Ehrenmorde


 

  

Studie zu Ehrenmorden in Deutschland durch das Bundeskriminalamt (BKA)

 

Eine im Auftrag des Bundeskriminalamts (BKA) im Jahre 2011 erschienene Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht gibt erstmalig einen detaillierten Überblick über sogenannte "Ehrenmorde" in Deutschland. Auf der Basis einer Vollerhebung aller bekannt gewordenen Fälle von Ehrenmorden in Deutschland beabsichtigt die Studie eine systematische und empirische Bestandaufnahme dieses Phänomens.

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Ehrenmorde zwischen Migration und Tradition - rechtliche, soziologische, kulturelle und religiöse Aspekte

 

Prof. Dr. Christine Schirrmacher: Der Ehrenmord ist eine aus niederen Motiven geplante, größtmögliche Gewaltanwendung gegen eine Frau. Ein Mädchen oder eine Frau wird von einem Mitglied ihrer eigenen Familie aus "Gründen der Ehre" getötet, wenn die Täter glauben, dass das Opfer die Grenzen des gesellschaftlich anerkannten Verhaltens überschritten und dadurch den Ruf des Mannes oder der Familie gefährdet hat. Ehrenmorde finden nicht nur in islamisch geprägten Staaten statt. Auch in Europa sterben Frauen "aus Gründen der Ehre". Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden jährlich etwas 5.000 Ehrenmorde verübt, bei einer vermutlich sehr hohen Dunkelziffer.

 

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Ehrenmorde: Ein Interview mit Rechtsanwältin Gülşen Çelebi

 

Gülşen Çelebi betreut als Rechtsanwältin in Düsseldorf zahlreiche Fälle von Frauen mit islamischem Hintergrund. Oft geht es um Scheidung aus einer Zwangsheirat, Ehrenmorddrohungen und häusliche Gewalt. Celebi hat in ihrem Buch "Kein Schutz, nirgends" (Heyne, 2008) die Genese eines Ehrenmords detailliert aufgezeigt.

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Rezension: "Kein Schutz, nirgends" von Gülşen Çelebi

 

Gewalt gegen Frauen ist eine Verletzung der Menschenrechte der Frau, gegen ihren Körper und ihr Recht als Person. Dies kann bei allen Frauen aller Schichten geschehen. Gewalt ist weitestgehend definiert als 'eine Handlung, eine Politik oder eine Haltung, die körperliche oder mentale Verletzung verursacht und die eine Person entwürdigt und entmenschlicht'. Die in Westafrika am meisten verbreiteten Formen der Gewalt gegen Frauen sind: Das Schlagen der Ehefrau, unsittliche Angriffe, Vergewaltigung, Entwürdigung von Mädchen durch Drohungen, sexuelle Belästigung und Einschüchterungen. Eine Fallstudie von Davies Iber/IGFM.

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BKA Studie 2006: Ehrenmorde in Deutschland

Am 19. Mai 2006 veröffentlichte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden die Ergebnisse einer Analyse der polizeilich bekannt gewordenen Fälle so genannter "Ehrenmorde". Danach gab es in Deutschland vom 1. Januar 1996 bis 18. Juli 2005 insgesamt 55 solcher Morde und Mordversuche mit insgesamt 70 Opfern. 48 der Opfer waren weiblich, 22 männlich. 36 Frauen und 12 Männer kamen zu Tode. Das BKA wies darauf hin, dass Ehrenmorde ein Phänomen innerhalb von Migrantenfamilien seien und vorwiegend in Großstädten und Ballungszentren mit hohem muslimischem Einwohneranteil vorkommen.

 

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