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Damen in Weiß fordern die Freilassung aller politischen Gefangenen
 Logo des Bündnisses kubanischer Bürgerrechtler "Resistencia Cubana"
Havanna / Frankfurt am Main (1. September 2010) - Wie jetzt bekannt wurde, sind am 26. August 2010 sechs Menschenrechtler in Kubas Hauptstadt Havanna verhaftet worden. Dies teilte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt mit. Die Festgenommenen demonstrierten friedlich für die Freilassung von politischen Gefangenen, die Mitte August in Havanna und Baracao (Ostkuba) inhaftiert wurden. Ihr aktueller Aufenthaltsort ist derzeit unbekannt.
Die festgenommenen Menschenrechtler, die der "Resistencia Cubana" angehören, einem Bündnis kubanischer Bürgerrechtler, haben vor dem Landgericht in Havanna für die Freilassung von acht politischen Gefangenen demonstriert. Diese Gefangenen wurden inhaftiert, weil sie am 11. und 12. August in Baracao bzw. am 16. August vor der Universität in Havanna die Wahrung der Menschenrechte auf Kuba und die Freilassung politischer Gefangenen demonstrierten. Die Damen in Weiß (Damas de Blanco), eine Gruppe von Müttern, Töchtern und Ehefrauen politischer Gefangener auf Kuba, verurteilten die Festnahme der acht Menschenrechtsaktivisten und fordern die Freilassung aller politischen Gefangenen auf der Insel.
Bei den sechs Menschenrechtlern der "Resistencia Cubana", die am Morgen des 26. Augusts festgenommen wurden, handelt es sich um Eriberto Liranza Romero, Ermógenes Guerrero Gómez, Sarah Martha Fonseca Quevedo, Bartolo Márquez Alcedo und Calixto Ramon Martinez Aries. Ein weiterer ist noch nicht identifiziert worden.
Inhaftierte Studenten im Hungerstreik
Michel Irois Rodríguez, Luis Enrique Labrador Díaz und Eduardo Pérez Flores, drei von den sieben Studenten, die am 16. August vor der Universität Havanna festgenommen wurden, befinden sich immer noch in Haft und im Hungerstreik. Die Studenten hatten vor der Universität Havanna Komilitonen aufgerufen, sich für Menschenrechte in Kuba einzusetzen. Sie gehören der "Frente Nacional de Resistencia Cívica y Desobediencia Civil Orlando Zapata Tamayo" an - einem Bündnis von Organisationen, die sich für Demokratie auf Kuba einsetzen, das nach dem Menschenrechtler Orlando Zapata Tamayo benannt ist. Tamayo war infolge seines 86 Tage andauernden Hungerstreiks im Februar 2010 in Haft verstorben.
Bereits seit dem 11. bzw. 12. August befinden sich die Menschenrechtsaktivisten Néstor und Rolando Rodríguez Lobaina, Enyor Díaz Allen, Roberto González Pelegrín und Francisco Luis Manzanet Ortiz in Haft. Sie wurden in Baracao während einer Menschenrechtskundgebung für die Freilassung politischer Gefangenen verhaftet und der "Störung der öffentlichen Ordnung" beschuldigt. Alle fünf befinden sich in in der Untersuchungsstelle der Staatssicherheit von Guantánamo, wo sie gleich nach Verhaftung in Hungerstreik traten.
Selbst nach mehreren Wochen Haft hat die Staatsanwaltschaft gegen die acht inhaftierten Menschenrechtler bisher weder eine Anklage erhoben und ein Verfahren eingeleitet, kritisiert die IGFM.
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