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IGFM fordert Schutz für die christliche Minderheit
 Oben: Pfarrer Mahrous Karam mit Frau und Kind. Unten: Was vom anglikanischen Gemeindezentrum in Luxor übrig blieb. Bilder: aina.org
Luxor ? Frankfurt am Main (31. März 2010) ? Wie jetzt bekannt wurde, ist am 18. März ein christliches Gemeindezentrum im ägyptischen Luxor von einem rund 500 Mann starken Aufgebot von Polizei und Staatssicherheit gewaltsam geräumt und weitgehend zerstört worden. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurde bis auf den 400 m² großen Gebetsraum das gesamte, etwa 3.000 m² Wohn- und Nutzfläche umfassende Gemeindezentrum mit Bulldozern eingerissen.
Der Pfarrer der evangelischen Gemeinde, Mahrous Karam, und seine Frau Sabah wurden nach Angaben der IGFM geschlagen und misshandelt und mit ihrem drei Jahre alten Sohn aus ihrer Wohnung gezerrt. Zwanzig Kinder einer zur Einrichtung gehörenden Kinderkrippe wurden in den Gebetsraum getrieben. Der Übergriff ereignete sich gut 720 Kilometer südlich von Kairo. Die Einheiten von Polizei und Staatssicherheit hatten am frühen Morgen des 18. März das Gebiet um die aevangelische Kirche in Luxor vor der Zerstörung des Gemeindezentrums weiträumig abgeriegelt.
Hintergrund der Zerstörung ist das Projekt "Ram-Straße", im Rahmen dessen archäologische Ausgrabungen unter anderem auf dem Gebiet der evangelischen Kirche in Luxor stattfinden sollen. Pastor Karam betonte: "Wir haben nichts dagegen, das Gemeindezentrum an dieser Stelle aufzugeben, wir wollen nur ein Ersatzgebäude". Auch eine muslimische Gemeinde Luxors ist von dem Ausgrabungsprojekt betroffen ? sie wurde jedoch durch ein Ersatzgebäude mit 20 Wohnungen entschädigt. Pastor Karam ergänzte: "Wir wollen Gleichbehandlung in unserem eigenen Land!"
Immer neue Übergriffe ? Europäer müssen Menschenrechte einfordern
In den ersten Monaten dieses Jahres und im vergangenen Jahr ist es mehrfach zu gewalttätigen Übergriffen gegen Minderheiten in Ägypten gekommen, beispielsweise am 12. März im nordägyptischen Küstenort Mersa Matrouh, wo mindestens 25 Personen, darunter Frauen und Kinder, teils schwer verletzt wurden. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin forderte: "Die europäischen Regierungen müssen endlich handeln und die Einhaltung internationaler Menschenrechtsverträge, die auch Ägypten ratifiziert hat, wirksam einfordern."
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