31.03.2007 09:41 Uhr

Kuba / Deutschland: Dr. Hilda Molina wird Kuratoriumsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte

IGFM wählt kubanische Ärztin ins Kuratorium



Die kubanische Ärztin, Dr. Hilda Molina, ins IGFM-Kuratorium gewählt.


Königstein/Ts. ? Frankfurt/M.  (31. März 2007) - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat bei ihrer Mitgliederversammlung am 30. März 2007 in Königstein/Ts. die kubanische Ärztin Dr. Hilda Molina ins Kuratorium gewählt. Dr. Molina vertritt die IGFM in Lateinamerika und besonders in ihrem Heimatland Kuba.

Die Ärztin und ihr Schicksal sind in Deutschland kaum bekannt. Noch vor einigen Jahren war Hilda Molina eine der renommiertesten Ärzte auf der Insel. Die Spezialistin für Neurochirurgie leitete einst eine weltweit angesehene Klinik. Sie pflegte lange guten Kontakt zu Fidel Castro, er besuchte ihre Klinik und ließ sich mit ihr ablichten. Castro zeigte sich von dem Talent der regimetreuen Ärztin so begeistert, dass er sie mit einem Abgeordnetenmandat im kubanischen Parlament belohnte.

Molina war schon in ihrer Jugend eine überzeugte Sozialistin und trat früh der Kommunistischen Partei Kubas bei. Zweifel an dem System bekam sie erst in den frühen 90er Jahren während der sogenannten "Periodo especial". Da das Regime dringend Geld benötigte, sollten in ihrer Klinik nur noch gut zahlende Patienten aus dem Ausland aufgenommen werden. Ein so genannter Medizin-Tourismus etablierte sich.
Hilda Molina aber sperrte sich gegen die privilegierte Behandlung gut situierter Ausländer, während ihre eigenen Landsleute nicht mehr ausreichend medizinisch versorgt werden konnten. Sie versuchte, gegen diese Ungerechtigkeit bei den kubanischen Behörden vorzugehen. Ihr Protest blieb allerdings ungehört. Die guten Beziehungen zu Castro und seinem Regime hatte sie durch ihr Engagement verspielt. 1994 legte sie ihr Amt als Abgeordnete nieder und trat aus der Kommunistischen Partei aus.

Seitdem versucht die Ärztin, die häufig Anfeindungen regimetreuer Kubaner ausgesetzt ist, gemeinsam mit ihrer Mutter aus Kuba auszureisen. Beide wollen ein neues Leben in Freiheit im argentinischen Buenos Aires anfangen. Dort lebt Molinas Sohn mit seiner Familie. Die kubanischen Behörden bewilligen allerdings weder Hilda Molina noch ihrer gebrechlichen Mutter die Ausreise. Sogar Argentiniens Staatspräsident Kirchner hat sich bei Castro für die beiden Frauen eingesetzt. Der kubanische Diktator ließ sich jedoch nicht überzeugen. Er hat nie auf Kirchners Schreiben geantwortet. Hilda Molina hat die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung ihrer Familie noch nicht aufgegeben und wünscht sich, den letzten Wunsch ihrer Mutter erfüllen zu können: Die 87-jährige, schwerkranke Frau möchte noch einmal ihre Enkel und Urenkel wiedersehen.






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