Kuba: Erzbischof empfängt "Damen in Weiß"

Bürgerrechtsgruppe bittet um Freilassung von 50 politischen Gefangenen

Der Erzbischof von Santiago de Cuba Dionisio García
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat bei ihrer 40-Jahrfeier in Cottbus zu einer Unterstützungskampagne für die kubanische Bürgerrechtsorganisation "Damen in Weiß" (Damas de Blanco) aufgerufen.

Havanna/Frankfurt am Main (25. Mai  2012) - Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, empfing der Erzbischof von Santiago de Cuba, Dionisio García gestern eine Delegation der Bürgerrechtsgruppe "Damas de Blanco" ("Damen in Weiß"). Die Sprecherin der Gruppe Berta Soler sowie drei ihrer Kolleginnen baten den Erzbischof in der priesterlichen Residenz in Havanna unter anderem um die Freilassung von mehr als 50 politischen Gefangenen.

Die Bitte der "Damen in Weiß", die jeden Sonntag die Messe besuchen und danach in friedlichen Protestmärschen Freiheit für alle politischen Gefangenen Kubas fordern, wurde mit einer Liste mit den Namen der 50 Gefangenen untermauert. Des Weiteren übergaben die vier Damen Erzbischof Dionisio García gestern eine Liste mit den Namen von 60 "Damen in Weiß", die während des Besuches von Papst Benedikt XVI. auf der Insel verhaftet wurden.

Berta Soler bezeichnete den Erzbischof nach dem Treffen als "sehr aufnahmebereit", die "Damen in Weiß" konnten mit dem Erzbischof ihre Ansichten über die politische Situation Kubas und ihre Ziele als Bürgerrechtlerinnen teilen.

Die IGFM, die auf Kuba mit einer Arbeitsgruppe vertreten ist, begrüßt die Entscheidung der katholischen Kirche, vier "Damen in Weiß" eine Audienz zu gewähren, vor allem da der Wunsch der "Damen in Weiß" im vergangenen März den Papst zu treffen aus Termingründen unerfüllt blieb. Kritisiert wurde auf nationaler und internationaler Ebene vor allem, dass der Papst für Raúl und Fidel Castro sehr wohl Zeit gefunden hatte. "Die Dissidenten und Bürgerrechtler Kubas, deren Meinungs- und Versammlungsfreiheit konsequent eingeschränkt wird, anzuhören, ist ein Schritt in die richtige Richtung", so IGFM Vorstandssprecher Martin Lessenthin. "Die katholische Kirche sollte ihre Anliegen anhören und sich für die Freilassung der politischen Gefangenen einsetzen, die nur ihre fundamentalen Menschenrechte einfordern", so Lessenthin weiter.

 


Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in der Republik Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html 

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
https://www.facebook.com/igfmdeutschland



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