Iran / Houshang Asadi: "Letters to my torturer" ausgezeichnet
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) gratuliert Houshang Asadi zum International Human Rights Book Award 2011
Von Daniel Holler, IGFM
Mai 2011
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Der iranische Schriftsteller Houshang Asadi wird am 1. Juni 2011 in Wien mit dem 2010 begründeten Human Rights Book Award (www.hrba.at) ausgezeichnet.
Sein Buch "Letters to my torturer" ("Briefe an meinen Folterer") beschreibt die unbeschreiblichen Erfahrungen des Autors in den berüchtigtsten Gefängnissen der Islamischen Republik Iran in den ersten Jahren nach der Revolution.
Vor der Islamischen Revolution war der 1951 im Iran geborene Autor stellvertretender Herausgeber der im Iran populärsten Tageszeitung Kayhan und 12 Jahre lang Chefredakteur des Cinematischen Magazins Gozaresh. Nach vielen Jahren in iranischen Gefängnissen und massivsten psychischen und physischen Folterungen wurde er zum Tode verurteilt, dann jedoch begnadigt. Seit 2003 lebt er in Paris im Exil.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte gratuliert Houshang Asadi zu dieser wichtigen Auszeichnung. So verdeutlicht Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin: "Mit dieser Würdigung wird ein Autor und sein Buch geehrt, welches die tiefsten Abgründe des menschlichen Daseins - sowohl in der Rolle des Opfers als auch des Täters - beschreibt und den Leser aufrüttelt, sich aktiv für den Schutz und die Verbreitung der universell geltenden Menschenrechte einzusetzen. Herr Asadi leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.
Die IGFM durfte mit Houshang Asadi einen wunderbaren Redner zur 39. Jahreshauptversammlung im März 2011 willkommen heißen und ihm eine Plattform geben, um mit dem interessierten Publikum seine Erfahrungen zu teilen. Die IGFM wird Houshang Asadi daher weiterhin unterstützen, um die Öffentlichkeit auf die problematische Situation der Journalisten, Schriftsteller und Blogger in der Islamischen Republik Iran aufmerksam zu machen."
Der Human Rights Book Award ehrt nur Bücher und keine journalistischen Publikationen - und somit bleibende Werke. Für die Initiatoren des Preises liegt die Wichtigkeit der Würdigung darin, dass "[die] Autorinnen und Autoren der heuer zum International Human Rights Book Award nominierten Bücher [?] eines gemeinsam [haben]: sie versuchen mit eindrucksvollen Mitteln auf ihr jeweiliges Thema aufmerksam zu machen - auch wenn es schon lange von den Titelseiten der Zeitungen oder der Frontpages von Webseiten verschwunden ist". Alle nominierten Bücher leisten einen Beitrag: sie helfen das Bewusstsein des Lesers auf Verletzungen der Menschenrechte zu lenken.
Die Angst der Diktatoren vor dem Wort
Diktatoren und diktatorische Regimes haben Angst vor dem Wort, dem Geschriebenen sowie dem Gesprochenen. Dies gilt für alle Regimes dieser Welt. Nirgends ist die Zensur, die Unterdrückung schreibender, recherchierender und publizierender Menschen grösser als in nicht-demokratischen und "defekt-demokratischen" Regimes der Gegenwart.
Houshang Asadi ist ein Beispiel für diese Angst der Regierenden - seine Erfahrungen im Iran verdeutlichen dies. Umso wichtiger ist es, all den Journalisten, Schriftstellern und Bloggern in der ganzen Welt ein leuchtendes Beispiel zu geben - einen Motivationsschub um den Mut aufrecht zu erhalten, um sich nicht "klein kriegen" zu lassen von der Gewalt, von der Angst der herrschenden "Elite".
Eine Auszeichnung wie der Human Rights Book Award, auch wenn der Autor seit einigen Jahren in der Sicherheit des Exils lebt, verdeutlicht dies für die Menschen in den betroffenen Ländern.
Das Buch:
Houshang ASADI
"Letters to my Torturer - Love, Revolution, and Imprisonment in Iran"
(keine deutschsprachige Ausgabe verfügbar)
Oneworld Publications, 2010
ISBN: 9781851687503
Der Autor:
Houshang Asadi, geboren 1950, ist Journalist, Schriftsteller und Übersetzer. Er war Mitglied der "Writers' Association of Iran" und des "Iranian Journalists' Syndicate" und Mitbegründer der "Association of Iranian Film Critics and Script Writers". Vor der islamischen Revolution war er viele Jahre als stellvertretender Herausgeber bei Irans größter Tageszeitung "Kayhan" tätig und 12 Jahre lang Chefredakteur des landesweit größten Filmmagazins "Gozaresh". Er verfasste mehrere Romane, Theaterstücke und Drehbücher, übersetzte ins Persische Werke von T.S. Eliot, Gabriel Garcia Marquez und Mario Vargas Llosa.
Nach der islamischen Revolution von 1979 wurden alle Oppositionsparteien im Iran verboten. 1983 wurde Houshang verhaftet und kam in das berüchtigte Moshtarek-Gefängnis, wo er sich fast zwei Jahre lang in Einzelhaft befand. Sein schlimmster Folterer während dieser Zeit, im Buch als 'Bruder Hamid' bezeichnet, war der spätere iranische Botschafter in Tadschikistan, Naser Sarmadi Parsa.
Um zu überleben "gestand" Houshang unter Folter als "Spion für den Britischen und den Sowjetischen Geheimdienst" tätig gewesen zu sein. Er wurde zum Tode am Strang verurteilt, später wurde sein Todesurteil in 15 Jahre Haft umgewandelt.
Nach sechs Jahren Haft wurde er entlassen und im Jahr 2003 gelang ihm die Flucht aus dem Iran. Jetzt lebt Asadi Houshang mit seiner Frau im Pariser Exil. Hier war er Mitbegründer der einflussreichen persisch-sprachigen Website "roozonline.com".



















