|
IGFM: Gesundheitszustand des politischen Gefangenen Ariel Sigler Amaya verschlechtert zunehmend
 Ariel Sigler Amaya, Menschenrechtler, kubanischer ex-Boxer: links - vor der Verhaftung 2003, rechts - im Januar 2010. Bild: sunriseinhavana.blogspot.com
Havanna - Frankfurt am Main (3. März 2010) ? Der 48jährige Menschenrechtsaktivist und politische Gefangene Ariel Sigler Amaya ist im Gefängnis lebensgefährlich erkrankt. Amaya, der seit März 2003 eine 25jährige Haftstrafe im Gefängnis Ariza verbüsst, befindet sich bereits seit acht Monaten im Julito Díaz Hospital von Havanna. Die in Frankfurt ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, dass sich Sigler Amayas gesundheitliche Verfassung im Krankenhaus weiter verschlechtert hat. "Wenn er nicht freigelassen wird und eine erstklassige medizinische Versorgung im Ausland erhält, müssen wir mit dem Schlimmsten rechnen!", befürchtet die IGFM.
Ariel Sigler Amaya ist Präsident der Bewegung "Alternative Option", die sich für bessere medizinische Versorgung und Meinungsfreiheit auf Kuba einsetzt. Er, wie auch seine Bruder Guido Sigler Amaya, gehören der Gruppe von 75 kubanischen Menschenrechtlern, unabhängigen Journalisten und Oppositionellen an, die während des sogenannten kubanischen "Schwarzen Fühlings" verhaftet und zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden. Sein Bruder Guido wurde zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, im Fall von Ariel Sigler Amaya hieß es 25 Jahre Haft wegen angeblicher "konterrevolutionärer Tätigkeit".
Am 14. August 2009 wurde er wegen schwerwiegender gesundheitlicher Schäden infolge der Haftbedingungen ins Julito Díaz Hospital nach Havanna überführt. Sein Gesundheitszustand bleibt immer noch äußerst kritisch. Amayo leidet an starken Schmerzen im Bauchbereich, im Becken und beim Wasserlassen und verliert große Mengen Blut. Die meiste Zeit verbringt er liegend, da er zu schwach zum Aufstehen ist. Ärzte berichten, dass seine Schmerzen an Heftigkeit zunehmen, doch für einen chirurgischen Eingriff, der dringend nötig sei, sehen sie derzeit keine Möglichkeit, da der Patient zu sehr geschwächt ist.
In seinem jetzigen Zustand wird Ariel Sigler Amaya allerdings nicht mehr lange überleben, befürchtet die IGFM. Gegenüber Mitgefangenen hatte er geäußert, dass er keinen Freitod durch Hungerstreik beabsichtigt. Seine besorgte Familie, die in der Gemeinde Pedro Betancourt lebt, durfte ihn bislang nicht besuchen, berichtet die IGFM weiter.
Die Staatssicherheit auf Kuba ist äußerst verärgert über die Nachrichten, die zum Fall von Ariel Sigler Amaya verbreitet werden, und stellt die Sorge um sein Leben als übertrieben dar.
|