|
Geheimer Fackellauf in San Franscisco und Bücklingshaltung vor Peking: IOC steckt Kopf in den Sand ? Verzicht auf Lauf durch Tibet durchsetzen
 IOC Funktionär Rogge: Peking die richtige Wahl für die Olympiade 2008. Bild: ICC
Frankfurt am Main (10. April 2008) - Als Zeichen politischer Instinktlosigkeit, Rechthaberei und erneutem Einknicken vor der Provokation chinesischer Machtansprüche verurteilt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) den Beschluss, den olympischen Fackellauf, der gestern auf geheimer Route durch San Franscisco führte, fortzusetzen. Anderes habe man allerdings angesichts des Tagungsortes nicht erwarten können. Es dürfe aber nicht das letzte Wort gesprochen sein, wenn damit auch das Festhalten am Lauf durch Tibet gemeint sei.
Die IGFM appelliert an den Bundestag, in seiner Sitzung über die Teilnahme in Peking die deutschen Mitglieder des IOC aufzufordern, sich für einen Verzicht des Fackellaufs in Tibet aktiv einzusetzen und darüber Bericht zu erstatten. Es müsse sichergestellt sein, so die IGFM, dass deutsche IOC-Mitglieder die Manifestation des Besitz- und Machtanspruchs Pekings über Tibet missbilligten.
Versteckspiel und Bücklingshaltung
Beim gestrigen Lauf der olympischen Fackel durch San Franscisco am 9. April kam es zu einem absurden Versteckspiel des IOC: Die Route wurde kurzfristig geändert, um unliebsamen Kundgebungen aus dem Weg zu gehen. Damit hat das IOC sich erneut aus der Verantwortung gestohlen, und en passant auch die VR China in Schutz genommen.
Ebenfalls am gestrigen 9. April hofierte IOC Funktionär Rogge den chinesischen Machthaber Wen Jiabao, indem er in einem Treffen betonte, dass IOC sei nach wie vor überzeugt, mit Peking die richtige Wahl für den Veranstalter der Olympiade 2008 getroffen zu haben. "Dies zeigt, wie weit die Funktionärskaste des IOC von den Ideen der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit entfernt ist", kritisiert die IGFM.
Angst vor dem Gesichtsverlust ist die treibende Kraft sowohl für das Versteckspiel in San Franscisco und das Hofieren der Pekinger Machthaber. Durch sein Taktieren und Abwarten und letzten Endes durch die Vergabe der Olympiade nach Peking hat das IOC sich in eine peinliche Situation gebracht. Um den Gesichtsverlust zu vermeiden, steckt es nun den Kopf in den Sand.
|