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Pastor: Diskriminierung und Verbannung aus der Öffentlichkeit
Kairo / Frankfurt am Main (4. Juli 2005) - Christen in Ägypten werden von öffentlichen Ämtern weitgehend ausgeschlossen und müssen um das Weiterbestehen ihrer Gotteshäuser fürchten. Diese Aussage von Raja Zabaneh, Pastor der anglikanischen Gemeinde Kairos, bestätigt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). "Die Degradierung von Christen und anderen religiösen Minderheiten in Ägypten zu Bürgern zweiter Klasse muss endlich ein Ende haben", fordert die IGFM.
Man könne zwar nicht von Verfolgung sprechen, jedoch seien Christen aus der Öffentlichkeit regelrecht verbannt, gab Pastor Raja Zabaneh an. Der Zugang beispielsweise zum Amt des Bürgermeisters, zu Gouverneurs-, Dekan- und Universitätsposten sowie zu führenden Positionen in Polizei, Justiz und staatseigenen Betrieben werde ihnen verwehrt; die anglikanische Kathedrale von Kairo sei in den 70er Jahren auf behördliche Anordnung hin abgerissen worden, um Platz für eine Autobahnbrücke zu schaffen. Der Umstand, dass auch Muslime zu den Veranstaltungen in der abseits der Stadt gelegenen Ersatzkirche kämen, werde ihm als verbotener Missionsversuch angelastet, so der Geistliche. Es sei ihm bereits mit Ausweisung gedroht worden.
Ägypten hat über 70 Millionen Einwohner; Staatsreligion ist der Islam in seiner sunnitischen Ausprägung. Der Anteil der christlichen Bevölkerung an der Einwohnerzahl wird offiziell mit vier bis sechs Prozent, inoffiziell mit 10 Prozent oder mehr angegeben. Sicher ist, dass die ägyptischen Christen deutlich überwiegend der koptisch-orthodoxen Kirche angehören. Diese wurde im ersten Jahrhundert vom Apostel und Evangelisten Markus in Ägypten gegründet. Da ihre Anhänger insbesondere seit dem siebten Jahrhundert immer wieder unter Verfolgung und Unterdrückung zu leiden hatten, wird sie auch als "Kirche der Märtyrer" bezeichnet.
Die in Frankfurt ansässige IGFM kritisiert den diskriminierenden und willkürlichen Umgang mit religiösen Minderheiten in Ägypten und fordert den freien und gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Ämtern für alle Ägypter unabhängig vom Bekenntnis.
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