13.07.2004 10:00 Uhr

Kuba: Zehnter Jahrestag der Versenkung des Flüchtlingsschiffs Remolcador

IGFM: Noch immer fliehen Menschen über das Wasser aus Kuba - Tourismus darf Menschenrechtsverletzungen nicht verdrängen



 

Frankfurt (13. Juli 2004) - Am 13. Juli 1994, heute vor zehn Jahren, wurde das kubanische Küstenschiff "Remolcador 13 de Marzo" auf Befehl des kubanischen Innenministeriums versenkt. Dabei kamen 41 der 74 Passagiere des Schiffes ums Leben. Die meisten Opfer waren Kinder und Frauen, erinnert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt. "Woche für Woche fliehen auch heute noch Menschen über das Wasser oder auf anderen Wegen von der Insel, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Das Verbrechen an den Remolcador-Flüchtlingen wird heute von Menschenrechtlern in den Niederlanden, Spanien, Belgien und Deutschland, sowie in den USA und auf Kuba als Gedenktag für die um ihrer Menschenrechte beraubten Kubaner begangen. Lessenthin: "Das Verbrechen an den Flüchtlingen ist bis zum heutigen Tag für die Täter ohne Folgen geblieben. Zwar haben die Vereinten Nationen und die Interamerikanische Organisation für Menschenrechte Kuba aufgefordert, die Versenkung des Flüchtlingsschiffes juristisch aufzuklären, doch der kubanische Staat hat sein dazu abgegebenes Versprechen bis heute nicht eingelöst. Kubas einzige Tageszeitung, das kommunistische Blatt "Granma" berichtete stattdessen über ein tödliches "Unglück, dass Kriminelle sich selbst beigebracht hätten".

In Deutschland weist die IGFM im Zusammenhang mit dem zehnten Jahrestag der Versenkung des Flüchtlingsschiffes besonders auf die wirtschaftliche Bedeutung des Kuba-Tourismus hin. Das Geld von Badeurlaubern trage wesentlich dazu bei, dass Castro sich noch immer an der Macht halte, kritisiert die Menschenrechtsgesellschaft. Nach den Kanadiern stellen die Deutschen das größte Urlauberkontingent auf der von Fidel Castro diktatorisch beherrschten Insel. Sämtliche Hotels seinen in Staatsbesitz und ein wesentlicher Teil der Einnahmen aus dem Touristikgeschäft werde zur Finanzierung des Unterdrückungsapparates ? des Staatssicherheitsdienstes, der Volkspolizei und der Armee ? verwendet. Die berüchtigte kubanische Stasi wird übrigens nicht nur indirekt vom Geschäft mit Touristen gespeist, zu DDR-Zeiten war es auch die deutsche Stasi, die den kubanischen Kollegen beibrachte, wie eine Diktatur ihre Untertanen wirksam bespitzeln, unterdrücken und terrorisieren kann.

Die IGFM empfiehlt Badeurlaubern, die sich von karibischen Stränden angezogen fühlen, auf eines der vielen anderen Reiseziele in der Region auszuweichen. Dies sei für jeden Touristen eine unkomplizierte Möglichkeit, die Menschenrechtsverletzungen durch das Castro-Regime nicht einfach zu ignorieren. Wer allerdings im Urlaub nicht nur entspannen, sondern "bewusst reisen" und persönlich mit Kubanern über Freiheitsrechte reden wolle, könne gerade als Deutscher einen wertvollen Beitrag für die Menschenrechte erbringen. In diesem Fall empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Kontakt mit der IGFM. Die Menschenrechtsgesellschaft gibt interessierten Kuba-Reisenden wichtige Tipps, wie man auf der Insel zum Beispiel für Meinungsfreiheit eintreten kann, ohne andere und sich selbst zu gefährden.

 






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