Hilfsfond für Pfarrer in Not


 

 

Pfarrer Ng Dang Chi in Haft

Pfarrer Truong in psychatrischer Haft

 

Die vietnamesische Regierung schränkt die Religionsfreiheit durch einzelne Gesetze und Dekrete erheblich ein. Nach dem Dekret 26/1999/ND-CP vom 1999 ist der so genannte "Mißbrauch" von religiösen Aktivitäten ausdrücklich verboten. So müssen alle religiösen Aktivitäten im Voraus von der Regierung genehmigt werden. Genehmigungspflichtig sind auch alle Aktivitäten außerhalb der Kirche wie Gebetstreffen, katechetische Veranstaltungen in privaten Wohnungen, Klausuren, Jahresversammlungen, Seminare, Feierlichkeiten, Restaurierung beziehungsweise Neubau von Kirchen, usw..


Die Hauskirche ist eine Form der religiösen Ausübung von Christen in Vietnam, denen der Zugang zu einer Kirche ihrer Wahl (z.B. weil ihre Denomination verboten ist) verwehrt ist oder die sich keiner staatlichen Kontrolle unterziehen wollen. Christen der Hauskirchen treffen sich in privaten Wohnräumen, im Park, in den Wäldern um zu beten, um Bibel-Unterricht zu erhalten oder den Gottesdienst zu feiern. Solche Veranstaltungen gelten in Vietnam als illegal und werden gewaltsam aufgelöst, insbesondere wenn Fremde daran teilnehmen. Missionieren und Aufnahme von Gläubigen außerhalb der Kultstätten sind gesetzwidrig.


Ein Beispiel
Im folgenden sind Auszüge aus einem von den vietnamesischen Behörden angefertigten Protokoll über die Auflösung einer Versammlung Ende 2001 übersetzt:


Am 24.10.2001 versammelten sich fünf Personen in einem kleinen Raum in dem Haus von Herrn Tran Quang Sinh, um Kirchenlieder von kopierten Blättern zu singen. Unter den singenden Teilnehmern befand sich Frau Nguyen Thi Hoa, die in dem benachbarten Dorf wohnt. Herr Sinh sagte, Frau Hoa sei evangelisch. Aber Frau Hoa sagte zu der Polizei, daß sie nichtgläubig sei. Herr Sinh hätte sie in einem Krankenhaus angesprochen und ihr seine Adresse gegeben. (...)


In Bezugnahme auf die Punkte 3 bis 5 und 8 des Dekretes 26/CP stellt die Arbeitsgruppe für religiöse Angelegenheiten fest, daß Herr Tran Quang Sinh gesetzwidrig gehandelt hat: wegen 'Versammlung von mehreren Personen, um Kirchenlieder zu singen', 'Versuchs der Missionierung' und 'Gebrauchs von fotokopierten Drucksachen unbekannter Herkunft'. Deswegen schlägt die Arbeitsgruppe für religiöse Angelegenheiten vor, daß Herr Tran Quang Sinh seine falschen Taten einsehen und gleichzeitig die gesetzwidrigen Taten sofort beenden muß. Sie wird gleichzeitig eine Empfehlung an den Vorsitzenden des Volkskomitees des Stadtviertels leiten, damit der Verstoß gegen die Verwaltungsvorschriften von Herrn Tran Quang Sinh geahndet wird.

 

Nach Auskunft der Betroffenen hörte sich das wie folgt an: "Von den fünf Personen waren vier Geschwister. Wir lobten den Herren, wie wir es in der Familie immer getan haben. Während der Veranstaltung kam die Frau und wollte, daß ich sie zu einem Bekannten führte. Kaum hatte sie sich hingesetzt, kamen schon der Blockwartpolizist und der Leiter der Arbeitsgruppe für religiöse Angelegenheiten im Stadtviertel und haben protokolliert. Alle Liederbücher und Bibeln, auch die, die nicht benutzt wurden, wurden beschlagnahmt."


Bestrafung ganzer Familien
Die IGFM beobachtet die Einschränkung der Religionsfreiheit in Vietnam mit großer Sorge, denn die Betroffenen werden durch subtile Maßnahmen in einer kaum vorstellbaren Weise isoliert. Die gesamte Familie wird in die Bestrafung einbezogen: Kein Familienangehöriger findet mehr eine Anstellung, die Ausweise werden eingezogen, das Telefon wird kontrolliert oder abgeschaltet, die Kinder vom Schulunterricht abgehalten, Bekannten und Freunden wird vom Besuch abgeraten und so weiter. In dem hier geschilderten Fall handelte es sich um weitläufige Verwandte eines Pfarrers, durch deren Bestrafung eigentlich der Pfarrer getroffen werden soll. Diese Familien geraten durch die Repressalien der Regierung auch materiell in große Not.
Hilfe kommt an


Die IGFM hat zur Unterstützung von Pfarrern und deren Familien, die durch diese Maßnahmen getroffen wurden, einen Unterstützungsfonds eingerichtet. Über sichere Überbringer - deutsche Touristen, Geschäftsleute und vietnamesische Freunde - erreichen die Spenden die Empfänger. Der Empfang wird durch ein persönliches Dankschreiben, das Auskünfte über die derzeitige Situation enthält, quittiert. Mit etwa 100 Euro zweimonatlich kann einer solchen Pfarrerfamilie das Überleben und die Kommunikation gesichert werden.

 


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Spendenkonto
Spendenkonto 23 000 725
Taunussparkasse
BLZ 512 500 00

 

 

 

 

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