Grußwort von Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt anlässlich des 40jährigen Bestehens der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

Petra Roth würdigt die IGFM.

"Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen / Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, / Wenn hinten, weit, [...] / Die Völker aufeinanderschlagen", lässt Goethe seinen Spießbürger im "Faust" sagen. Heute wie damals verschließen Menschen aus unterschiedlichen Gründen die Augen vor Menschenrechtsverletzungen, die andernorts geschehen.

Unrecht, Verfolgung und Leid aus dem Dunkel holen - dieser Aufgabe stellt sich die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, die sich gegen Benachteiligung und verwehrte Lebenschancen einsetzt. Bereits seit vier Jahrzehnten gibt sie weltweit den Opfern eine Stimme und ein Gesicht - in tausenden konkreten Fällen.

Seit ihrer Gründung 1972 in Frankfurt trägt die IGFM mit ihrer Arbeit dazu bei, die Öffentlichkeit für das Unrecht sensibler zu machen. Mit wachsendem Erfolg, denn in unserer vernetzten Welt bringen moderne Kommunikationstechnologien und die wachsende Mobilität Menschenrechtsverstöße wesentlich schneller ans Licht: Die Handymitschnitte aus dem syrischen Homs oder vom Tahrirplatz in Kairo schockierten im Internet die ganze Welt.

Über die Bilder hinaus braucht es aber unverzichtbar den Mut und die Entschlossenheit engagierter Bürgerinnen und Bürger, die Vergehen zu geißeln und die Beachtung internationaler Menschenrechtsstandards vehement einzufordern. Denn nur so bleiben Menschenrechtsverletzungen nicht ungestraft. Ein aktueller Erfolg ist das erste Urteil des Internationalen Strafgerichtshofes - gegen den ehemaligen kongolesischen Rebellenführer Lubanga.

Ein Erfolg, der aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass für die Sache der Menschenrechte immer noch unendlich viel zu tun ist. Im Großen wie im Kleinen, denn der Schutz der Menschenrechte fängt im Alltag an: mit den Kaufentscheidungen jedes Einzelnen, der als Verbraucher Kinderarbeit, materielle und gesundheitliche Ausbeutung sanktionieren kann. Als zertifizierte "FairTrade Stadt" setzt sich Frankfurt seit 2011 für den fairen Handel ein.

Überall auf der Welt brauchen und hoffen Menschen auf aktive Verteidiger und Fürsprecher. Menschen, wie die Mitglieder der IGFM, die über den Schutz der Menschenrechte wachen und dafür kämpfen. Dafür gilt Ihnen großer Dank!

Ich wünsche Ihnen für Ihre Arbeit auch künftig von Herzen viel Erfolg!


Petra Roth

[Grußwort als pdf-Datei, 145 kB ...]

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