IGFM-Pressekonferenz: "Christen - Opfer religiös motivierter Gewalt"


Am 24. Januar 2012 veranstaltete die IGFM eine Pressekonferenz zum Thema "Christen - Opfer religiös motivierter Gewalt".

Der erdrutschartige Wahlsieg der Islamisten in Ägypten, die blutigen Angriffe auf Kirchen und Christen in Nord-Nigeria und die Verhaftungen von christlichen Konvertiten im Iran alarmieren jetzt auch Europa. Ziel war es, diese Entwicklungen im Rahmen der Pressekonferenz aufzuzeigen und mögliche Lösungsansätze zu präsentieren.


Gesprächspartner bei der Pressekonferenz waren:

Dr. Emanuel Ogbunwezeh, Nigeria-Experte der IGFM:
Boko Haram, Übergriffe auf Christen und die aktuelle Lage in Nord-Nigeria.

Mahin Mousapour, Pastorin einer evangelischen Konvertiten-Gemeinde in Deutschland:
Todesurteile gegen und Verfolgung von christlichen Konvertiten in der Islamischen Republik Iran.

Vater Johannes Ghali und Diakon Fritz Seel, St. Georg Koptisch-Orthodoxe Kirche Baden-Württemberg e.V.:
Die aktuelle Situation der christlichen Minderheit in Ägypten nach der Wahl.

Martin Lessenthin, Sprecher des Vorstands der IGFM:
Die Kampagne zur Freilassung von Pastor Youcef Nadarkhani und Menschenrechtsverletzungen durch das ägyptische Militär.

 

Stimmen zur Pressekonferenz

KNA

IGFM: Immer mehr Gewalt gegen Christen
Stuttgart (KNA) Christen werden nach Einschätzung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) immer häufiger Opfer religiös motivierter Gewalt. IGFM-Sprecher Martin Lessenthin rief am Dienstag in Stuttgart zur Teilnahme an einem Lichtermarsch auf, mit dem am Donnerstagabend in der baden-württembergischen Landeshauptstadt gegen Christenverfolgung weltweit demonstriert werden soll.

Beispiele für Länder, in denen Religionsfreiheit krass missachtet wird, sind nach IGFM-Angaben Ägypten, Iran und Nigeria. Vertreter der Menschenrechtsorganisation betonten, in solchen Ländern würden aber nicht nur Christen, sondern beispielsweise auch Angehörige der Bahai regelmäßig Gewaltopfer.

Eine noch härtete Verfolgung befürchten nach IGFM-Angaben vom Islam zum Christentum übergetretene Iraner. Sie müssten mit der Todesstrafe rechnen. Kern des Dramas am Persischen Golf sei die systematische Entrechtung der Menschen durch "die islamische Diktatur". Die internationale Gemeinschaft dürfe deshalb nicht bloß Verhandlungen über das Atomprogramm anstreben, sondern müsse auch Menschenrechtsverletzungen ansprechen. Menschenrechte dürften nicht "auf dem Altar der Atomdebatte" geopfert werden, so Lessenthin. Er äußerte die Befürchtung, dass unter den von der EU angekündigten Sanktionen Minderheiten leiden könnten.

Die Europäische Union (EU) müsse zudem auf Nigeria einwirken. Der dortige "Genozid auf Raten" führe zu einer Fluchtwelle, wenn es nicht gelinge, die "nordnigerianischen Taliban" zu stoppen, sagte Lessenthin. In den vergangenen zwölf Monaten wurden nach Erkenntnissen der IGFM fast 1.000 nigerianische Christen getötet. Die Regierung sei offenbar nicht in der Lage, die Gewalt zu stoppen. In Ägypten hätten zuletzt rund 100.000 christliche Kopten das Land verlassen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlten.

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

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