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IGFM: Orlando Zapata Tamayo seit 82 Tagen im Hungerstreik
 Reina Luisa Tamayo Danger verzweifelt: Ihr Sohn, Orlando Zapata Tamayo, schwebt in akuter Lebensgefahr. Bild: screenshot
Havanna ? Frankfurt am Main (23. Februar 2010) ? Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, befindet sich der hungerstreikende Gewissensgefangene Orlando Zapata Tamayo derzeit auf der Intensivstation im Krankenhaus de Reclusos des berüchtigten Gefängnisses Combinado del Este in Havanna. Seine Mutter, Reina Luisa Tamayo Danger, durfte ihn dort am 21. Februar erstmals besuchen, nachdem sie zuvor tagelang daran gehindert wurde, ihren Sohn zu sehen und ihn auf dem Krankentransport von Camagüey nach Havanna zu begleiten, berichtet die IGFM weiter.
Reina Luisa Tamayo Danger wurde von den Ärzten informiert, dass der Zustand ihres Sohnes äußerst kritisch und er nicht in der Lage sei, sich zu bewegen. Ihren eigenen Sohn so zu sehen, zerreiße einer Mutter das Herz, so Tamayo Danger. "Es kostete mich große Überwindung, dorthin zu gehen, ihn anzufassen, seinen Kopf zu berühren, ihn zu küssen, seinen Körper abzudecken und zu sehen, dass mein Sohn dabei ist, auszutrocknen."
Sie beklagt, dass sie und ihre Familie von den Behörden belogen worden sind. "Sie haben gelogen, als sie der Familie erzählt haben, dass in dem Krankenhaus von Camagüey alles getan wird, um meinen Sohn zu retten, um ihn dann doch in ein anderes Krankenhaus zu verlegen. [?] Sie haben mich angelogen, was seine Kleidung und Versorgung betrifft, als sie behaupteten, er hätte eine Wolldecke, obwohl überhaupt keine vorhanden war."
Orlando Zapata Tamayo (geb. am 17.05.1967) ist Gründer und Mitglied der Carlos Manuel de Céspedes Freiheitsbewegung in Las Tunas und war am Varela-Projekt (Unterschriftensammlung für ein Referendum für Demokratisierung der kubanischen Verfassung) aktiv beteiligt. Im März 2003 wurde er während des kubanischen "Schwarzen Frühlings" verhaftet und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
Vor 82 Tagen, am 3. Dezember 2009, trat er in Hungerstreik. An diesem Tag wurde er in das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis 'Kilo 8' von Camagüey verlegt. Schon Mitte Januar 2010 wies man ihn aufgrund seines kritischen Gesundheitszustandes in das Amalia Simoni Krankenhaus ein. Am 16. Februar wurde er schließlich mit einem Krankentransport nach Havanna überführt. Zum diesem Zeitpunkt litt er an Schwellungen, sehr niedrigen Hämoglobinwerten, instabilen Blutzuckerwerten und Übelkeit und musste mit einer Sauerstoffmaske beatmet werden. Seiner Mutter wurde verboten, ihn auf dem Krankentransport zu begleiten.
Orlando Zapata Tamayo fordert, dass er als Gewissensgefangener anerkannt wird und nicht kriminalisiert wird. Darüber hinaus verlangt Orlando Zapata körperliche Unversehrtheit. Er musste im Gefängnis zahllose Schläge und Folter ertragen. Orlando Zapata fordert für sich den gleichen Respekt, wie ihn das Batista Regime Fidel Castro zukommen ließ, als dieser 1953 nach dem Angriff auf die Moncada-Kaserne inhaftiert wurde.
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