Äthiopien: Kampf gegen Genitalverstümmelung

 

Genitalverstümmelung, zum Teil seit Jahrtausenden nicht nur in Äthiopien, sondern auch in einigen Ethnien Indiens, Malaysias oder auch Australiens praktiziert, wird als das bekannt gemacht, was sie ist: Eine lebensgefährliche Bedrohung für Leib und Leben. Studien werden erstellt und man erfährt, dass nahezu jedes vierte Mädchen in Folge der Beschneidung stirbt. Als 1984 zum ersten Mal zwei Afrikanerinnen auf einem Kongress in der senegalesischen Hauptstadt Dakar die Beschneidung von Frauen und Mädchen als menschenverachtendes Unrecht anprangern, brechen sie nicht nur ein Tabu, sie schaffen den Grundstein für eine ganz neue Entwicklung für die Frauen ihres Kontinents. Widerstand formiert sich gegen ein Ritual, das bis dahin nie angezweifelt worden war.

[zum Bericht ...]

 

  

Genitalverstümmelung auch in Deutschland

 

Interview mit Dr. Sabine Müller, Ärztin bei der Beratungsstelle 'Balance', die 1992 in Berlin gegründet wurde: "Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes im Jahre 1997 lebten in Deutschland etwa 22.000 beschnittene Frauen und 6000 gefährdete Mädchen. Erfasst sind hier allerdings nur die Frauen, die legal in Deutschland leben. Aufgrund der Erfahrungen aus unserer Sprechstunde für nichtversicherte Frauen, also meist Frauen, die sich illegal in Deutschland aufhalten, schätzen wir, dass diese Zahl mindestens verdoppelt werden muss. Wir gehen daher von 50.000 beschnittenen Frauen und 10.000 gefährdeten Mädchen in Deutschland aus. Weltweit sind zirka 160 Millionen Frauen betroffen und jedes Jahr kommen 2 Millionen weitere dazu. ..."

[zum Interview ...]

 

  

Rechtslage bei Genitalverstümmelung: Marion Rosenke

 

Die inhaltlich umfassende und gleichzeitig sehr gut verständliche Dissertation der Autorin beschränkt sich, anders als der Titel vermuten lässt, keineswegs nur auf rechtliche Fragestellungen. Vielmehr führt Marion Rosenke den Leser in übersichtlich gegliederten Kapiteln in den Problemkreis der weiblichen Genitalverstümmelung ein: Die Arten der Verstümmelungen, das eigentliche Ritual mit den daran Beteiligten bis hin zu medizinischen Komplikationen und Gesundheitsschäden im weiteren Leben der Opfer gehören dazu. Dieses Taschenbuch ist eine unentbehrliche Hilfe für jeden, der sich auch in Deutschland gegen dieses grausame Unrecht einsetzen will.

[mehr ...]

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

designed by WIV-GmbH