22.12.2006 11:00 Uhr

Weihnachten und Stephanustag 2006: Tausende Christen aus Glaubensgründen in Haft

Geheimpolizei aktiv ? ungeklärte Schicksale



 

Frankfurt am Main (22. Dezember 2006) ? Anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes und des in der katholischen Kirche begangenen Stephanustages am 26. Dezember, dem Tag der Steinigung des ersten christlichen Märtyrers, erinnert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) an religiöse Verfolgung und Haft von Tausenden von Christen weltweit. Besonders weist die IGFM auf China, Nordkorea und Eritrea hin.

In Eritrea sind rund 2000 Menschen aus Glaubensgründen inhaftiert. Hierzu gehören insbesondere Angehörige der seit 2002 verbotenen protestantischen Minderheitenkirchen, die in Polizeistationen und Militärlagern eingesperrt sind. Die eritreisch-orthodoxe Kirche steht unter strenger Kontrolle des eritreischen Staates. So wird auch ihr Vermögen überwacht. Der 78-jährige Patriarch Abuna Antonios wurde seines Amtes enthoben und unter Hausarrest gestellt.

In Ländern wie China, Saudi Arabien und Iran geht die Geheimpolizei zu für Christen ?liturgisch wichtigen Zeiten? besonders rigoros vor. So sind im Iran seit dem 10. Dezember dieses Jahres acht Mitglieder einer protestantischen Hauskirchenbewegung in Haft.

Von dem in China im Herbst 1997 erneut inhaftierten 74-jährigen katholischen Bischof Su Zhimin von Baoding gibt es seit 2003 kein Lebenszeichen. Möglicherweise erlebt er 2006 sein zehntes Weihnachtsfest in Folge in Haft. Bereits vor 1997 hatte der prominente Vertreter der katholischen Untergrundkirche rund 20 Jahre in Gefängnissen verbracht. Auch das Schicksal des Ende 2005 wegen angeblicher Umsturzversuche in Nordkorea mit der Todesstrafe bedrohten evangelischen Gemeindeleiter Seong Jeun Moon ist weiterhin unbekannt.

Türkei: Lehrverbot für Aramäisch aufheben

Die IGFM kritisiert darüber hinaus, dass die Frage der Rückgabe von Kircheneigentum noch immer nicht positiv beantwortet und gelöst ist. Eine überfällige Weihnachtsgeste der Türkei wäre es, den seit 1997 offiziell untersagten Unterricht des Aramäischen ? der Sprache Jesu Christi ? ebenso zu erlauben, wie dem Wunsch der syrisch-orthodoxen Kirche nach eigenen Schulen und Akademien zu entsprechen.

 






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