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Hungerstreikender Dr. Fariñas hat jetzt auch hohes Fieber - politische Gefangene Ariel Sigler Amaya ist im Gefängnis lebensgefährlich erkrankt
 Kubanische Menschenrechtsverteidiger in Lebensgefahr: Dr. Guillermo Fariñas (oben) und Ariel Sigler Amaya (unten): links - vor der Verhaftung 2003, rechts - im Januar 2010.
Santa Clara ? Havanna - Frankfurt am Main (7. Mai 2010) ? Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist in großer Sorge um das Leben zweier kubanischer Menschenrechtsverteidiger. Dr. Guillermo Fariñas, unabhängiger Journalist und Psychologe, sowie Ariel Sigler Amaya, Menschenrechtsaktivist und politischer Gefangener, sind in einem sehr kritischen Zustand. Die IGFM befürchtet in beiden Fällen das Schlimmste. Seit Ende März wird der hungerstreikende Dr. Guillermo Fariñas künstlich ernährt. Mit seinem Hungerstreik will er die Freilassung von 26 schwerkranken, politischen Gefangenen - wie des Bürgerrechtlers Ariel Sigler Amaya - durchsetzen. Der seit März 2003 inhaftierte Menschenrechtsaktivist Ariel Sigler Amaya ist so schwer erkrankt, dass er nach Auskunft kubanischer Ärzte nicht operiert werden kann.
Der hungerstreikende Dr. Guillermo Fariñas leidet seit Beginn dieser Woche an starkem Fieber, Schmerzen im ganzen Körper und Schüttelfrost. Durch einen Katheter erhält er hoch dosierte Antibiotika. Angesichts seines stark geschwächten Zustands befindet er sich in Lebensgefahr, so der behandelnde Arzt Ismely Iglesias Martínez aus dem Provinzkrankenhaus der Stadt Santa Clara.
Während die IGFM und 88 Oppositionelle Fariñas Anfang April offiziell gebeten haben, den Hungerstreik zu beenden, damit er seine bürgerrechtlichen Aktivitäten zum Wohle des Landes fortführen kann, hat der ex-Bürgerkriegskommandant und ehemalige politische Gefangene Fidel Castros, Huber Matos, an Fariñas appelliert, seinen Streik fortzuführen. Huber Matos, der selbst 20 Jahre in kubanischen Gefängnissen inhaftiert war, argumentierte, ein Ende des Streiks hinterließe eine Leere.
Medizinische Behandlung in den USA angeboten
Der 48jährige Menschenrechtsaktivist und politische Gefangene Ariel Sigler Amaya ist im Gefängnis lebensgefährlich erkrankt. Amaya leidet an starken Schmerzen im Bauchbereich, im Becken, beim Wasserlassen und verliert große Mengen Blut. Die meiste Zeit verbringt er liegend, da er zu schwach zum Aufstehen ist. Ärzte berichten, dass seine Schmerzen an Heftigkeit zunehmen, doch für einen chirurgischen Eingriff, der dringend nötig sei, sehen sie derzeit keine Möglichkeit, da der Patient zu sehr geschwächt ist. Am 14. August 2009 wurde er wegen schwerwiegender gesundheitlicher Schäden infolge der Haftbedingungen ins Julito Díaz Hospital nach Havanna überführt.
Das Außenministerium der USA hat ihm nun eine selten gewährte Einreisebewilligung aus humanitären Gründen angeboten, damit er sich dort einer medizinischen Behandlung unterziehen kann. Die IGFM fordert die kubanische Regierung auf, Amaya die Ausreise zu bewilligen.
Ariel Sigler Amaya ist Präsident der Bewegung "Alternative Option", die sich für bessere medizinische Versorgung und für das Recht auf Meinungsfreiheit einsetzt. Er, wie auch sein Bruder Guido Sigler Amaya, gehören der Gruppe von 75 kubanischen Menschenrechtlern, unabhängigen Journalisten und Gewerkschaftern an, die während des sogenannten kubanischen "Schwarzen Frühlings" verhaftet und zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden. Sein Bruder Guido wurde zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, im Fall von Ariel Sigler Amaya sind es 25 Jahre Haft, wegen angeblicher "konterrevolutionärer Tätigkeit".
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