|
Folter und Misshandlung in Haft
 Der Vikar Pham Ngoc Thach im Gefängnis  Gefängnis Z30 A Xuan Loc in der Provinz Dong Nai
Dong Nai / Frankfurt am Main (3. März 2006) ? Der mennonitische Vikar Pham Ngoc Thach ist seit dem 3. März wieder in Freiheit. Er war am 2. März 2004 verhaftet worden, weil er sich gegen die brutale Misshandlung eines Mennoniten durch die Polizei eingesetzt und auf der Polizeiwache nach dem Schicksal des Misshandelten gefragt hatte. Da Pham Ngoc Thach seine Haftstrafe voll absitzen musste, wertet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die Freilassung nicht als Fortschritt. Die IGFM erfuhr, dass Thach während der Haft gefoltert und misshandelt wurde. Solche Haftbedingungen entsprechen nicht den UN Grundsätzen für die Behandlung von Gefangenen, so die Kritik der Menschenrechtsorganisation. Thach ist der letzte von sechs Mennoniten, die Ende 2004 verurteilt worden waren, der freigelassen wurde.
15 Freunde und Angehörige holten heute den Vikar aus dem Gefängnis Z30 A Xuan Loc in der Provinz Dong Nai ab. Der Mennonit Thach war Assistent des Pastors und Menschenrechtsaktivisten Nguyen Hong Quang. Als Leiter der Missionsarbeit bei den ethnischen Minderheiten hat er maßgeblich an dem Aufbau der mennonitischen Gemeinde in Zentralvietnam beigetragen. Der mutige Mann stellte sich immer schützend vor seine Glaubensbrüder und ?schwestern, wenn sie von Polizei und Geheimdienstlern angegriffen wurden.
Der 35jähriger Pham Ngoc Thach ist vom Volksgericht der Ho-Chi-Minh-Stadt am 12. November 2004 wegen ?Widerstands gegen die Staatsgewalt? zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. In der Haft widerstand er dem Druck der Polizei, die von ihm ein Geständnis erzwingen wollte. Aus diesem Grund wurde er von der Polizei gefoltert. Die Gefängniswärter stifteten auch kriminelle Gefangene fingen an, ihn zu misshandeln. Er wurde zusammen mit HIV-Infizierten untergebracht und musste schwerste Zwangsarbeit leisten. Im Januar 2006 teilte Thach seiner Familie bei einem Besuch mit, dass er unter einem Bandscheibenvorfall leide und an einem Auge nicht mehr klar sehen könne.
Aus der Haft erreichten die IGFM seine Worte: "Das Leiden und der Tod im Gefängnis sind nicht mehr zu fürchten als das, dass das Böse weiterhin existiert und die Gerechtigkeit sowie das Heilige und Gute mit Füssen getreten werden."
Die mennonitische Kirche in Vietnam berichtete, dass die fünf Mennoniten, die zwischen Dezember 2004 und August 2005 freigelassen wurden, immer noch von der Polizei observiert und schikaniert wurden. Die evangelische Nachrichtenagentur idea berichtete mit der IGFM im November 2005 über Vikar Thach als Gefangenen des Monats.
|