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Wegen ihrer Regimekritik dürfen die Neurochirurgin Dr. Hilda Molina und ihre Mutter die Kinder, Enkel und Urenkel nicht wiedersehen
 Unter Castros Ausreiseverbot: IGFM-Kuratoriumsmitglied, Dr. med. Hilda Molina, und ihre 91jährige Mutter. Bild: IGFM
Havanna ? Frankfurt am Main (8. Mai 2008) - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an den kubanischen Regierungschef Raul Castro, anlässlich des Muttertages am kommenden Sonntag die Ärztin Dr. Hilda Molina aus Kuba ausreisen zu lassen, um ihren in Buenos Aires lebenden Sohn und dessen Familie zu besuchen. Frau Dr. Molina ist eine der bekanntesten Bürgerrechtlerinnen Kubas und Kuratoriumsmitglied der IGFM. Dr. Hilda Molina darf seit Jahren nicht aus Kuba ausreisen. Damit soll sie gezwungen werden, ihre Kritik am Castro-Regime zu beenden und zu widerrufen. Ihr eigenes Heimatland ist für Hilda Molina zum Gefängnis geworden, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
Dr. med. Hilda Molina ist eine renommierte Neurochirugin. Sie war Leiterin des Neurologischen Instituts in Havanna. Daneben fungierte sie als Abgeordnete in der kubanischen Volkskammer und stand in engem Kontakt zu Fidel Castro und anderen Führungspersönlichkeiten der kubanischen Kommunistischen Partei. Doch mit der Etablierung des ?Medizin-Tourismus? kamen ihr Zweifel am System. Denn während zahlungskräftige Ausländer hervorragend medizinisch versorgt wurden, wurde die medizinische Versorgung der einheimischen Kubaner immer unzureichender.
Anfang der 90er beschloss die Regierung Kubas, dass an dem gut ausgestatteten Zentrum nur noch Ausländer behandelt werden durften. Dr. Molina versuchte gegen diese Ausgrenzung der kubanischen Bevölkerung vorzugehen. Drei Jahre lang kämpfte sie gegen diese Vorschrift, die für sie ein Verrat am eigenen Volk darstellte. 1994 legte sie alle Ämter nieder, sowohl die politischen als auch die Leitung des neurologischen Instituts. Dadurch fiel sie in Ungnade. Fidel Castro soll gesagt haben, ?Hilda wird dieses Land nie verlassen.? Eine Drohung, die bittere Realität wurde.
Sippenhaft: Ausreiseverbot auch für kranke 91-Jährige
Heute darf Hilda Molina weder ihren Beruf ausüben noch nach Argentinien reisen, wo ihr Sohn mit seiner Frau und zwei Kindern lebt. Auch für ihre 91-jährige erkrankte Mutter Hilda Morejón gilt das Ausreiseverbot. Hilda Molinas Mutter benötigt dringend eine bessere medizinische Versorgung, doch für beide wurde ein Ausreiseverbot verfügt. Für beide Frauen ist Kuba zu einem Gefängnis geworden. Damit versucht die Regierung Castro, Molinas Kritik am kommunistischen System zu brechen. ?Es wäre eine wichtige Geste der Menschlichkeit, wenn sich General Castro für eine Ausreisegenehmigung entscheiden könnte?, so Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
IGFM lädt Frau Dr. Molina nach Deutschland ein
Die in Frankfurt am Main ansässige IGFM lädt Frau Dr. Molina zu einem Deutschlandbesuch ein. Die IGFM unterstützt seit Jahrzehnten kubanische Dissidenten wie Dr. Hilda Molina bei ihren Versuchen, einen demokratischen Wandel herbeizuführen und die Achtung der Menschenrechte durchzusetzen. Frau Molina will bei ihrem Besuch Menschenrechtsaktivisten, deutsche Politiker und Mediziner treffen, die sich für die aktuelle Entwicklung in Kuba interessieren, ergänzt die IGFM.
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