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IGFM: Das Regime von Präsident Ahmadinedschad fördert Intoleranz und Ausschreitungen gegen religiöse Minderheit
 Iran: Zerstörte Baha'i-Häuser in Ivel (Eivel)
Mazandaran ? Frankfurt am Main ? (30. Juni 2010) - Am 22. und 23. Juni wurden die Häuser von etwa 50 Baha'i-Familien im iranischen Dorf Ivel (auch Eivel umschrieben) nahe dem Kaspischen Meer mutwillig zerstört. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, hatte eine aufgeputschte Menschenmenge die Zugänge zum Dorf blockiert und vier Radlader und mehrere LKWs in das Dorf passieren lassen, die innerhalb von zwei Tagen die Häuser der Baha'i zerstörten. "Die Verfolgung von Minderheiten im Iran erreicht damit einen weiteren Höhepunkt. Das Regime von Präsident Ahmadinedschad fördert die Intoleranz und Auschreitungen gegen die Baha?i. Die Einbestellung des iranischen Botschafters durch das Auswärtige Amt am 15. Juni war das richtige Zeichen in Richtung Teheran", erklärte der IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.
Die Baha'i des Dorfes hatten zuvor erfahren, dass muslimische Einwohner ihres Ortes Unterschriften zur Räumung oder Zerstörung ihrer Häuser sammelten. Daraufhin wandten sich die Baha'i an verschiedene Behörden und Polizeidienststellen sowie an das Büro des Gouverneurs der Provinz Mazandaran in Sari, wurden jedoch überall abgewiesen oder sogar bedroht. Nach Angaben der IGFM ist die Baha'i Bevölkerung von Ivel schon seit Jahren Opfer von Gewaltausbrüchen, Vertreibungen und Schikanen durch islamische Extremisten und Behörden des Iran.
Die im Iran entstandene Religionsgemeinschaft der Baha'i ist mit etwa 300.000 Angehörigen die größte nichtmuslimische religiöse Minderheit des Landes, noch vor den christlichen Kirchen. Die Baha'i lehnen die Scharia ab und vertreten die Gleichberechtigung von Mann und Frau.
Seit Jahren wird in staatlichen Medien gegen die Baha'i sowie Religionslose und Apostaten gehetzt. Nach klassischer islamischer Rechtesauffassung hätten neben dem Islam nur Christentum, Judentum und Zoroastrier eine Daseinsberechtigung. Aus diesem Grunde würden Angehörige anderer Religionen diskriminiert oder offen verfolgt wie im Falle der Baha'i. Nach Einschätzung der IGFM verfolgen die Sicherheitsorgane des Iran am härtesten Muslime, die sich von Ihrer Religion abgewandt haben, und bekennende Atheisten, denn beide Gruppen würden den Glauben an die göttliche Legitimation der Islamischen Republik besonders stark in Frage stellen.
Erst am 15. Juni hatte das Auswärtige Amt den Botschafter der Islamischen Republik in Berlin, Ali Resa Scheich Attar, einbestellt, der als Vertrauter von Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad gilt. Anlass waren die drohenden Todesurteile gegen das Führungsgremium der iranischen Baha?i, das von einer Frau, der Psychologin Mahvash Sabet, geleitet wird. Staatssekretär Wolf-Ruthart Born sagte dem Botschafter, die Bundesregierung sorge sich um das Leben der sieben führenden Vertreter der Glaubensgemeinschaft und lehne die Todesstrafe generell ab.
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