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Herzinfarkt im Hafturlaub nach Bedrohungen und Misshandlungen

Havanna / Frankfurt/M. (17. Januar 2007) - Der politische Gefangene Miguel Valdés Tamayo erlitt, wie erst jetzt bekannt wurde, am 10. Januar im Alter von 50 Jahren einen Herzstillstand, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Er wurde bereits am 11. Januar beigesetzt. Miguel Valdés Tamayo ist Gefangener aus der ?Gruppe der 75?. Er wurde während der Welle der Repression im Jahre 2003 verhaftet und zu 15 Jahren Haft wegen ?kontra-revolutionären Verhaltens? verurteilt.
Als Aktivist der kubanischen Bürgerrechtsbewegung setzte sich Valdés Tamayo für die Wahrung der Menschenrechte auf der Karibikinsel ein. Er war Mitbegründer der Bewegung ?Pro Derechos Humanos Hermanos Fraternales por la Libertad?. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wurde ihm ?Hafturlaub? gewährt, so die IGFM. Selbst in dieser Zeit war er ständigen Angriffen und Repressalien durch die Staatssicherheit und die Polizei ausgesetzt.
Die IGFM sieht die Ursache für den frühen Tod des Bürgerrechtlers im Verhalten der kubanischen Behörden. Durch katastrophale Haftbedingungen und Übergriffe seitens der Staatssicherheit verschlechterte sich der angeschlagene Gesundheitszustand Tamayos beständig, bis zu seinem Tod. Obwohl Valdés Tamayo zwei Visa für die Ausreise aus dem Land besaß und seine gesamte Familie bereits im Exil lebt, wurde ihm die sogenannte ?tarjeta blanca? (die Ausreisegenehmigung) verweigert.
Der Bürgerrechtler musste weiterhin willkürliche Verhaftungen, Verhöre und sogar Misshandlungen ertragen. An den Vorgängen im Monat Oktober möchte die IGFM exemplarisch aufzeigen, welchem Druck der schwerkranke Dissident ausgesetzt war:
Montag, 2. Oktober 2006: Beim Verlassen der US-amerikanischen Vertretung verhaftete und verhörte die Staatssicherheit ihn über Stunden hinweg und konfiszierte sein mitgeführtes Eigentum.
Mittwoch, 4. Oktober 2006: Die Staatssicherheit nahm ihn auf dem Weg von seinem Auto zum Haus fest und konfiszierte abermals seine persönlichen Gegenstände und sein Geld.
Freitag, 6. Oktober 2006: Tamayo wurde in der niederländischen Botschaft um 16 Uhr festgehalten und später um 20 Uhr beim Verlassen des Hauses der bekannten Oppositionellen Martha Beatriz Roque verhaftet und abgeführt.
Mittwoch, 18. Oktober 2006: Zum wiederholten Male wurde er auf offener Straße verhaftet und stundenlang festgehalten. Der Beschlagnahme seiner Papiere und seines Geldes folgte eine Leibesvisitation.
Donnerstag, 19. Oktober 2006: Die Staatssicherheit hielt ihn am Ende einer Veranstaltung der ?Damas de Blanco? fest und drohte Tamayo einen abendlichen Besuch in seinem Haus an
Donnerstag, 27. Oktober 2006: Eine ?schnelle Eingreiftruppe? vor seinem Haus hinderte Tamayo am Aufsuchen eines Internetanschlusses. Die Mitglieder der Truppe fügten ihm zahlreiche Schläge an Brust und Gesicht zu; sie zerrissen seine Kleidung und ließen ihn mit Schürfwunden und Blutergüssen zurück.
Diese Beispiele verdeutlichen den konstanten Druck und Stress, unter dem der herzkranke Bürgerrechtler litt und der ihm letztendlich das Leben gekostet hat. Die IGFM fordert daher die sofortige Freilassung aller politischen Gefangen in Kuba.
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