Havanna - Die neue Kunst Ruinen zu bauen


Dokumentarfilm von Florian Borchmeyer und Matthias Hentschler


Einst nannte man Havanna die "Perle der Karibik". Heute ist die kubanische Hauptstadt von Ruinen und einsturzgefährdeten Bauten geprägt ? für die Touristen eine poetisch-pittoreske Welt, für die Bewohner hingegen stellen die Gebäude eine alltägliche Lebensgefahr dar. Reisekataloge preisen den 'morbiden Charme' der kubanischen Hauptstadt. Die Berliner Filmemacher, Florian Borchmeyer und Matthias Hentschler, aber haben den Ruinen Kubas und den immer noch darin lebenden Menschen mit ihrem Dokumentarfilm ein filmisches Denkmal der besonderen Art gesetzt.


 

 



Der Film fängt die Atmosphäre der komplett baufälligen Stadt ein und porträtiert fünf höchst unterschiedliche Menschen, die versuchen, sich mit dieser im wahrsten Wortsinn ruinösen Umgebung zu arrangieren: Reinaldo wohnt in der Ruine des einst prunkvollen Theaters "Campoamor". Hier fegt er tagein, tagaus den Schutt beiseite, der kontinuierlich von Decke und Wänden bröckelt. Misleidys hat sich im obersten Stockwerk eines ehemaligen Luxushotels eingerichtet. Eines Nachts fiel ihr ein Teil der Zimmerdecke auf den Kopf. Einem Kopfkissen, das ihr Gesicht bedeckte, verdankt sie ihr Überleben.


 

 




Der Film fängt die Atmosphäre der komplett baufälligen Stadt ein und porträtiert fünf höchst unterschiedliche Menschen, die versuchen, sich mit dieser im wahrsten Wortsinn ruinösen Umgebung zu arrangieren: Reinaldo wohnt in der Ruine des einst prunkvollen Theaters "Campoamor". Hier fegt er tagein, tagaus den Schutt beiseite, der kontinuierlich von Decke und Wänden bröckelt. Misleidys hat sich im obersten Stockwerk eines ehemaligen Luxushotels eingerichtet. Eines Nachts fiel ihr ein Teil der Zimmerdecke auf den Kopf. Einem Kopfkissen, das ihr Gesicht bedeckte, verdankt sie ihr Überleben.

Produzent Matthias Hentschler und Regisseur Florian Borchmeyer entwickelten die Idee zu "Havanna ? Die neue Kunst, Ruinen zu bauen" bereits vor zehn Jahren. Unter dem Vorwand, den Wiederaufbau der Stadt zu dokumentieren, überwanden sie bürokratische Hindernisse und erhielten letztendlich eine Drehgenehmigung. Kurz nach Erscheinen des Films wurde er vom kubanischen Filminstitut ICAIC auf die "Giftliste" gesetzt und darf auf der Insel nicht gezeigt werden. Als seine Aufführung auch beim Filmfestival des Neuen Lateinamerikanischen Kinos in Havanna (5.12. - 15.12.2006) wurde verboten, hat sich die Bundesregierung der Zensur gebeugt. Nun zirkuliert er auf Kuba unter der Hand auf DVDs, die aus dem Ausland eingeschmuggelt wurden. Beim Bayerischen Filmpreis 2006 wurde der Film mit dem Preis für den "Besten Dokumentarfilm" ausgezeichnet. Ab dem 14.12.2007 ist er auf DVD erhältlich.

D 2006, Regie: Florian Borchmeyer, 85 Min


 

Die Autoren



Florian Borchmeyer, geboren 1974 in Wasserburg, studierte Literaturwissenschaft und ist neben seiner filmischen Tätigkeit als Literaturkritiker für die Frankfurt Allgemeine Zeitung tätig. Während der Arbeit an seiner Dissertation über die ersten schriftlichen Zeugnisse Lateinamerikas im 16. Jahrhundert gründete er gemeinsam mit Matthias Hentschler die Produktionsfirma "raros media", deren Arbeitsschwerpunkt auf Film- und TV-Produktionen aus und über Lateinamerika liegt.



Matthias Hentschler, geboren 1973 in Berlin, ist seit 1997 als Journalist, Dokumentarfilm- und Fernsehproduzent tätig. Seine erste Produktion in Kuba war der Dokumentarfilm ?TechnoSalsa? 1998, in dem die entstehende elektronische Musikszene Havannas porträtiert wurde. Während dieser Produktion stieß er in Havanna auf Florian Borchmeyer, mit dem er gemeinsam 1999 die Produktionsfirma raros media in Berlin gründete. Fokus seiner Produktionen ist Lateinamerika, insbesondere Kuba.


 

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