|
IGFM: China darf nordkoreanische Flüchtlinge nicht ausliefern
 China: Nordkoreanische Flüchtlinge versuchen, in die Botschaft Südkoreas in Peking zu gelangen. Bild: nkhr.org
Frankfurt am Main ? New York (24. Oktober 2006) ? Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an den designierten UN-Generalsekretär, Koreas Außen- und Handelsminister Ban Ki-moon, entschieden für die Menschenrechte in Nordkorea einzutreten. Der Appell wurde von zehn weiteren europäischen, koreanischen und US-amerikanischen Nichtregierungsorganisationen, darunter People in Need (Tschechien), Christian Solidarity Worldwide (Großbritannien), Citizens Alliance for North Korea Human Rights (Republik Korea), Defense Forum Foundation und Jubilee Campaign (beide USA), mitunterzeichnet. Die Unterzeichner bitten Ban Ki-moon unter anderem, den Ausweisungen nordkoreanischer Flüchtlinge aus China sofortige Aufmerksamkeit zu schenken. Den Flüchtlingen drohen in ihrer Heimat Nordkorea harte Strafen, sogar Hinrichtungen. Chinas Politik verletze damit die Flüchtlings-Konvention von 1951, so die IGFM.
In dem Schreiben heißt es: "Flüchtlinge aus Nordkorea berichten, dass die Kinder von aus China abgeschobenen Flüchtlingsfrauen getötet werden, während die Frauen in China zu Abtreibungen gezwungen werden." Ganze Familien politischer Gefangener werden vergast, um neue chemische Waffen zu testen, "religiös Gläubige und Dissidenten [werden] öffentlich hingerichtet", und eine Viertelmillion politischer Gefangener sieche in Gefängnislagern krank dahin und verhungere. Das Regime manipuliere Nahrungsmittellieferungen "als eine Methode politischer Kontrolle." Im Anschluss daran weisen die Unterzeichner den designierten UN-Generalsekretär Ban Ki-moon darauf hin, dass "in den 1990er Jahren geschätzte 2,5 Millionen Nordkoreaner an Hungersnot [starben], während Nordkoreas freigiebige Ausgaben für Waffen bei Weitem das Nahrungsmitteldefizit gedeckt hätten."
Darüber hinaus kritisieren die Nichtregierungsorganisationen Nordkoreas vehemente Verweigerung, sowohl einer Aufklärung dieser Vorwürfe zuzulassen, als auch "mit dem UN-Sonderberichterstatter Vitit Muntarbhorn zu kooperieren". Das Regime in Pjöngjang weigert sich darüber hinaus, dem World Food Program zu gestatten, die Verteilung der Nahrungsmittelunterstützung zu überwachen. Neuere Berichte konstatieren eine sich verschlechternde Nahrungsmittelversorgung in Nordkorea. In einem Videofilm, der vermutlich aus der Provinz Süd Hamgyeong geschmuggelt wurde, wird berichtet, dass die Nahrungsmittelunterstützung der Regierung "durch das nordkoreanische Militär enteignet wurde". Dies sei sogar dann geschehen, als das Land bescheinigt habe, "dass die Hilfe an bedürftige Empfänger verteilt würde."
Konkrete Forderungen
Die Unterzeichner hoffen, dass Ban Ki-moon mit ihnen übereinstimmt, "dass Nordkorea unwillig war, seine Verpflichtungen gegenüber den Menschenrechten einzuhalten, und dass die Vereinten Nationen sich für die Integration Nordkoreas einsetzen müssen, um das unterdrückende Verhalten des Landes zu entschärfen. Wie der Sudan, und wie in Ruanda und Bosnien zuvor, übt Nordkorea ungeheuerliche Gräueltaten aus ohne erkennbare Angst vor Konsequenzen, Kritik oder Auswirkungen auf seine angesehene Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen." Einhergehend mit diesen Forderungen bitten die Unterzeichner Ban Ki-moon, baldmöglichst ein Treffen mit Sonderberichterstatter Vitit Muntarbhorn zu ermöglichen und diesem "öffentlich seine volle Unterstützung" zuzusichern. Der Generalsekretär muss die Werte ehren, auf welchen die Vereinten Nationen basieren, indem er auch die Menschenrechte der Nordkoreaner verteidigt.
Die IGFM hat darüber hinaus eine Unterschriftenaktion gegen Chinas Auslieferungspraxis an das nordkoreanische Regime gestartet. Die Appelllisten können bei der IGFM bestellt werden:
IGFM - Deutsche Sektion e.V. Borsigallee 9 60388 Frankfurt/Main Tel.: 069/420108-0, Fax: 069/420108-34 oder per e-mail: info@igfm.de
Mehr Informationen zur Lage in Nordkorea auf unserer Seite Nordkorea - Demokratische Volksrepublik Korea
|