23.12.2005 10:24 Uhr

Christen am Weihnachtsfest 2005 in Haft

Weihnachten heimlich vorverlegt.

Steinigung: Stephanus-Gedenktag 26. Dezember wenig beachtet



Kirche im Sudan

 

Frankfurt am Main (23. Dezember 2005) - Aus Anlass des bevorstehenden Weihnachtsfestes erinnert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am heutigen Freitag daran, dass über 200 Millionen der rund 2 Milliarden Christen auf der Welt dieses Fest in Bedrängnis oder Verfolgung begehen.

Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender der IGFM, erklärt: ?Viele Christen in Vietnam haben Weihnachten bereits am zurückliegenden vierten Advents-Sonntag an einem geheimen Ort vorgefeiert. In vielen kleinen Städten erhalten die Pfarrer keine Genehmigung für eine Versammlung am 25. Dezember. Wie in den letzten Jahren rechnen Christen aus den ethnischen Minderheiten in den Bergregionen Zentral- oder Nordwestvietnams mit Repressalien und Einschränkungen in der Weihnachtszeit. Weihnachten 2004 hatten viele im Wald gefeiert.?

Terroranschläge auf Kirchen

Besonders in Indonesien werden nach aktuellen Bombendrohungen, Anschläge auf Kirchen befürchtet. Es gibt ein gemeinsames Pastoralschreiben der christlichen Gemeinschaften mit Hinweisen auf das Sicherheitsproblem und verstärke Polizeikontrollen z.B. auf den Molukken. Bereits am 9. Dezember stand eine protestantische Kirche in Manao in Flammen. Christen in Indien organisierten einen Protestmarsch nach Kalkutta, nachdem im November eine katholische Kirche im westbengalischen Jalakhali geschändet wurde. Anschläge auf Kirchen werden auch im Irak befürchtet ebenso wie Terroranschläge in Bethlehem, wo die Zahl der Christen innerhalb weniger Jahrzehnte von der Mehrheit auf unter 12% der Bevölkerung gesunken ist.

Wegen des Glaubens in der Todeszelle

Man geht davon aus, dass Tausende um des Glaubens willen inhaftierter Christen in nordkoreanischen Konzentrationslagern Weihnachten verbringen müssen. Über 1.700 Protestanten werden aus religiösen Gründen in Lagern und Militärcamps von Eritrea festgehalten. In China sind die römisch-katholischen Bischöfe Su Zhimin und An Shuxin vom Bistum Baoding seit 1997 verschwunden und in Pakistan verbringen die wegen angeblicher Blasphemie gegen den Propheten Mohammed 2002 zur Hinrichtung verurteilten Christen Anwar Kenneth und Kingri Masih ihr viertes Weihnachtsfest in Todeszellen.

Im Sinne dieser Weihnachtsmeldungen bedauert es die IGFM, dass der seit 2003 von der Deutschen Bischofskonferenz als Fürbittetag für ?Verfolgte Christen heute? gedachte Stephanus-Tag am 26. Dezember in vielen katholischen Gottesdiensten als solcher wenig beachtet wird. Die IGFM will auch im Jahr 2006 ihre Kampagne für einen ?Ökumenischen Tag der verfolgten Christen? fortführen.






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