Dr. Oscar Elias Biscet Gonzalez


Dr. Oscar Elias Biscet Gonzalez - Biographie

Dr. Oscar Elias Biscet Gonzalez - 25 Jahre Haft

Der kubanische Arzt der Inneren Medizin, Dr. Oscar Elias Biscet, geboren am 20. Juli 1961, gilt laut des sozialistischen Ein-Parteien-Regimes auf Kuba als "gefährlich".

Dr. Elias Biscet ist einer der bekanntesten kubanischen Dissidenten. Der Arzt kritisiert seit den achtziger Jahren öffentlich die Menschenrechtsverletzungen durch kubanische Behörden.

Dr. Biscet ist Präsident der amtlich nicht anerkannten Lawton Menschenrechtsstiftung auf Kuba, welche er gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern im Jahre 1997 gründete. Primäres Ziel der Lawton Menschenrechtsstiftung ist es, in Kuba Rechtsstaatlichkeit zu erreichen.

1998 veröffentlichte Dr. Elias Biscet das Buch "Rivanol: A Method to Destroy Life". In dem Buch beschreibt der Arzt die offiziellen Abtreibungspraktiken der Regierung, die er mehr als 10 Monate lang heimlich dokumentiert hatte. Er kritisierte die offizielle Politik der Regierung wegen erzwungener Schwangerschaftsabbrüche bei jungen Frauen und der staatlichen "Verwertung" der Föten.
Dr. Biscet hat der Gesundheitsbehörde in seinem Buch systematische Verbrechen vorgeworfen und ist aus diesem Grund noch im Jahr der Veröffentlichung vom kubanischen Gesundheitssystem ausgeschlossen worden und hat Berufsverbot erhalten.

Seine Frau Elsa Morejón Hernandez verlor als Folge der Aktivitäten ihres Mannes ihre Stelle als Krankenschwester und bekam im März 1998 das Wohnrecht entzogen. Seitdem ist sie gemeinsam mit ihrem Sohn auf die Unterstützung von Freunden angewiesen.

Dr. Elias Biscet wurde erstmals 1999 zu einer 3jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er sich friedlich für das Recht auf Leben und für die Achtung der Menschenrechte eingesetzt hatte. Nach seiner Freilassung im Jahre 2002, wurde er im März 2003 erneut verhaftet und im April 2003 wegen Anstiftung zum Ungehorsam, Respektlosigkeit gegenüber staatlichen Symbolen und mit dem Vorwurf, 'Söldner eines ausländischen Staates' zu sein, zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt. In den Jahren vor seiner ersten Inhaftierung 1999 wurde Dr. Biscet über zwanzig Mal willkürlich festgenommen.

Seine Ehefrau Elsa Morejón Hernandez ist in großer Sorge um das Leben ihres Mannes. Im März 2007 rief sie in einem offenen Brief die Internationale Gemeinschaft auf, sich für die Freilassung ihres Mannes einzusetzen. Denn die Haftbedingungen Biscets stehen in eklatanten Widerspruch zu den von den Vereinten Nationen in internationalen Verträgen festgelegten Mindeststandards. ?Oscar hat in seiner Strafzelle unter unmenschlichen Bedingungen zu leiden", so seine Frau. Von seiner Familie isoliert, darf er keinerlei Telefonate führen und keine Literatur erhalten. In seiner feuchten und völlig verdunkelten Zelle ist ihm jegliche Korrespondenz untersagt. Sein Schlaflager ist eine Betonplatte und lediglich zu später Nachtstunde wird ihm eine kleine Matratze zugeteilt. "Mein Mann ist ständigem Lärm ausgesetzt und verfügt über keinerlei Privatsphäre", berichtet seine Frau. Zudem sei Elias Biscet ständig der Gewalt von kriminellen Mitgefangenen ausgesetzt. Seine Familie darf ihn lediglich alle drei Monate für 2 Stunden besuchen.

Der Gesundheitszustand von Dr. Biscet ist besorgniserregender denn je. Die wiederkehrenden Infektionen müssen mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt werden. Doch diese Medikamente stehen nicht zur Verfügung. Seine Zähne sind stark geschädigt und sein Zahnfleisch geschwollen. Als Folge von Zahnfleisch-Rückbildung verlor er die meisten Zähne. Außerdem nimmt seine Sehfähigkeit zunehmend ab und er leidet unter Bluthochdruck.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte befürchtet, dass er die Haft möglicherweise nicht überlebt. Schon 2004 hatte der Dissident in wenigen Monaten ca. 30 Kilogramm an Gewicht verloren und musste in ein Militärkrankenhaus verlegt werden.

Zurzeit ist er im Combinado del Este-Gefängnis in Havanna inhaftiert.

Am 1. Mai 2004 erhielt Dr. Elias Biscet den Ehrendoktortitel des Miami Dade College als Annerkennung für seine Menschenrechtsaktivitäten und seinen Einsatz für die "demokratische Bewegung für Gerechtigkeit und Freiheit in Kuba".

Im Juli 2004 wurde er zum Honorar-Präsidenten der Pan American Cuban Medical Convention in Miami gewählt, in Vertretung aller politischen Gefangenen, die sich in Kuba für die Freiheit einsetzen.
Am 29. Oktober 2007 hat US-Präsident George W. Bush Dr. Biscet mit der Präsidialen US-Freiheitsmedaille ausgezeichnet. "Oscar Elias Biscet ist ein Vorkämpfer im Kampf gegen Tyrannei und Unterdrückung. Obwohl er wegen seines Glaubens verfolgt wird und inhaftiert ist, setzt er sich weiterhin für ein freies Kuba, in dem die Rechte aller Menschen respektiert werden, ein."

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

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