berichterstatter daran gehindert, frei aus Tibet zu berichten. Die IGFM fordert den Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki Moon auf, den bedeutenden UN-Mitgliedsstaat China zur Herstellung der Pressefreiheit und zur raschen Aufklärung des Schicksals der verschleppten Tibeter anzuhalten.
Frau Dr. med. Yangzom wurde am 7. Mai 2008 zusammen mit ihrem Ehemann Shilok von der chinesischen Volkspolizei festgenommen. Die Ärztin im Ruhestand wurde verhaftet, weil sie angeblich während der Unruhen in Tibet im März dieses Jahres Verwundeten heimlich ärztliche Hilfe geleistet hatte. Nach der brutalen Niederschlagung des Aufstandes sei Hunderten von verletzten Tibetern die rechtzeitige medizinische Versorgung verwehrt worden, berichtet die IGFM.
Zensur, Folter und verweigerte medizinische Versorgung von Gefangenen
Die chinesische Zensur verhindert eine wahrhaftige und angemessene Berichterstattung aus Tibet. Vereinzelte Berichte derjenigen, die inhaftiert waren, dann jedoch wieder freigelassen wurden, zeugen von der brutalen Behandlung der tibetischen Häftlinge durch Gefängnisaufseher und die chinesische Volkspolizei. Der IGFM liegen Informationen vor, denen zufolge die Gefangenen während der Verhöre gefoltert wurden. Um Geständnisse von Verbrechen zu erzwingen, die die Opfer niemals begangen haben, hätte man den Inhaftierten Knochen gebrochen und ihnen Verbrennungen zugefügt, berichtet die IGFM. Viele Häftlinge seien an unbekannte Orte verschleppt, um die Misshandlungen geheim zu halten. Der Verbleib vieler verschleppter Tibeter sei daher ungeklärt.
Die Folterpraxis wird von Haftbedingungen jenseits jeder Menschlichkeit begleitet, erläutert die IGFM. Die Häftlinge würden nur sehr unzureichend ernährt und teilweise tagelang ohne Wasser eingesperrt. Neben Grausamkeiten während der Verhöre seien die Häftlinge den Launen der Wärter ausgesetzt, vielfach fänden Misshandlungen aus reiner Willkür und mit der Begründung statt, die Gefangenen hätten dem Ansehen Chinas geschadet. Die Folter und die unmenschlichen Haftbedingungen führten dazu, dass viele Gefangene unbehandelten Verletzungen erliegen.
|