IGFM-Symposium "Menschenrechte im Iran"


 

 

 

IGFM-Symposium "Menschenrechte im Iran"

Foto: © IGFM, Marco Urban

Die Verleihung des Medienpreises war in ein IGFM-Symposium "Menschenrechte im Iran" eingebettet. Teil davon war auch eine Pressekonferenz, die besonders unter iranischen Journalisten große Beachtung fand.

Die Referenten und ihre Themen:


Hanif Mazrooie - Chefredakteur der reformorientierten Online-Zeitung Norooz, Träger der IGFM-Medienpreises Menschenrechte 2009: "Presse- und Meinungsfreiheit im Iran"

Dr. Seyed Azmayesh - Religionswissenschaftler, Vertreter des Nematollah Sufi Ordens: "Religionsfreiheit im Iran"

Frau Mahin Mousapour - Pfarrerin einer iranischen Konvertiten-Gemeinde in Deutschland: "Verfolgung von Konvertiten im Iran"

Dr. Sasha Dehghani - Islamwissenschaftler, Baha'í Gemeinde Deutschland: "Verfolgung der Baha'í in der Islamischen Republik Iran"

 


Dr. Mostafa Azmayesh, Religionswissenschaftler, Vertreter des Nematollah Gonabadi Sufi Ordens, berichtete über Angriffe gegen Derwische im Iran. Derwische verstehen sich als islamische Mystiker. Azmayesh hob hervor, dass es Derwische waren, die die erste Massendemonstration gegen ihre Verfolgung in Teheran abhielten. Schon am 21. Februar 2009, also vor der umstrittenen Präsidentschaftswahl am 12. Juni 2009, versammelten sich 60.000 Derwische friedlich vor dem Parlament und durchbrachen damit die Angst vor Verhaftungen und Repressionen. Nach seiner Ansicht bewegt die Aufmerksamkeit des Westens für Vorgänge im Iran das Regime dazu, sich mit ideologischen Säuberungen stärker zurückzuhalten.

Mahin Mousapour, Pastorin einer iranischen Konvertitengemeinde, berichtete, dass in diesem Jahr die iranischen Behörden intensiver als jemals zuvor nach Menschen gesucht haben, die Untergrundgemeinden besuchen oder unterstützen. Hausgemeinden seien oft ohne Durchsuchungsbefehl gestürmt, Bücher, Laptops, CDs, Bilder, Geld und Dokumente entschädigungslos beschlagnahmt worden. Die Haftdauer von Konvertiten werde ohne Gerichtsverfahren willkürlich festgesetzt. Oft wüssten die Angehörigen nichts über den Verbleib der Verhafteten. Manche Konvertiten würden gegen Kautionen freigelassen, die fast unbezahlbar hoch seien und die ganze Familien finanziell ruinierten. Präsident  Ahmadinejad habe selbst gesagt: "Ich werde das Christentum im  Iran vernichten."

Pastorin Mousapour betonte, dass die iranische Regierung selbst gegen sunnitische Muslime vorginge. Selbst in größeren Städten erhielten die Sunniten keine Erlaubnis, eine Moschee bauen zu dürfen. Vor rund 20 Jahren hätten Sunniten in einem Universitätsgebäude in Shiraz ein Freitagsgebet abgehalten. Die Behörden hätten daraufhin den Organisator der Veranstaltung inhaftiert und kurz danach hingerichtet. Gleichzeitig würde im Iran  massiv für den schiitischen Islam missioniert.

Zu den Referenten gehörten auch die iranische Soziologin und freie Autorin, Saba FarzanSara Dekhordi, Vertreterin des Netzwerks junger Iraner in Berlin.

 

 

 

 

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Dr. Seyed Azmayesh, Vertreter des Nematollah Sufi Ordens.
Foto: © IGFM, Marco Urban

Mahin Mousapour, Pfarrerin einer iranischen Konvertiten-Gemeinde in Deutschland.
Foto: © IGFM, Marco Urban

Dr. Sasha Dehghani, Islamwissenschaftler, Vertreter der Baha?í Gemeinde Deutschland.
Foto: © IGFM, Marco Urban

 

 

 

 

 

 

 

 

Podium: Martin Lessenthin, IGFM-Vorstandssprecher, (l.) Hanif Mazrooie, Chefredakteur der reformorientierten Online-Zeitung Norooz, Träger der IGFM-Medienpreises Menschenrechte 2009 (m.) und Pfarrerin Mahin Mousapour.
Foto: © IGFM, Marco Urban

Pfarrerin Mahin Mousapour, Hanif Mazrooie (Norooz), Martin Lessenthin (IGFM), Dr. Seyed Azmayesh und Dr. Sasha Dehghani.
Foto: © IGFM, Marco Urban 

IGFM-Symposium "Menschenrechte im Iran". Dr. Seyed Azmayesh während seines Statements.
Foto: © IGFM, Marco Urban

 

 

 

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