29.09.2005 15:00 Uhr

Kuba: Verzweifelter Protest unter Einsatz des Lebens

IGFM: Politischer Gefangener riskiert Leben, um die Öffentlichkeit über die Verhältnisse in den kubanischen Gefängnissen zu informieren



Viktor Rolando Arroyo Carmona

 

 

Havanna / Frankfurt/M. (29. September 2005) - "Viktor Rolando Arroyo Carmona wird sterben", fürchtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die letzte Hoffnung, die kubanische Regierung werde doch noch etwas unternehmen, um das Leben des politischen Gefangenen zu retten, geht mit jedem Tag, der vergeht, mehr und mehr verloren. Victor hat in den letzten Wochen erheblich an Gewicht verloren. Er ist einer der über 300 von der IGFM registrierten politischen Gefangenen in Kuba. Er leidet an zu hohem Blutdruck und benötigt dringend eine intensive medizinische Betreuung. Seit Wochen verweigert er aber die dazu notwendigen Medikamente. Er setzt sein Leben ein, um ein Mindestmaß an Humanität für die Gefangenen durchzusetzen.

Die Informationen über Viktor Rolando Arroyo Carmonas (52 J.) verzweifelten Hungerstreik hat die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsgesellschaft von Elsa América González Padrón erhalten. Sie bringt den Fall ihres Mannes an die nationale und internationale Öffentlichkeit. Sie will der Weltgemeinschaft zeigen, in welche tödliche Gefahr ihr Mann sich begibt.

Vor einer Woche wollte Elsa América González Padrón ihren Mann im Krankenhaus besuchen. Zunächst wurde ihr jeglicher Zugang zum Krankenzimmer ihres Mannes mit der Begründung verweigert, dass sie "kein Recht hätte", ihn zu besuchen. Doch Elsa blieb hartnäckig und drängte darauf, ihren Mann zu sehen. Schließlich habe Kuba das Weltgesundheitsabkommen unterzeichnet und damit gäbe es keine rechtliche Grundlage, ihr den Besuch zu verweigern.

Nach über sechs Stunden gelang es Elsa, ihren Mann für ganze zwei Minuten zu sehen. Einige Tage später suchte sie erneut das Krankenhaus auf, um mit dem zuständigen Arzt über den Gesundheitszustand ihres Mannes zu reden. Der Arzt berichtete, dass Viktor seit Wochen seine notwendigen blutdruckdämpfenden Medikamente verweigert, um gegen die miserablen Haftbedingungen in kubanischen Gefängnissen zu demonstrieren. Die Bitte Elsas, ihren Mann in ein anderes Zimmer zu verlegen, um ihm im Notfall schneller zu Hilfe kommen zu können, wurde abgelehnt. Der zuständige Arzt begründete sein rigoroses Nein mit dem Satz: "Er soll sterben, wenn er das unbedingt will."

Die IGFM fordert die Regierungen der Europäischen Union auf, sich bei der Casto-Regierung in Havanna für die sofortige und bedingungslose Freilassung von Viktor Rolando Arroyo Carmona und aller anderen politischen Gefangenen einzusetzen.

 






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