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Yoani Sánchez erhält Journalistenpreis "Premio Ortega y Gasset" ? Auszeichnung für regimekritischen Blog
 Yoani Sánchez - ihr Blog "Generation Y" ist auf Kuba nicht zugänglich. Bild: reporterodigital.com
Havanna ? Madrid ? Frankfurt am Main (7. Mai 2008) - Yoani Sánchez, 32jährige Philologin aus Kuba, sollte am heutigen 7. Mai den "Premio Ortega y Gasset" Preis der spanischen Zeitung EL País für ihren Webblog "Generación Y" persönlich entgegen nehmen. Daraus wird nichts, denn die Castro-Regierung lässt sie nicht ausreisen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die Preisverleihung findet nun jedoch ohne Frau Sánchez statt, nachdem die kubanische Regierung ihr die Ausreise verweigert hatte. Presse- und Meinungsfreiheit unterstehen immer noch großen Restriktionen. Das Ausreisverbot für Yoani Sánchez ist ein gutes Beispiel hierfür, so die IGFM.
Yoani Sánchez wurde bekannt durch ihren unzensierten Blog "Generación Y", in dem sie vom harten Alltagsleben der Kubaner und den Armutsproblemen berichtet. Immer wider kritiserte sie die herrschenden Verhältnisse, so die IGFM. Am 7. Mai wurde sie dafür in Madrid mit dem renommierten Journalistenpreis "Premio Ortega y Gasset" der spanischen Zeitung El País ausgezeichnet.
Von Philologin zur Journalistin
Yoani Sánchez studierte in Havanna Spanische Literatur und spezialisierte sich auf zeitgenössische lateinamerikanische Literatur. Ihr wurde jedoch bald klar, dass eine Universitätslaufbahn nicht ihren Zielsetzungen entsprach. Sie fing beim Verlag "Nueva Gente" an, konnte jedoch von dem Gehalt ihre Familie nicht ernähren und machte sich daraufhin als Spanischlehrerin für deutsche Touristen selbstständig. 2002 wanderte Sánchez in die Schweiz aus, kehrte jedoch 2004 aus familiären Gründen wieder nach Kuba zurück. Sie gründete 2004 zusammen mit anderen Kubanern das Internet-Journal "Consenso" (Zustimmung), welches zum Nachdenken und Debattieren anregen soll. Bis heute ist sie noch als Webmasterin und Redakteurin tätig.
Eine unzufriedene Bürgerin
Seit April 2007 schreibt Yoani Sánchez in ihrem eigenen Blog "Generación Y". Für das Schreiben der Beiträge benutzt sie einen aus dem Ausland mitgebrachten Laptop. Um ihre Beiträge zu veröffentlichen, sucht sie meistens ein Internetcafé in einem Touristenhotel auf. Der private Zugang zum Internet ist in Kuba noch immer sehr restriktiv, und die meisten der kubanischen Haushalte verfügen über keinen Telefon- bzw. Internetanschluss. Registriert ist der Blog zwar in Europa, doch Yoani Sánchez veröffentlicht unter ihrem richtigen Namen und mit eigenem Bild. In Kuba ist er jedoch nicht zu lesen. Sánchez selber sieht sich als eine unzufriedene Bürgerin, die nicht mehr schweigen will, und mit ihrem Blog versucht sie auf das schwierige Alltagsleben der kubanischen Bevölkerung aufmerksam zu machen. Kritik an den politischen Verhältnissen kommt dabei nicht zu kurz.
Menschenrecht Meinungsfreiheit
Am Umgang mit Journalisten und dem Menschenrecht Meinungsfreiheit lässt sich zuerst feststellen, ob es in einem Land zu menschenrechtlichen Verbesserungen kommt, so die IGFM. Die nicht erteilte Ausreisegenehmigung für Yoani Sánchez ist das vorerst letzte Glied einer langen Kette von Ausreisverboten. Im Dezember 2006 hat die kubanische Regierung dem Journalisten Dr. Guillermo Farinas verboten, den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar entgegen zu nehmen, und in den Jahren 2005 und 2002 durften die Damen in Weiß und der Dissident Osvaldo Paya nicht nach Straßburg reisen, um den Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments entgegen zu nehmen. Im Kuba unter General Raul Castro hat sich also leider bis heute nicht in Sachen Meinungsfreiheit keine Verbesserung ergeben, resümiert die IGFM.
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