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Appell an Staaten der Islamischen Konferenz - Zeichen für Religionsfreiheit überfällig
 Bild: newsru.com
Frankfurt am Main (20. August 2009) - Zu Beginn des diesjährigen 30tägigen Fastenmonats Ramadan am 21. August appelliert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) an die Staaten der Islamischen Konferenz, christliche Gefangene freizulassen. Der in Jiddah ansässigen Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) gehören 57 Mitgliedsstaaten an, darunter die Türkei, Ägypten sowie Iran und Pakistan.
In Verbindung mit den in islamischen Ländern geübten Gesten, anlässlich des Fastenmonats Gefangene freizulassen - wie dies z.B. die im Gazastreifen regierende Hamas für 55 islamische Gefangene der rivalisierenden Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas am 18. August angekündigt hat - sollte auch Christen im Iran und Pakistan die Freiheit zurückgegeben und die in der Türkei überfälligen Zeichen für Religionsfreiheit endlich erfolgen:
In der Arabischen Republik Ägypten wurden sechs koptische Brüder der Familie Ghatas am 22. Januar 2009 zu drei Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt, weil sie am Ramadan ihr Café in Port Said tagsüber geöffnet hatten. Die sechs ägyptischen Christen waren im September 2008 von der Polizei mit Stöcken verprügelt und verhaftet worden. Nach ägyptischem Recht ist es nicht vorgeschrieben, während des islamischen Fastenmonats Ramadan tagsüber Cafés und Restaurants zu schließen, zumal die religiöse Vorschrift zum Fasten lediglich Muslime betrifft und andere geöffnete Cafes nicht belangt wurden, so die IGFM. Außerdem erinnert die IGFM an den am 12. Oktober 2008 in Kairo wegen angeblicher "Urkundenfälschung" zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten koptisch-orthodoxen {$styles.content.links.wrap}Pastor Metaos Wahba. Er hatte eine zum Christentum konvertierte Muslimin und einen Christen getraut, ohne zu wissen, dass die Papiere der Braut gefälscht waren.
Zeichen der Religionsfreiheit sind in der Islamischen Republik Iran besonders gegenüber gefangenen Apostaten (Konvertiten aus dem Islam) dringlich. Seit März 2009 befinden sich die beiden jungen Neu-Christinnen Maryam Rostampour und Marzieh Esmaeilabad wegen ihrer Religionsausübung im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Ende Juli 2009 wurden in den Städten Rasht und Anameh insgesamt 32 Konvertiten aus dem Islam festgenommen, acht davon werden weiter in Haft gehalten.
In der Islamischen Republik Pakistan sind insbesondere Angehörige der nichtmuslimischen Minderheiten von dem sogenannten Blasphemiegesetz, das Äußerungen und Handlungen gegen den Islam bis hin zur Todesstrafe ahndet, betroffen. Die Christen Anwar Kenneth und Kingri Masih sitzen deshalb seit 2002 in Todeszellen, der Christ Younis Masih wurde 2007 wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt.
Außerdem verweist die IGFM neben anderen ihr bekannten Fällen auf den seit dem 2. Februar 2009 unschuldig im Gefängnis von Rawalpindi einsitzenden Hector Aleem, Direktor der Menschenrechtsorganisation Peace Worldwide. Angebracht wären auch die vom pakistanischen Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani im August 2009 angekündigte Revision des Blasphemiegesetzes und die Umsetzung eines Sonderfonds für Opfer islamischer Extremisten.
Die IGFM sieht für den gläubigen Muslim und Ministerpräsidenten der Türkischen Republik Erdogan im Ramadan die Chance, die am 15. August in seiner Rede in Istanbul angekündigte Gleichbehandlung religiöser Minderheiten umzusetzen. Nagelproben sind die international wiederholt angemahnte Öffnung des seit 1971 geschlossenen Priesterseminars der griechisch-orthodoxen Kirche auf der Insel Chalki und die versprochene dauerhafte gottesdienstliche Nutzung der Pauluskirche im Paulus-Geburtsort Tarsus.
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