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IGFM: Wieder werden in Kuba zahlreiche politische Aktivisten verhaftet ? Unmenschliche Verhältnisse in den Gefängnissen
 Am 24. Februar 2008 wurde das IGFM Ehrenmitglied Jorge Luís García Pérez Antúnez im Park von Tuinicú mit Schlägen traktiert.
Guantánamo/ Havanna/ Frankfurt am Main (12. März 2008) ? Im Februar dieses Jahres kam es wieder zu zahlreichen Verhaftungen und Misshandlungen von Dissidenten in Kuba. Außerdem sind die Haftbedingungen in den kubanischen Gefängnissen weiterhin katastrophal, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Allein im letzten Monat sind sechs Häftlinge an Unterernährung oder medizinischer Unterversorgung gestorben. Kuba unterzeichnete erst am 28. Februar diesen Jahres zwei UNO-Menschenrechtsabkommen. Die Umsetzung aber lässt, wie die neuesten Vorfälle zeigen, auf sich warten.
Sechs Häftlinge, die in der Haft gestorben sind, waren gewöhnliche Gefangene. Drei von ihnen saßen ihre Strafe im Gefängnis Combinado de Guantánamo ab. Sie waren erst 35, 36 und 41 Jahre alt und extrem unterernährt und medizinisch unterversorgt. Auch führen die Haftbedingungen und der psychische Stress oft zu Depressionen oder zu anderen psychischen Haftschäden. So wie bei einem weiteren der sechs Verstorbenen, dem 31 jährigen Ismario Álvarez Andrades. Er saß im Gefängnis Kilo 7 und hatte, um medizinische Betreuung zu bekommen, einen Draht verschluckt. In der Folge entwickelte sich eine Bauchfellentzündung, die aufgrund fehlender Behandlung zu seinem Tod führte.
Festnahmen wegen Besuch des Vatikan-Gesandten
Neben den Todesopfern kam es im Februar zu 82 der IGFM bekannten Verhaftungen. Zwölf Personen wurden aus politischen Gründen vor Gericht gestellt, davon befinden sich acht bereits in Haft. Allein aufgrund des Besuches des Kardinals und Staatssekretärs des Vatikans Tarcisio Bertone wurden Dutzende von friedlichen christlichen Menschenrechtsaktivisten verhaftet. Sie wollten an den Messen des geistlichen Vertreters in Santiago de Cuba und Guantánamo teilnehmen und wurden bis zu zwölf Stunden festgehalten.
Gewalttätige Übergriffe durch die Polizei
Sieben Oppositionelle wurden am 24. Februar 2008 im Park von Tuinicú, Sancti Spíritus, von der örtlichen Polizei angegriffen und misshandelt, weil sie mit einer kubanischen Flagge durch die Straßen liefen und dabei Parolen zugunsten der Einhaltung der Menschenrechte in Kuba riefen. Unter den Teilnehmern war der langjährige politische Gefangene, IGFM Ehrenmitglied Jorge Luís García Pérez Antúnez, der ebenso wie andere mit Schlägen traktiert wurde. Er beobachtete, wie sogar eine schwangere Frau geschlagen wurde. Ein weiteres Opfer der Polizeigewalt ist auch die 34 jährige Aktivistin Daisy Talavera López. Sie wurde am 1. Februar wegen der Befestigung einer Tafel an ihrem Haus mit der Forderung nach Befreiung der politischen Gefangenen festgenommen. Die Polizisten schlugen sie und brachen ihr dabei einen Arm.
Neuer Rat für Menschenrechte
Trotz der neuerlichen Festnahmen und des Druckes der staatlichen Behörden geht die Arbeit der Menschenrechtsaktivisten weiter. Der 2006 gegründete Rat für Menschenrechte in Kuba (Consejo de Relatores de Derechos Humanos de Cuba) will sich im Juni diesen Jahres versammeln. Er soll aus öffentlich und frei gewählten Kubanern bestehen und hat die Durchsetzung der Menschenrechte in Kuba zum Ziel. Zu den Gründern gehört auch Juan Carlos González Leiva, der bekannte blinde Dissident, der wegen seiner Überzeugungen schon mehrfach bedroht, drangsaliert und inhaftiert wurde. González Leiva ist Mitglied der IGFM.
Die IGFM verurteilt die erneuten Verhaftungen und die katastrophalen Bedingungen in den Gefängnissen Kubas sowie die Menschenrechtslage in dem kommunistischen Land. Sie fordert die ?neue? kubanische Regierung dazu auf, die politischen Gefangenen frei zu lassen und endlich etwas gegen die Menschenrechtsverletzungen zu unternehmen.
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