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IGFM: Kubanische Menschenrechtler bezeugen ihre Solidarität
 Reina Luisa Tamayo Danger, Mutter des in Haft verstorbenen kubanischen Bürgerrechtlers und aktives Mitglied der "Damen in Weiss" (Damas de Blanco), auf der Demonstration für die Freilassung von politischen Gefangenen. Bild: miscelaneasdecuba.net
Holguín - Frankfurt am Main (26. Februar 2010) ? Zahlreiche Kubaner begleiteten gestern die Mutter des in Haft verstorbenen Bürgerrechtlers Orlando Zapata Tamayo auf ihrem Weg zu dessen Beerdigung in Banes auf dem Friedhof Sur La Güira in Reparto Mariana Grajales, Provinz Holguín. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, dass sie, angeführt von Reina Luisa Tamayo Danger, Freiheit auf Kuba und für politische Gefangenen forderten. "Lang lebe Zapata Tamayo!", "Zapata Tamayo?s Tod wird uns ein Beispiel sein, dem wir folgen bis wir Kuba?s Freiheit erreicht haben!", "Orlando lebt in unseren Herzen weiter!", riefen sie und sangen die kubanische Nationalhymne.
Orlando Zapata Tamayo wurde am 25. Februar um ca. 7:30 Uhr bestattet, zwei Tage nachdem der 42jährige an den Folgen seines 83 Tage andauernden Hungerstreiks verstarb. Er protestierte damit gegen die Zustände in kubanischen Gefängnissen und die brutale Behandlung der Gefangenen durch die Wärter. Tamayo war 2003 wegen seiner Menschenrechtstätigkeit zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.
Raúl Castro nahm am 24. Februar zu Zapata Tamayos Tod Stellung. Vor der Presse behauptete er, dass Tamayo eine 3jährige Haftstrafe verbüßt hätte, er dessen Tod "bedauere", dieser jedoch weder gefoltert noch hingerichtet worden wäre. Tamayos Mutter nahm darauf Bezug als sie sagte, dass sie nicht für Nachrichten von Raúl Castro zur Verfügung stehe, denn sein Regime für den Tod ihres Sohnes verantwortlich ist: "Raúl, Fidel, ich will kein Wort von euch hören. Ich möchte von Angesicht zu Angesicht mit Ihnen sprechen, um Ihnen zu sagen, dass Sie schamlose Zyniker sind und dass Sie meinen Sohn getötet haben. Sie haben ihn jetzt da, wo Sie ihn haben wollten, alles wegen seiner oppositionellen Haltung zu diesem Regime, wegen seiner Prinzipien und Werten."
Ziemlich aufschlussreich war auch die Stellungnahme des kubanischen Präsidenten Raúl Castro zum Tode des Bürgerrechtlers Zapata Tamayo am Rande der Tagung der Rio-Gruppe im mexikanischen Cancún. Dort sagte er gegenüber der Presse: "Ich weiß, dass wir in Kuba keine volle Meinungsfreiheit haben. Aber wenn die USA uns in Frieden lassen würden, wenn sie uns unseren eigenen Weg gehen lassen würden, könnte sich das ändern."
"Die Behauptung, ein äußerer Feind sei verantwortlich für die Unterdrückung der Menschenrechte nach innen, entspricht dem üblichen Muster aller Diktatoren. Bemerkenswert ist aber die Tatsache, dass Raúl Castro erstmals die Missachtung des Grundrechtes auf freie Meinungsäußerung zugibt. Schließlich war der verstorbene Bürgerrechtler Orlando Zapata Tamayo 2003 wegen der Inanspruchnahme eben dieses Grundrechtes verurteilt worden", so Edgar Lamm, Vorstandsmitglied der IGFM.
Im Laufe der anhaltenden Demonstrationen anlässlich des Todes des Bürgerrechtlers wurden wieder zahlreiche Oppositionelle festgenommen. Unter den Verhafteten befinden sich auch zahlreiche Mitglieder der IGFM, u.a. der Mitbegründer der kubanischen IGFM-Sektion, Jorge Luis Garcia Perez 'Antunez'. Häuser vieler bekannter Menschenrechtsaktivisten wurden umstellt und abgeriegelt, um deren Teilnahme an der Solidaritätsbekundung zu verhindern. Berichten zufolge wurden an die 50 Dissidenten festgenommen, rund 200 in ihren Häusern eingesperrt gehalten.
IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin forderte am gestrigen Donnerstag die Regierungen der Europäischen Union auf, Solidarität mit den kubanischen Bürgerrechtlern zu zeigen. Lessenthin: "Europa muss jetzt mit einer Stimme gegenüber dem Castro-Regime die Freilassung der verhafteten Dissidenten und aller in Haft erkrankter politischen Gefangenen, insbesondere die schwerstkranken Bürgerrechtler Ariel Sigler Amaya und Normando Hernandez Gonzales fordern. Es darf keine weiteren Toten geben!"
Die Mutter des Verstorbenen will den Kampf ihres Sohnes fortsetzen: "Seine Mutter und seine Familie gibt es noch, sind immer noch hier; wir werden seinen friedlichen Kampf für die Menschenrechte vollenden." Sie appelliert an die Bevölkerung und Bürger aus aller Welt, sich dafür einzusetzen, dass alle Gewissensgefangenen freigelassen werden.
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