31.05.2006 14:50 Uhr

Kuba: Hungerstreik und künstliche Ernährung

Nach 151 Tagen Journalist Farinas vom Tod bedroht



Bildcollage: © martinoticias.com

 


Frankfurt/Havanna  (31. Mai 2006) ? "Wenn Gott will, dass ich sterbe, werde ich sterben. Ich werde ein Märtyrer für Informationsfreiheit in der Welt sein." Der kubanische Journalist und Psychologe Guillermo Farinas Hernandez fordert von der kubanischen Regierung einen freien Internetzugang für die Bevölkerung. Am 151. Tag nach Beginn seines Hungerstreiks leidet er leidet u.a. an einem inzwischen lebensgefährlichen Krankheitsbild, hervorgerufen durch Luft zwischen Lunge und Brustkorb. Die Folge ist Atemnot, hohes Fieber, Schmerzen im Brustkorb und extreme körperliche Schwäche. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) befürchtet den Tod des Bürgerrechtlers.

Guillermo Farinas Hernandez ist Journalist und Leiter der staatsunabhängigen Presseagentur Cubanacán Press. Zur Stunde beraten Ärzte über weitere medizinische Maßnahmen, da auch Flüssigkeit im linken Lungenflügel die Atmung behindert. Der Journalist hatte seine Protestaktion am 31. Januar 2006 begonnen, nachdem die kubanischen Behörden seiner Presseagentur den Zugang zum Internet abschalteten. Damit hatten er und seine Mitarbeiter auch keine Möglichkeit mehr, ihre regierungskritischen Nachrichten zu verbreiten.

"Mit dem drohenden Atemstillstand rückt ein tödliches Ende des Hungerstreiks des Menschenrechtsaktivisten in greifbare Nähe", befürchtet Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der in Frankfurt ansässigen IGFM. Die IGFM kennt und betreut vierzig inhaftierte Journalisten, Schriftsteller und Bibliothekare und insgesamt über 300 politische Gefangene in Kuba.

Anhaltende Zensur des Internets

Einen freien Internetzugang, in Demokratien eine Selbstverständlichkeit, gibt es in Kuba nicht. Obwohl Kuba auf der World-Web Konferenz im Dezember 2005 einen freien Internetzugang garantiert hat, unterliegt das Internet einer strengen Zensur. Die Kontrollen betreffen selbst Regierungsmitarbeiter: Carlos Bosch Gonzales, ein 27-jähriger Mitarbeiter des kubanischen Gesundheitsministeriums, wurde am 22. April gefeuert, weil er Internet-Seiten der amerikanischen Regierung besuchte. Nach seinen Angaben war er aber nie Mitglied einer Menschenrechtsorganisation, es ginge ihm lediglich um den neuesten technischen Stand in Amerika.

 





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Frank Calson: Geknebelte Pressefreiheit auf Kuba
Eröffnungsrede von Frank Calzon vom "Zentrum für ein Freies Kuba" am 5. Mai 2006 bei der Internationalen Kuba-Konferenz "Meinungs- und Pressefreiheit für alle Kubaner -  Perspektiven für einen demokratischen Wandel auf Kuba", die im Rahmen der IGFM-Jahresversammlung stattfand.

 






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