Irak: IGFM-Aufruf "Für eine assyrisch-christliche Selbstverwaltung der Niniveh-Ebene"


Bombenanschlag auf eine assyrische Kirche im Irak. Bild: aina.org
Bombenanschlag auf eine assyrische Kirche im Irak. Bild: aina.org
Niniveh-Ebene (Ninawá) im Norden Iraks.
Niniveh-Ebene (Ninawá) im Norden Iraks.
Mord an Christen - Alltag im Irak. Bild: gatewaypundit.blogspot.com
Mord an Christen - Alltag im Irak. Bild: gatewaypundit.blogspot.com

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte beobachtet mit unveränderter Aufmerksamkeit die Entwicklung der Situation der Christen, insbesondere der chaldäischen, der orthodoxen und der armenischen Kirchen sowie der anderer religiösen und ethnischen Minderheiten, wie Jeziden und Mandäer, im Irak. Die Wurzeln dieser Bevölkerungsgruppen liegen in der vor- und frühchristlichen Zeit in Mesopotamien und auch ihr ethnisches Bewusstsein als Assyrer/Suryoye trennt sie deutlich von der mehrheitlichen Bevölkerung der Araber und Kurden im heutigen Staat.

Die Regierung des Irak möchte diese Minderheiten in ihrer historischen Heimat halten, vermag es aber nicht, ausreichend Schutz und Sicherheit für sie zu schaffen. Auch die ausländischen Truppen im Land konnten dies nicht erreichen.

Unter unbeschreiblichen Schmerzen und unter Zurücklassen von vielen ermordeten Kindern, Frauen und Männern haben beinahe alle von ihnen den Süden Iraks verlassen. Ein großer Teil ist auch aus Bagdad und den mittleren Teilen des Landes geflüchtet.

Ende 2008 haben gezielte Verfolgungen der Christen im Raum Mosul, Ermordungen von Priestern und anderen Persönlichkeiten, Verschleppungen, Erpressungen, Zerstörungen ihrer Häuser, Geschäfte und Werkstätten neue Fluchtwellen hervorgerufen. Sie flohen teils in das Ausland, vor allem nach Syrien und Jordanien, oder suchen Schutz im kurdischen Autonomiegebiet der nördlichen Provinzen des Irak.

Ein Teil der christlichen Flüchtlinge und der anderen erwähnten Minderheiten ist in die Niniveh-Ebene gezogen, die an das kurdische Autonomiegebiet angrenzt und bis zu den Toren Mosuls reicht. Dieses Gebiet war noch im letzten Jahrhundert besonders stark von Assyrern besiedelt, bis sie während der Zeit der Saddam-Diktatur vertrieben wurden. Sie versuchen sich jetzt in diesem Gebiet wieder anzusiedeln und selbst zu schützen.

Viele irakische Christen, unabhängig ob sie sich gegenwärtig im Ausland befinden oder sich noch irgendwo im Irak aufhalten, einschließlich ihrer politischen und religiösen Führer, wünschen sich dieses Gebiet in Selbstverwaltung zu übernehmen in dem von der irakischen Verfassung gebotenen Rahmen.

Ähnlich wie das kurdische Autonomiegebiet als Teil des Irak, sollte der christlichen Bevölkerung der Niniveh-Ebene das politische Recht der Selbstverwaltung gegeben werden. Die Regierung der kurdischen Nachbarn unterstützt diese Bestrebung.

Unabhängig davon setzt sich die IGFM weiterhin für die Aufnahme einer begrenzten Anzahl der schwerstbetroffenen assyrischen Christen in Deutschland und der EU ein, die ihre Heimat verloren haben und für die eine Rückkehr wegen der schrecklichen Leiden während der letzten Jahre nicht mehr möglich ist.

Um aber die Fluchtwelle zu stoppen und künftig ihre freiwillige Rückkehr zu ermöglichen, muss eine bessere und sichere Lebenssituation geschaffen werden. Die Selbstverwaltung eines assyrischen Landesteils scheint vielen irakischen Christen - und auch der IGFM - ein Ausweg zu diesem Ziel.

Die Schaffung eines solchen Status erfordert politische Verhandlungen von Deutschland und der EU mit der Regierung in Bagdad unter Beteiligung der USA und anderer Mächte und insbesondere mit den Führern der irakischen Christen und anderer Minderheiten.

Wir ersuchen dafür ihre aktive Mitwirkung.

Mit freundlichen Grüßen

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte - Deutsche Sektion -

 

 

 

 

 

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