Frauenversteigerung bei Ebay


Screenshot vom 5. März 2004

In der Internetbörse ebay sind Frauen aus Vietnam mit Fotos präsentiert und zum Kauf angeboten worden. Wie die IGFM feststellte, wurden vom 2. bis zum 4. März 2004 die Offerten über drei junge Vietnamesinnen eingestellt. Die abgebildeten Frauen sollten im Rahmen einer Versteigerung einen neuen "Besitzer" finden.


Das Mindestgebot für jede Frau betrug 180.000 Neue Taiwan-Dollars (NT $), ca. 5.411 US $. Zehn Tage lang sollte gesteigert werden. Der Käufer sollte die Reisekosten der Frau ab Taiwan übernehmen. Doch am Abend des 5. März 2004 - 6 Stunden nach der Information der Öffentlichkeit durch die IGFM - war das Angebot in Ebay nicht mehr verfügbar. Ebay hatte reagiert und der Frauenversteigerung ein Ende bereitet.

Form des Frauenhandels
 
So wie hier abgebildet wurden noch zwei weitere Vietnamesinnen zur Ersteigerung angeboten. Der Preis für die jungen Frauen sollte in Taiwan-Dollars bezahlt werden und die neuen "Besitzer" sollten auch die Passage ab Taiwan bezahlen. Die IGFM, die seit Jahren eine Zunahme des Frauen- und Mädchenhandels durch organisierte Banden über die Grenzen Vietnams, Kambodschas und Thailands hinweg, beobachtet, sieht in der Vermittlung von Frauen, überwiegend als Ehefrauen an Festlandchinesen, Taiwanern und Koreaner, eine spezielle Form des Frauenhandels. Angaben der vietnamesischen Regierung zufolge, wurden im Zeitraum 1991 bis 1999 insgesamt 22.000 Frauen an der Grenze zu China im Zusammenhang mit 2.015 Fällen von Frauenhandel entdeckt. Der Anteil von Minderjährigen betrug 70 Prozent.

Die Mädchen kommen vorwiegend aus den nördlichen Gegenden Vietnams, aus ärmlichen Verhältnissen. Die "Händler" kaufen sie zum "Spottpreis" von 100 US$ ein und verkaufen sie für bis zu 700 US$ an chinesische Männer weiter. Auch Taiwanesen - viele darunter alt und behindert - kaufen Ehefrauen aus Vietnam, die sie zum Teil als Dienstmädchen einsetzen. Die Brautschau wird von staatlichen Touristen- oder sogenannten Dienstleistungsbüros in Luxushotels in den Großstädten organisiert.

Der Kunde hat die Auswahl zwischen einem Dutzend von Frauen, die er wie auf dem Viehmarkt - gründlich inspizieren kann. Von der Braut kassiert der "Vermittler" bis 3.000 US$ und von dem Bräutigam bis 13.500 US$. Meist können die Frauen die "Vermittlungsgebühren" nicht aufbringen und stehen so in der Schuld des Menschenhändlers.

In einigen Fällen landeten die Mädchen entweder nach einem kurzem Aufenthalt bei dem "Ehemann" oder direkt in Bordellen in Taiwan, Hongkong und Macao. Sie müssen dann in den Bordellen solange arbeiten, bis sie ihre Schulden abbezahlt und das Geld für eine Rückreise zusammengespart haben. Viele kehrten mit einem ungewollten Kind, infiziert mit AIDS oder als körperliches und seelisches Wrack zurück nach Vietnam. Der vietnamesische Staat weigert sich bis heute, sich des Problems anzunehmen mit dem Argument, in Vietnam gäbe es kein gesetzliches Verbot für die Eheschließung mit Ausländern.

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

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