IGFM-Mahnwache gegen drohende Hinrichtung von Pastor Nadarkhani


Iran: Todesurteil wegen "Abfalls vom Islam"

 

 

 

IGFM-Mahnwache vor dem iranischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main
(Bild in Vergrösserung

 

Iranischem Pastor Youcef Nadarkhani droht Hinrichtung wegen "Abfalls vom Islam"

 

Am 25. August 2011 führte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) vor dem iranischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main eine Mahnwache durch und sammelten Unterschriften. Ziel der Menschenrechtler war es, gegen die drohende Hinrichtung des iranischen Pastors Youcef Nadarkhani zu protestieren, der am 22. September 2010 vom Revolutionsgericht in Rasht wegen "Abfalls vom Islam" und "Verbreitung nichtislamischer Lehren" zum Tod durch den Strang verurteilt wurde. Das Urteil ist letztinstanzlich bestätigt und kann jederzeit vollstreckt werden.

Nadarkhani konvertierte im Alter von 19 Jahren vom Islam zum Christentum. Bereits seit 2001 ist er Pastor in einem Netzwerk von iranischen Hauskirchen. Zudem war er bis zu seiner Verhaftung Gemeindeleiter einer 400 Mitglieder großen Gemeinde. Die IGFM fordert die Aufhebung des Urteils und die sofortige Freilassung von Pastor Nadarkhani. Die freie Wahl des Glaubens ist Teil des Menschenrechts auf Religionsfreiheit, das auch der Iran völkervertragsrechtlich anerkannt hat.

Sollte die Todesstrafe vollstreckt werden, wäre Pastor Youcef Nadarkhani seit Jahren der erste Konvertit, der ganz offiziell aufgrund seines christlichen Glaubens hingerichtet würde. Die IGFM befürchtet, dass dieser Präzedenzfall Signalcharakter haben könnte. Auch zuvor seien in der Islamischen Republik Konvertiten hingerichtet worden oder in der Haft "verschwunden". Allerdings hatten die iranischen Behörden in den vergangenen Jahren Hinrichtungen nicht offiziell mit "Apostasie" gerechtfertigt.


Großes Interesse am Schicksal des Pastors

Nicht nur in Frankfurt, sondern bundesweit stößt das Schicksal von Pastor Youcef Nadarkhani auf große Anteilnahme. Die IGFM bezeichnete das bisherige Ergebnis ihrer Unterschriftenaktion als "äußerst positiv" und als besonders geeigneten beispielhaften Fall, um auch auf andere schwerste Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik aufmerksam zu machen. Die IGFM kündigte an, ihre Arbeit für die Rettung von Nadarkhanis Leben weiter fortsetzen und bundesweit auszubauen.

Die Aktiven der IGFM sammelten Unterschriften für Youcef Nadarkhani, der in der Todeszelle einsitzt. Von 10 Uhr bis 14 Uhr informierten die Mitarbeiter interessierte Bürgerinnen und Bürger. Durch Aufklärungsarbeit wurden die massiven Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik Iran verdeutlicht. Zudem konnte durch das Verteilen von Informationsmaterial die Aufmerksamkeit vieler Interessenten auf die Menschenrechtsverletzungen im Iran gelenkt werden. Ein Großteil der Passanten reagierte mit Entsetzen auf die mangelnde Religionsfreiheit in der Islamischen Republik Iran.

Es kam zu anregenden Diskussionen, in denen jeder seine Meinung offenkundig darlegen konnte. Auch ein Vertreter des iranischen Generalkonsulats erkundigte sich über den Zweck der Mahnwache und nahm eine Fallbeschreibung Nadarkhanis sowie eine aktuelle Ausgabe des IGFM-Iran-Reports entgegen.
 
Ergebnis des Tages - 89 gewonnene Unterschriften, eine Vielzahl an interessierten Gesprächen und aktive Thematisierung der Menschenrechtsverletzungen im Iran - so die Zusammenfassung aller Beteiligten.


Unterschriften- und Appellaktion gehen weiter

Unterschriften werden weiter gesammelt. Die Öffentlichkeit bleibt aufgerufen, sich aktiv zu engagieren. Im Vorfeld der Mahnwache wurden am 12. August 4090 Unterschriften gegen das Todesurteil für Nadarkhani in der iranischen Botschaft in Berlin übergeben. Ein entsprechender Versuch beim Generalkonsulat in Frankfurt scheiterte am 28. Juli 2011 an der Weigerung der Konsulatsmitarbeiter.






Unterschriften-Liste für Pastor Nadarkhani:
http://www.igfm.de/fileadmin/igfm.de/pdf/Appelle/U-Listen/U-Liste-Iran-Nadarkhani.pdf 


Weitere Informationen zum Schicksal Nadarkhanis:
http://www.igfm.de/Iran-Todesstrafe-fuer-Pastor-Youcef-Nadarkhani.2942.0.html


16. August 2011: Iranische Botschaft nimmt 4090 Appellunterschriften entgegen
http://igfm.de/Detailansicht.384+M52cfac5b2a7.0.html


29. Juli 2011: Verweigerte Annahme von Unterschriften durch das iranischem Konsulat Frankfurt
http://igfm.de/Detailansicht.384+M5e8e1572f9a.0.html



 

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