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Nach zweitem Zusammenbruch ist Dr. Guillermo Fariñas wieder bei Bewusstsein ? Gesundheit von Bürgerrechtler Juan Carlos Acosta gravierend verschlechtert
 Im Hungerstreik für die Freilassung politischer Gefangenen auf Kuba: der unabhängige Journalist Dr. Guillermo Fariñas. Bild: puenteinfocubamiami.org
Havanna - Frankfurt am Main (16. März 2010) ? Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist in großer Sorge um das Leben des unabhängigen Journalisten und Psychiaters, Dr. Guillermo Fariñas. Der hungerstreikende Dissident im kubanischen Santa Clara fordert die Freilassung von 26 schwerkranken kubanischen politischen Gefangenen, darunter von Juan Carlos Acosta, der eine 20jährige Haftstrafe verbüsst. Nach einem zweiten Zusammenbruch am 11. März setzte Fariñas seinen Hungerstreik fort, den er am 25. Februar begonnen hat. Der ehemalige polnische Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa hat Dr. Fariñas seine Solidarität bekundet, ihn aber gebeten, das Hungern zu beenden, berichtet die IGFM. Zuvor hatte sich das Castro-Regime darum bemüht, Fariñas nach Spanien ins Exil zu drängen.
Der Gesundheitszustand des Bürgerrechtlers Juan Carlos Herrera Acosta, dessen Freilassung Fariñas einfordert, hat sich gravierend verschlechtert. Acosta befindet sich im Gefängnis Provincial de Holguín, wo er in Folge der miserablen Haftbedingungen und haftbedingter Erkrankungen 20 Kilogramm seines Körpergewichts verloren hat. Er wurde im März 2003 während des kubanischen "Schwarzen Frühlings" verhaftet und zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er angeblich ?Nachrichtenagenturen in den USA und Guatemala mit Berichten versorgt habe?, in denen die Castro-Regierung "diskreditiert" werde. Acostas Angehörige fürchten um sein Leben.
Am 11. März wurde Dr. Guillermo Fariñas wegen Zusammenbruchs ins Krankenhaus eingeliefert. Liset Zamora Carrandi von Cubanacan Press informierte die IGFM, der 48jährige Psychologe und Internet-Blogger sei von seinem Haus im zentralkubanischen Santa Clara auf die Intensivstation des dortigen Provinzkrankenhauses gebracht worden. Inzwischen ist er jedoch wieder bei Bewusstsein, sein Zustand ist schlecht aber stabil. Der stark abgemagerte Dissident konnte durch die intravenös verabreichten Zuckerlösungen am Leben gehalten werden, auch sein niedriger Blutdruck sei wieder auf ein sicheres Maß gestiegen. Abwechselnd wachen Familienangehörige und Freunde an seinem Krankenbett. Dr. Guillermo Fariñas, der bereits 11 Jahre in kubanischen Gefängnissen verbrachte und 22 Hungerstreiks überlebte, ist Träger des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar 2006.
Die Castro-Regierung dagegen behauptet, dass Fariñas "an einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung leidet und eine Show abzieht". In Kubas einziger Tageszeitung, der von der Kommunistischen Partei herausgegebenen "Granma", heißt es über Farinas, dass "er alleine für die Konsequenzen verantwortlich" sei. "Granma" beschimpft den Dissidenten mit denselben Ausdrücken, die sie seit 40 Jahren gegen alle verwendet, die dem Regime widersprechen: Fariñas sei ein "Konterrevolutionär", ein "Verräter", "subversiv", ein "Anti-Kubaner", "Söldner und Agent im Dienst der USA" usw.
Lech Walesa: Fariñas muss lebend eine wichtige Aufgabe für Kubas Zukunft ausüben
Polens ehemaliger Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa, der sich, wie die IGFM, vehement für die Einhaltung der Menschenrechte auf Kuba einsetzt, hat in einem Telefongespräch mit Fariñas diesen allerdings aufgefordert, den Hungerstreik zu beenden, da Menschen wie er, für die demokratische Zukunft Kubas lebend gebraucht werden.
Europäisches Parlament verabschiedet Resolution
Unterdessen hat das Europäische Parlament eine Resolution verabschiedet, in der die "kontinuierliche Missachtung der Menschenrechte" durch die kubanische Regierung kritisiert wird. Das EP fordert die Castro-Regierung auf, alle politischen Gefangenen freizulassen und die Sensibilität der Trauernden zu achten.
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