Kleine Chronik der IGFM


 

Im Raum Frankfurt fanden sich 1971 einige Menschen zusammen, um nicht länger resignierend der Missachtung der Menschenrechte, vor allem im sowjetischen Machtbereich, zuzuschauen.
Im Herbst 1971 hatte es die ersten Überlegungen zur Gründung eines Vereins gegeben. Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wurde der erste dreitägige Hungerstreik vor der Frankfurter Hauptwache durchgeführt. Die Resonanz der Bevölkerung war überraschend positiv.

 

8. April 1972 - Gründung

  • Gründung der Gesellschaft für Menschenrechte (GFM)
  • 13 Mitglieder zählte sie am 8. April 1972, kein Geld, kein Büro, wenig Erfahrung - dafür aber viele Ideen und viel Initiative.

1972 - Hoffnungen, Idealismus, Rückschläge

Trotz finanzieller Schwierigkeiten gingen die Aktivitäten weiter, so mit einem zweitägigen Hungerstreik im Dezember 1972. 10.500 Flugblätter wurden verteilt, über 1600 Unterschriften für politisch Verfolgte im Ostblock gesammelt. Zum ersten Mal berichteten Zeitungen, Rundfunk und das ZDF- Magazin über die junge Gesellschaft.

1973

  • Anerkennung des Vereins als "gemeinnützig" durch das Finanzamt Frankfurt
  • Vorschlag an die Regierungen der Sowjetunion und Chiles, politische Gefangene gegenseitig auszutauschen (Diese Initiative der GFM wurde 1976 mit der gegenseitigen Freilassung von Wladimir Bukowskij und Louis Corvalan realisiert.)
  • Appelle gegen den Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion
  • Paketsendungen an die Angehörigen politischer Gefangene in der UdSSR
  • Diverse Dokumentationshefte
  • Trotz der Durststrecke ging die GFM e.V. mit 36 Mitgliedern, 20 betreuten Hilfegesuchen und einem Budget von 10.000 DM in das Jahr 1974.

1974 - Jahre im Aufwind

  • Erste große und bundesweite Unterschriften- und Solidaritätsaktion anlässlich des "Moskauer Appells" von Professor Andrej Sacharow und neun weiteren namhaften Intellektuellen aus der Sowjetunion am 13. Februar 1974, in der sie unter anderem die Schaffung einer internationalen Kommission zur Aufdeckung der Verbrechen der Stalin- Ära forderten; bis zum Sommer wuchs die Zahl der Unterschriften auf über 60.000. Die GFM stand erstmals im Rampenlicht der Öffentlichkeit
  • Anfragen und Hilfegesuche von Bürgerrechtlern aus der UdSSR und der DDR
  • Demonstrationen und Hungerstreiks führen dazu, dass die "Fälle" einiger Betroffener, vor allem in der DDR, gelöst werden können

1975

  •   "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE) in Helsinki. Die Menschenrechte stoßen europaweit auf wachsendes Interesse.
  • Demonstrationen und Hungerstreiks vor der DDR-Vertretung in Bonn für zwölf politische Gefangene in der DDR. Vier sind wenige Monate später aus der Haft entlassen worden; andere berichteten Jahre danach, wie sie von den Demos erfahren und wieder Mut geschöpft hatten.
  • Dokumentation "Die Moskauer Helsinki-Gruppe". Umfassende Darstellung der Situation der Bürgerrechtsbewegung in der Sowjetunion.

1976

  • Ein fünftägiger Hungerstreik im April 76 vor den Bonner Botschaften der Sowjetunion, Rumäniens, Bulgariens, Chiles, Malawis und der ständigen Vertretung der DDR führte zur positiven Wende in 13 der 40 dargestellten "Fälle" politisch Verfolgter bzw. Inhaftierter.
  • Erste Hinweise auf Zwangsadoptionen in der DDR: Kinder politisch mißliebiger Eltern wurden aus politischen Gründen weggenommen und zur Adoption freigegeben.

1977

  • In den Sommermonaten Verteilung von rund 200.000 Flugblättern anlässlich der KSZE- Folgekonferenz in Belgrad zur Unterstützung der Bürgerrechtler in den Staaten des Ostblocks, die ihre legalen und friedlichen Aktivitäten auszuweiten versuchten, worauf die kommunistischen Regierungen mit Verboten, Freiheitsentzug, Verbannung, Exilierung und Anwendung physischer Gewalt reagierten
  • Im Juni 1977 organisierte die GFM den bisher größten Hungerstreik in Köln. 120 Menschen fasteten drei Tage lang für die Ausreise von 1500 Angehörigen in Rumänien.
  • Einrichtung einer international besetzten GFM- Delegation in Belgrad
  • Den Repräsentanten der Signaturstaaten der KSZE- Konferenz wurden Dokumentationen über besonders gravierende Menschenrechtsverletzungen sowie über Bürgerrechtlergruppen in den Staaten des Ostblocks überreicht. Die GFM erhält sowohl von ihnen als auch von den Medien ein positives Echo
  • Insgesamt 2.483 Hilfegesuche wurden 1977 an die GFM herangetragen. Bis zum Jahresende konnten davon 249 (10%) gelöst, d.h. entweder eine Entlassung aus der Haft, die Ausreise oder gar eine Familiezusammenführung bewirkt werden.
  • Die GFM hatte bereits mehr als eintausend Mitglieder, und die Spenden überstiegen die Schwelle einer halben Million Mark.
  • Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDR, erklärt die GFM zum Feind der DDR. Es folgen intrigenhafte Verleumdungen, mit denen die Arbeit GFM gestört und der Ruf der Organisation zerstört werden soll: gefälschte Pressemitteilungen, angebliche Geheimpapiere, angebliche Verwicklungen in Prozesse und ähnliches.
  • Dokumentation "Zwangsadoptionen in der DDR".

1978 - Aktionen, humanitäre Hilfe, Fallarbeit - Die IGFM etabliert sich

  • Beginn der Tätigkeit der ersten drei Arbeitsausschüsse: "Bürgerrechtsbewegung und politische Gefangene in der DDR", "Bürgerrechtsbewegung und politische Gefangene in der UdSSR" und "Deutsche in der UdSSR", denen von nun an die Koordination der Fallbetreuung obliegen sollte.
  • Dreitägiger Hungerstreik am 10. Dezember auf dem Bonner Marktplatz mit 89 Teilnehmern, deren Angehörige in Rumänien, Polen, Jugoslawien, Vietnam, der DDR und Sowjetunion verfolgt oder inhaftiert waren.

1979

  • Demonstration: "30 Jahre DDR sind kein Grund zu feiern"
  • Demonstration in Bonn vor den Botschaften von Malaysia und Thailand wegen der Zurückweisung vietnamesischer Flüchtlinge
  • Verteilung von über 750.000 Flugblättern zu verschiedenen Themen
  • Dreitägiger Hungerstreik am 10. Dezember auf dem Bonner Marktplatz mit 115 Teilnehmern, überwiegend Fälle verweigerter Familienzusammenführung aus der Sowjetunion, aus Polen, Rumänien und der DDR

1980

  • KSZE- Nachfolgekonferenz in Madrid: Eine GFM- Beschwerdestelle wurde in Madrid eingerichtet, an die in den zweieinhalb Monaten ihrer Existenz über 2.000 Eingaben und Beschwerden von Einzelpersonen mit der Bitte um Unterstützung herangetragen wurden. Mitglieder der GFM trafen sich mit den KSZE- Delegationen der BRD, Frankreichs, des Vatikans und der Vereinigten Staaten. KSZE- Diplomaten versprachen bei der Entgegennahme der Beschwerdeunterlagen von über 10.175 Personen, sich für sie einzusetzen, insbesondere bei der Familienzusammenführung. Des weiteren wurden Besuche bei Botschaften, eine Pressekonferenz und ein Schweigemarsch innerhalb von drei Tagen bewältigt. 80 Personen aus der Sowjetunion, Polen, Rumänien, aus der Bundesrepublik Deutschland sowie Deutsche aus der DDR und der UdSSR waren am 6. Dezember mit zwei Bussen extra nach Madrid gekommen.
  • "Maulkorb für Menschenrechtler" Egon Franke, Minister für innerdeutsche Beziehungen, greift GFM wegen der öffentlichen Nennung der Namen politischer Gefangener in der DDR an. GFM veröffentlicht Plakat "Wir beweisen: Öffentliches Eintreten hilft!" mit den Konterfeis von 52 ausreisewilligen oder inhaftierten DDR-Bürgern. (Bilanz nach einem Jahr: 29 Fälle gelöst, zwei Jahre später 21 weitere Fälle gelöst; zwei verzichteten nach Scheidung auf Ausreise.)
  • 1980 war auch das erste Jahr der sowjetischen Besetzung Afghanistans - und es sollte das Jahr der Olympische Spiele in Moskau werden.
  • GFM forderte den Boykott der "Spiele des Friedens" in der kriegführenden Sowjetunion.
  • GFM- Beobachter verschafften sich in den Flüchtlingslagern an den afghanischen Grenzen einen Überblick über die notwendige Flüchtlingshilfe; Demos wurden organisiert (z.B. am 22.11.1981 anlässlich des Breschnew- Besuchs in der BRD).
  • Die Gesamtzahl der an die IGFM herangetragenen "Fälle", die es zu betreuen galt, lag bei über 5.000, aus 16 Ländern. Davon konnten 202 zu einem positiven Abschluss geführt werden.

1981

  • Die GFM wird zur Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
  • Paketaktion "Mensch zu Mensch" mit Beginn im Januar 1981: Angesichts der sich ständig verschlechternden Versorgungslage in Polen wurden Tausende von Privatadressen in Polen an spendenbereite Deutsche weitergegeben. Nahezu alle diese Pakete erreichten wohlbehalten ihre Empfänger; die erschütternden Dankbriefe sprechen in ihrer einfachen Sprache für sich.
  • Großdemonstration am 13. August 1981, dem 20. Jahrestag des Mauerbaus in Berlin: Über 1.400 junge Menschen versammelten sich zu einer Sternfahrt und einer anschließenden Demonstration im freien Teil Berlins.
  • Dezember 1981: Die IGFM bezog neue, größere Büroräume. In der neuen Geschäftstelle arbeiteten fortan 7 Mitarbeiter ganztägig, 6 halbtags sowie mehr als 20 ständige ehrenamtliche Mitarbeiter.

 

1982 - Der Freiheitswille ist nicht mehr aufzuhalten - IGFM- Hilfe gegen Regierungswille

  • Tausende Pakete wurden im Rahmen des "Mensch zu Mensch" - Projektes an Privatadressen in Polen verschickt
  • Eine 1503-Beschwerde über die Menschenrechtsverletzungen in der DDR wurde in Genf der UNO übergeben.
  • Veröffentlichung einer Dokumentation über den Einsatz von Zwangsarbeitern beim Bau der Erdgasleitung Sibirien - Europa; Vorwürfe der IGFM werden von Zeugen und Experten bestätigt

1983

  • 80 Gruppen haben sich in der "Bürgeraktion für Menschenrechte" auf Initiative und unter Leitung der IGFM versammelt und eine gemeinsame Sternfahrt nach Berlin wegen 30 Jahre "Tag der deutschen Einheit" unternommen.
  • Berichte über Zwangsarbeit in Jugoslawien, Äthiopien und Nicaragua
  • Themenausgabe der Zeitschrift "Menschenrechte": die Lage unterdrückter Frauen in der DDR, Sowjetunion, Guinea/ Conakry, Argentinien, Nigeria, China, Iran, Polen, Philippinen

1984

  • Übergabe einer weiteren 1503- Beschwerde über fortgesetzte Menschenrechtsverletzungen in der DDR bei den Vereinten Nationen
  • Internationale öffentliche Anhörung von ehemaligen politischen Gefangenen in der DDR durch ein Expertenkomitee über die Lage in DDR-Haft.
  • 150 Ausreisewillige flüchteten Anfang Oktober in die deutsche Botschaft in Prag. Die IGFM bot den Flüchtlingen Rechtsbeistand an, aber das Auswärtige Amt ließ nach ein paar Tagen mitteilen, dass der von der IGFM übermittelte Text den Flüchtlingen nicht zur Kenntnis gebracht werde. Gegen Zusicherung von Straffreiheit - nicht für zukünftige Ausreiseanträge - kehrten einige Flüchtlinge in die DDR zurück.
  • 1984 - ein Jahr des Todes in Afrika: Hungersnot in Äthiopien; in Uganda verüben die Militärs schreckliche Massaker; IGFM- Mitglieder berichten über schwere Folter in Guinea/ Conakry
  • Aus Lateinamerika berichtet die IGFM über die Innenansichten kubanischer Gefängnisse

 

1985

  • Forderungen der IGFM an die KSZE- Konferenz in Ottawa: u.a. Errichtung einer Menschenrechtskommission und eines Menschenrechtsgerichtshofes; Verabschiedung einer "Charta für Humanitäre Hilfe", die jedem Bürger das Recht garantiert, humanitäre Hilfe zu leisten und zu empfangen
  • Erste Ausgabe der IGFM- Zeitung "DDR Heute", ein Organ ehemaliger politischer Gefangener der DDR, die in Eigenregie und Eigenverantwortung über die Entwicklungen in der DDR berichteten
  • Sonderheft der Zeitschrift "Menschenrechte" zum "Internationalen Jahr der Jugend"
  • Erster Kontakt zur Rechtsabteilung der Akademie der Wissenschaften in der Sowjetunion.

 

1986

  • Besuch einer Delegation der IGFM in Südafrika
  • Dokumentation "Apartheid - Wie lange noch?" sowie "SWAPO und die Menschenrechte"
  • Expertentreffen der KSZE in Wien. IGFM legt erneut Listen politischer Gefangener vor und tritt für die Zusammenführung der zwangsadoptierten Kinder und ihrer leiblichen Eltern ein.
  • Folter, Mord, Steinigungen im Iran - IGFM dokumentiert Verbrechen an Bahai
  • Kubanisches Menschenrechtskomitee zerschlagen - IGFM berichtet über Folterungen und Kinderlager auf Kuba
  • Dokumentation "Menschenrechte in der DDR und Ost-Berlin"
  • Dokumentation "Mißbrauch der Psychiatrie zu politischen Zwecken in der Sowjetunion"

 

1987 - Umbruch in der Sowjetunion - Gefangene werden freigelassen

  • Seit dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 hatte sich etwas geändert. Bei den KSZE- Treffen in Wien konnte der IGFM- Delegationsleiter Edgar Lamm dem stellvertretenden sowjetischen Außenminister Kowalew nicht nur Bittgesuche übergeben, sondern sogar erläutern. Das sowjetische Fernsehen besuchte für zwei Stunden das Wiener Büro der IGFM, in dem eine IGFM- Beschwerdestelle während der KSZE- Konferenz eingerichtet war. Die Journalisten filmten dabei Karten mit Angaben über Straflager und Gefängnisse und diskutierten mit den Mitarbeitern ausführlich über den Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion und das Schicksal der sowjetischen Helsinki-Gruppen.
  • Am 4. September 1987: Übergabe von über 2.600 Gesuchen von DDR-Bürgern in der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn
  • Am Tag des Honecker- Besuches in Westdeutschland erschien in zehn Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 1.708.500 Stück die Anzeige der IGFM, die den "Schießbefehl" an der Mauer und der innerdeutschen Grenze als eine Form der Todesstrafe ächtete und an die DDR- Regierung appellierte, den Schießbefehl abzuschaffen. Diese Anzeige wurde aus Spenden von insgesamt 1.300 Personen unterstützt.
  • Trotz der Versorgungsnot in Rumänien wollte Präsident Ceausescu keine ausländische Hilfe annehmen. Ab Dezember gingen bei der IGFM täglich Bittbriefe ein, ein Telefonnotdienst musste errichtet werden. Noch im Dezember startete die IGFM in Eigenregie mit 1.000 Paketen nach Siebenbürgen. Die "Paketbrücke" wurde in der ganzen Bundesrepublik bekannt, eine Welle der Solidarität setzte ein.
  • Gründung der ersten Arbeitsgruppe der IGFM in St.Petersburg/Sowjetunion
  • Angriffe durch marxistische Gruppen auf dem evangelischen Kirchentag. Die ständigen Angriffe der Staatssicherheit der DDR auf die IGFM zeigen Wirkung.

1988

  • Zwischen Anfang Dezember 1987 und Mitte April 1988 wurden mehr als 600 Festnahmen in der DDR aus politischen Gründen bekannt, die meisten im Zusammenhang mit Ausreiseanträgen oder Demonstrationen, einige wegen Fluchtversuchs.
  • Die IGFM berichtete darüber hinaus über die Lage der Frauen und religiöser Minderheiten im Iran, die Fortschritte bei der Abschaffung der Apartheid in Südafrika, über die anhaltenden, schweren Menschenrechtsverletzungen in Kuba, Nicaragua, Jugoslawien, Chile, Sambia, Zaire, China, Vietnam, in der Tschechoslowakei und über Zwangsumsiedlung in Simbabwe.
  • Veröffentlichung einer neuen Dokumentation "Gefangen, verschwunden, ermordet" zur Lage der Menschenrechte in den SWAPO- Lagern von Angola und Sambia
  • Dokumentation "der CSSR-Gulag - Ein Bericht der Charta 77"

1989/1990

Das Jahr 1989 war das Schicksalsjahr der osteuropäischen Diktaturen. Es muss in der Berichterstattung geteilt werden in die Zeit vor dem 9. November 1989 und in die Zeit danach. Seit Gründung der IGFM bis zum Fall der Mauer haben die IGFM und ihre Helfer 25.000 Hilfegesuche aus der DDR bearbeitet, ab 1979 regelmäßig Sammelbeschwerden nach dem UNO- Verfahren 1503 eingereicht, ausführliche Dokumentationen an die Mitgliedstaaten der KSZE übergeben, Interventionen von Abgeordneten des Europaparlaments veranlasst und viele, viele persönliche Kontakte geknüpft.

  • Damit andere Themen unter den Eindrücken der Grenzöffnung und dem Fall der Berliner Mauer nicht verblassen, hat die IGFM nie zuvor so viele Aktionen und Informationen dokumentiert wie in dieser turbulenten Zeit: über Namibia "Rückkehr in die Unfreiheit", über Hongkong "Die vietnamesischen Boat-people in Hongkong", über die DDR "Die Ausreisebewegung in der DDR" sowie die Dokumentationen "Der Berliner Kirchentag und die Meinungsfreiheit", "Gewalt auf dem Berliner Kirchentag 1989" und in englischer Sprache "In the grip of the Sandinastas" u.a..
  • Im Zusammenhang mit der bevorstehenden KSZE-Konferenz in Moskau Aufbau eines permanenten Beschwerdebüros für sowjetische Bürger.
  • Acht Transporte mit Lebensmitteln und Medikamenten gingen nach Polen und Rumänien.
  • Zwei Vertreter der IGFM studierten in Hongkong die Lage der Vietnam- Flüchtlinge und traten bei den Behörden gegen die Zwangsabschiebung nach Vietnam ein.
  • Bericht über Folterlager des ANC in Südafrika.

1991 - Jahre der Orientierung - Der "homo sowjeticus" muss überwunden werden

  • Ausbau von Kontakten in den Osteuropäischen Ländern
  • IGFM- Gruppe in Lettland gründete eine Juristenkommission, um die Verletzungen der Menschenrechte besser recherchieren und dokumentieren zu können
  • Auf Einladung des georgischen Parlaments entsendet IGFM Wahlbeobacher zu den Wahlen des Staatspräsidenten.
  • 30.000 Exemplare der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wurden in die Rumänische Sprache übersetzt und dort verbreitet.
  • Beginn des Projekts "Von beiden Seiten Brücken bauen" in Schlesien/ Polen: muttersprachlicher Deutschunterricht für die deutsche Minderheit in Oberschlesien und Polen (ehrenamtliches Angebot von Lehrern, meist pensioniert).
  • Anfang 1991 lief die "Winterhilfe Russland" an, im Januar fuhren vier Lastwagen nach Leningrad, im Februar fünf Lastwagen nach Kiew und Charkow, im März drei Lastwagen nach Suzdal. Sie brachten Lebensmittel, Medikamente und Kleidung zu den Notleidenden.
  • Die langjährige IGFM- Mitarbeiterin Wanda Wahnsiedler fuhr mit einer Gruppe internationaler Journalisten in ein Straflager in Welsk. Ihrem Antrag beim Innenministerium wurde stattgegeben und so durfte sie unter vier Augen und ohne Bewachung mit Gefangenen sprechen. Ein ausführlicher Bericht über fortgesetzte Menschenrechtsverletzungen in Gefängnissen und Straflagern wurde KSZE- Delegierten auf der zu der Zeit tagenden KSZE- Konferenz in Moskau übergeben.
  • Dokumentation "Schule des Hasses und der Gewalt". Bericht über die "Dedowtschina", die brutale Herrschaft der Älterdienenden in der sowjetischen Armee

1992

  • Im gesamten Jahr 1992 stand der Krieg in Kroatien und Bosnien- Herzegowina im Mittelpunkt der Berichterstattung und der humanitären Hilfe. Erste Forderung der IGFM nach Einrichtung eines Internationalen Tribunals zur Aburteilung von Kriegsverbrechern
  • Wir berichteten erstmals über den vietnamesischen Bürgerrechtler Prof. Doan Viet Hoat, der neben anderen politischen Gefangenen aus China, Kuba oder Georgien in den Folgejahren am nachhaltigsten von der IGFM betreut wurde.
  • IGFM berichtet über hunderte politische Gefangenen und schwere, systematische Menschenrechtsverletzungen in Georgien; versucht vergeblich, für den gestürzten ersten demokratisch gewählten Präsidenten Gamsachurdia, früher Leiter der mit der IGFM assoziierten georgischen Helsinkigruppe, ein Aufnahmeland in Europa zu finden.
  • Dokumentation "Deutsche Minderheit in der GUS"
  • Dokumentation "Jagd auf Castros Kritiker" mit umfangreicher Schilderung der Lage politischer Gefangener auf Kuba

1993

  • Für die Opfer des Krieges in Kroatien und Bosnien leistete die IGFM bedeutende humanitäre Hilfe: Betreuungsprojekt für vergewaltigte Frauen in den Lagern Omarska und Varasdin, Unterstützung des Notkrankenhauses in Rumboci und der Frauenklinik Petrova/ Zagreb, Medikamentenhilfe zur Behandlung vergewaltigter Frauen gegen Geschlechtskrankheiten, Unterstützung von Halb- und Vollwaisen und vieles mehr; in zehn Transporten wurde humanitäre Hilfe im Wert von über 3 Millionen DM nach Kroatien und Bosnien- Herzegowina gebracht.
  • Die IGFM befasste sich intensiv mit der Humanisierung des Strafvollzugs in der ehemaligen Sowjetunion. Besuch nahezu jeden Lagers und Gefängnisses durch ein Netz von Helfern. Kampf gegen Telefonurteile und Aufklärung des Gefängnispersonals
  • Patenschaftsprojekt für arme kinderreiche Familien in der GUS
  • Gründung einer russischen sowie einer ukrainischen Sektion; Auf- und Ausbau einer stabilen Zusammenarbeit. Als Arbeitschwerpunkt der Sektionen entwickelte sich die Beobachtung der Menschenrechtslage in der Armee und in den Gefängnissen, das Fördern von Bewusstsein für Menschenrechte und Demokratie in der Bevölkerung durch die Beratung in sozialen Angelegenheiten (v.a. in Russland) sowie Mitorganisation bei humanitären Hilfsaktionen.
  • Dokumentation "Klageschrift des Liu Gang", Bericht aus chinesischer Haft
  • Dokumentation "Traditionelle Bräuche und Frauenrechte in Westafrika", u.a. mit Behandlung der Beschneidungspraxis in mehreren westafrikanischen Staaten.
  • Dokumentation "Ethnische Säuberung im Kosovo"
  • Dokumentation "Unlock the Laogaidui" - Bericht über Zwangsarbeit in China
  • Dokumentation "Bosnien-Herzegowina: Das Drama der vergewaltigten Frauen und ihrer Kinder"

1994 - Aufbau einer bürgerlichen Gesellschaft in der GUS

  • Ein besonderes Ereignis war die Überreichung des ersten "Weißbuches" über die Lage der Menschenrechte in Russland im Rahmen des Besuches des russischen Präsidenten Jelzin in Deutschland vom 11. bis 13. Mai 1994. Mehr als 30 Bürgerrechtler und Wissenschaftler hatten je einen Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus der eigenen Sicht bearbeitet. Es erschien in einer Auflage von 20.000 Stück.
  • "Stimme der Opfer" - Projekt zur Unterstützung der Opfer in Kroatien und Bosnien- Herzegowina: Sammlung von Opfer- und Zeugenberichten, Unterstützung des Kriegsverbrecher- Tribunals in Den Haag, Forderung nach Einrichtung eines permanenten Strafgerichtshof
  • schlechte Versorgungslage auf Kuba - die IGFM berichtete; eine IGFM- Delegation besuchte außerdem den amerikanischen Marinestützpunkt Guantánamo, wo 32.000 kubanische Flüchtlinge unter schlechten hygienischen Bedingungen interniert wurden

1995

  • Beginn der systematischen Unterschriftensammlung für den "Appell von Den Haag"", den bereits in kurzer Zeit mehr als 200 Organisationen unterstützten
  • Bis Ende 1995 konnten wir über 3.000 von den vielen tausend Fragebögen, die wir in kroatischer, serbischer, bosnischer, deutscher und englischer Sprache in Flüchtlingsstätten verteilt hatten, dem Staatsanwalt in Den Haag persönlich übergeben.
  • In Tschetschenien schmetterte Russland jeden Versuch einer Friedensstiftung von außen ab. Russische Bürgerrechtler dokumentierten die Verbrechen auf beiden Seiten. Sergej Kowaljow und IGFM- Mitglied Julji Rybakow waren mehrmals in Tschetschenien, leisteten Hilfe und berichteten der IGFM.

1996

  • Das Projekt "Aufbau einer bürgerlichen Gesellschaft in der GUS" als Konsequenz aus der Beobachtung der Menschenrechte in Russland - festgehalten im "Weißbuch Russland" - war ein gewaltiger, aber erfolgreicher Kraftakt der Deutschen, Russischen und Ukrainischen Sektion. Bis zum Abschluss des Projekts nahmen über 2.500 Multiplikatoren an 60 zweitägigen Seminaren und weiteren Schulvorlesungen in 15 Städten in Russland und der Ukraine teil. Dieses Projekt wurde zu 65% von der Europäischen Gemeinschaft mitfinanziert. Die Liste der Themen war mit der EU abgestimmt: Demokratie, Internationale Menschenrechtsabkommen, Menschenrechtsinstitutionen, Soziale Rechte, Minderheitenrechte, Gleichheit der Geschlechter u.v.m..
  • Fortsetzung unserer laufenden Kampagnen zu den Ländern China und Hongkong, Vietnam, Nordkorea, Kuba, zu vielen afrikanischen Ländern
  • Humanitäre Hilfe in Rumänien, Kroatien und Bosnien und Transporte nach Litauen und Lettland
  • Neue Wanderausstellung "Menschenskind - die weltweite Verletzung der Kinderrechte"
  • Förderung von Deutschkursen in Schlesien
  • Unterstützung der "Kinderküchen" in Russland und der Ukraine (warme Mittagessen für arme Kinder aus kinderreichen oder unvollständigen Familien und Waisenkinder)
  • Betreuung armer, alter Menschen, von Stalinopfern und ehemaliger politischer Gefangene durch die ukrainische Sektion mit Hilfe deutscher Spendenmittel (Geld, Medikamente, Lebensmittel, Bekleidung)
  • 1. Schülerwettbewerb zum Thema Menschenrechte, an dem mehrere Hundert Schüler aus der Ukraine, Russland und Weißrussland teilnahmen. Die Gewinner wurden zur Jahreshauptversammlung nach Deutschland eingeladen.
  • Abschluss des Patenschaftsprojekts für arme kinderreiche Familien in der GUS (in drei Jahren waren über 415.000 DM überbracht worden)
  • Dokumentation "Straßenkinder in der Sowjetunion: Das Menetekel postsowjetischer Reakität"

1997

  • Die IGFM wird 25 Jahre. Aus diesem Anlass erscheint eine Dokumentation über ihre Geschichte, Entwicklung und Tätigkeiten.
  • Schwerpunkte der Berichterstattung in der Zeitschrift MENSCHENRECHTE: Asien (China, Vietnam, Nordkorea, Pakistan), Naher Osten (Türkei, Irak, Saudi-Arabien u.a.), GUS (Russland, Litauen, Lettland, Georgien, Ukraine u.a.), Lateinamerika (Kuba), Afrika (Kongo, Ägypten, Sudan und Nigeria) als Länderinformationen und Religionsfreiheit als durchziehendes Thema
  • Beginn des EU-geförderten Projekts "Menschenrechtsbildung in der ukrainischen Armee": Seminare für Militär-Angehörige über diverse Menschenrechtsfragen
  • IGFM-Kampagne zu Hongkong "Menschenrechte vor Landrechten": Am 1.Juli 1997 wird Hongkong, ehemals britische Kronkolonie an die kommunistische Regierung in Peking übergeben. Kontaktaufbau zur und Förderung der Demokratiebewegung um Emily Lau und Martin Lie.
  • In Goma (Kongo) unterhält der deutsche Herrmann Bormann mit Hilfe von deutschen Spendengeldern ein Waisenhaus mit bis zu 400 Waisenkindern.
  • Acht LKW- Transporte mit humanitären Hilfsgütern fahren nach Litauen und Lettland, zu Krankenhäusern und Heimen.
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1998

  • "Gulag - seine Erbauer, Insassen und Opfer" ist der Titel eines Buches, das die russische Sektion mit Unterstützung der deutschen Sektion in russischer Sprache herausgegeben hat.
  • 2 Suppenküchen in Moskau für etwa 100 Kinder; auf einem orthodoxen Weihnachtsfest erhielten 300 Kinder kindgerechte Lebensmittelpakete
  • Paketaktionen für kinderreiche, arme Familien sowie alte ehemalige Stalinopfer
  • Hilfsgütertransport mit 150 Paketen im Mai und 210 Paketen im November nach Kiew zum Verein der ehemaligen Opfer des Stalinismus und an die Vereinigung kinderreicher Familien
  • Seit Januar 1998: Unterstützung von 7 Familienkinderheimen in mehreren ukrainischen Städten mit insgesamt 72 Kindern, dort werden sie eingekleidet und bekommen genug zu essen
  • ukrainische Sektion: regelmäßige Unterstützung eines Internats für diabeteskranke Kinder in Charkow und der Kinderstationen zweier Krankenhäuser in Kiew und Charkow (Leukämie und Tschernobyl-Kinder). Alle Aktivitäten für Kinder werden aus dem Kinderfonds vollfinanziert.
  • Projekt "Altenhilfe": 250 Lebensmittelpakete wurden auf einem orthodoxen Weihnachtsfest in der Ukraine an alte Menschen verteilt
  • 10 Hilfsgütertransporte nach Litauen und 6 Transporte nach Lettland
  • Neugründung einer Sektion in Rumänien; Unterstützung des Diabetiker- und Krebs-Selbsthilfezentrums in Mediasch/ Siebenbürgen sowie eines Kinderkrankenhauses für aidskranke Kinder, das drei Transporte mit ca. 60 Tonnen Hilfsgütern erhielt (Siebenbürgen ist heute Ziel regelmäßiger Hilfsgütertransporte; die Zusammenarbeit mit der rumänischen Sektion funktioniert sehr gut)
  • Beobachtung und Dokumentation der Menschenrechtsverletzungen im Kosovo: Die IGFM tritt für die Loslösung des Kosovo von Jugoslawien ein, macht vor allem auf das Schicksal der massiv verfolgten Volksgruppe der Kosovo-Albaner aufmerksam und kämpft gegen die Straflosigkeit von Kriegsverbrechern; die IGFM unterstützt humanitäre Hilfsprojekte anderer Organisationen mit finanziellen Mitteln.
  • Weitere Länder in der IGFM Berichterstattung: Vietnam, China und Pakistan, bei denen die IGFM vor allem die Entwicklung der Religionsfreiheit und die Lage der Minderheiten stark beobachtet; China, Georgien und Kuba stehen in starker Kritik wegen der zahlreichen politischen Gefangenen
  • In Erinnerung an den pakistanischen Menschenrechtskämpfers Bischof John Joseph Gründung des "Bischof-Joseph-Kreises" als Teil des IGFM-Arbeitsbereiches "Religionsfreiheit", der sich speziell mit der Verfolgung von Christen weltweit beschäftigt; im gesamten Arbeitsbereich werden etwa 30 Länder regelmäßig zur Verfolgung jeglicher religiöser Minderheiten untersucht; Länder wie Türkei, Pakistan, Sudan, China und Vietnam werden ständig bearbeitet.
  • Gründung einer IGFM-Sektion in Uzbekistan
  • 1. "Menschenrechtsolympiade" in der Slowakei, die neben dem Schülerwettbewerb Teil der IGFM-Arbeit der Menschenrechtsbildung wird

1999

  • Weiterhin unter Präsident Eduard Schewardnadse über 100 politische Gefangene in georgischen Gefängnissen, drei Gefangene starben an den Folgen der Haftbedingungen und Folter.
  • Großaktion im Jahr 1999: Schuhaktion für die Flüchtlinge in Albanien, Mazedonien und im Kosovo; 10.000 Paar Schuhe und zahlreiche Sachspenden wurden in mehreren Transporten an ihre Zielorte gebracht.
  • 1.021 individuelle Pakete wurden wieder nach Rumänien geschickt sowie Geldspenden in Höhe von 48.000 DM. Die Hilfe kommt vor allem notleidenden Behinderten und Kranken zugute. Ein Highlight war die Unterstützung durch die Benefiz-Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks in Höhe von 25.000 DM für ein Kinderheim in Rumänien.
  • Für die Sonderpublikation "50 Jahre China - 50 Jahre Menschenrechtsverletzungen" konnte die IGFM 18 namhafte China-Kenner aus China, Hongkong, Taiwan und Deutschland gewinnen, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Lage der Menschenrechte in China befassten.
  • Der Kongo ist Bürgerkriegsschauplatz. Das Waisenhaus-Projekt in Goma muss leider aufgegeben werden, weil die Sicherheit der Helfer nicht mehr gewährleistet war

2000 - Ein neues Jahrtausend - Zeitenwende auch für die Menschenrechte? - Neue An- und Herausforderungen für die IGFM

  • Häufigste Berichterstattung: Georgien, Kuba, Vietnam, Türkei, Tschetschenien und Kongo
  • Zu den Ausstellungen "Menschenskind" und "Internationaler Gerichtshof" kommt eine weitere hinzu: "Neue christliche Märtyrer - eine Herausforderung für die Menschenrechte"
  • Aufnahme von drei EU- geförderten Projekten: Aufbau einer Druckerei für NGOs in Rumänien, Verbreitung des Wissens über den Internationalen Strafgerichtshof, Hilfe für NGOs beim Aufbau einer bürgerlichen Gesellschaft in Usbekistan
  • Fallarbeit zu politischen Gefangenen auf Kuba, Russlanddeutschen und der verfolgten religiösen Gruppe der Jesiden im Georgien
  • Ukraine: Aus den Anfängen einer Suppenküche für 100 arme Kinder und einem Patenschaftsprojekt für kinderreiche Familien Mitte der 90er Jahre hat die IGFM (deutsche und ukrainische Sektion) mittlerweile ein umfangreiches Hilfsangebot entwickelt. Es sind dauerhaft tätige Sozialstationen und Beratungszentren mit mehreren hundert ehrenamtlichen Helfern entstanden, so in Kiew, Charkow, Dnepropetrowsk, Zhitomir, Lviv und Odessa.

2001

  • Vietnam: Am 16. Mai 2001 wird Pfarrer Ly unter starkem Einsatz der Polizei verhaftet. Er hatte sich zusammen mit anderen Katholiken für die Rückgabe von Kirchengrundstücken und der Anerkennung religiöser Aktivitäten und Religionsfreiheit eingesetzt. Sein Schicksal und das seiner Unterstützer wird zu einem großen Bestandteil der Fallarbeit im Bereich Vietnam/ Christenverfolgung; mit der Einrichtung eines Fonds und des Projekts "Pfarrpatenschaften" soll engagierten und deswegen verfolgten Pfarrern geholfen werden. Ein weiterer Vietnamese und Zeuge von Menschenrechtsverletzungen, Herr Pham Kim Long, besuchte die IGFM-Jahresversammlung
  • Neue Kampagne zum IStGH; IGFM wurde Mitglied der Internationalen Koalition für den IStGH mit Sitz in New York
  • Die IGFM setzt sich für politische Gefangene in mehreren Ländern ein: Prof. Alpha Condé (Oppositionsführer in Guinea/ Conakry, für den sich die IGFM seit 1998 einsetzt), Ilie Ilascu (der in einem der letzten klassischen sowjetischen Schauprozesse zum Tode verurteilt wurde; für ihn setzte sich die IGFM seit 1993 ein); Dr. Farooq Sattar, Bürgermeister der pakistanischen 15-Millionen-Metropole Karachi, war am 7.Februar 2000 festgenommen und zu 14 Jahren Haft verurteilt, aber ebenfalls wieder freigelassen worden und besuchte im Januar 2001 die IGFM, um sich persönlich für die Unterstützung zu bedanken

2002

  • Teilnahme an Konferenz von Rom als Beobachter. Installation des Internationalen Strafgerichtshof; IGFM kritisiert: ohne die Anerkennung der USA, China und Rußland bleibt er ein Weltgericht zweiter Klasse.
  • Dokumentation: der Internationale Strafgerichtshof
  • IGFM dokumentiert Geheimdienstaktionen Vietnams in Deutschland. Am 13. März vergangenen Jahres berichteten wir, daß unter den in Norddeutschland lebenden vietnamesischen Flüchtlingen große Angst herrsche, weil sie von deutschen Behörden gezwungen worden seien, sich der Ausforschung des vietnamesischen Sicherheitsdienstes zu unterziehen.
  • Vorort-Untersuchung der Lage der Christen in der Türkei. Mehrfach hatte die IGFM im vergangenen Jahr vor Zustimmung zu einem EU-Beitritt die Erfüllung diverser Kriterien verlangt (Gegenstand mehrerer Appelle und Aktionen)
  • In der Berichterstattung über Exzesse im Krieg in Tschetschenien, über die Entführungen und Morde, über den Verdacht des Handels mit Organen verschleppter Tschetschenen haben wir mehrfach sehr deutlich die russische Regierung aufgefordert, Kriegsverbrecher zu verfolgen und zu verurteilen, statt sie - wie im Falle des Oberst Budanow geschehen - für zeitweilig unzurechnungsfähig zu erklären und freizulassen.
  • Aktionen gegen die fortgesetzte Verfolgung von die Falun Gong in China.
  • Themen waren wieder die politischen Gefangenen auf Kuba, die mangelnde Religionsfreiheit in Saudi Arabien, Indonesien, Vietnam, Nordkorea, Nepal, Indien, Pakistan, Malediven, Georgien, Usbekistan und anderen Staaten; die Verfolgung von Pfarrern in Simbabwe.
  • Wir nahmen Stellung zum Vorhaben der Regierung Brandenburgs, den Landesbeauftragten für die Aufarbeitung von Stasi-Unrecht abzuschaffen, bzw. der Landeszentrale für politische Bildung anzugliedern
  • Für die Nachwelt gesichert: Aus Einzelgesprächen mit ehemaligen Insassen sowjetischer Zwangslager im Rahmen der humanitären Betreuung durch die IGFM entsteht Im Stocker-Verlag in Graz die deutsche Ausgabe des "Schwarzbuch Gulag"

2003

  • Kampagne gegen barbarische Strafen, insbesondere zur Überwindung der Steinigung. Die IGFM sammelte über 300.000 Unterschriften für die Rettung der zur Steinigung verurteilten Amina Lawal. Die IGFM setzt ihre Kampagne zur weltweiten Ächtung der Steinigung fort.
  • In Kuba werden im Frühjahr 75 Oppositionelle, Bürgerrechtler und Journalisten zu sehr langen Haftstrafen verurteilt - Kuba ist wieder ein Schwerpunkt der IGFM-Öffentlichkeitsarbeit und zum wiederholten Male Gegenstand einer Eingabe an die Vereinten Nationen.
    * China schafft es wieder, trotz schwerer Menschenrechtsverletzungen nicht Behandlungsgegenstand der UNO- Menschenrechtskommission zu sein und Kuba wurde auch noch zum Mitglied derselben berufen - zwei Länder, in denen Verbrechen geschehen, auf die auf IGFM ständig aufmerksam macht.
  • Regierungswechsel in Georgien: Ehemalige politische Gefangene danken der IGFM für den unermüdlichen Einsatz.
  • Unter dem Vorwand des Sicherheitsschutzes wurden 2003 in Vietnam nahezu 100 Menschen verhaftet oder unter Hausarrest gestellt. Vietnam setzt die Verfolgung der Christen unter den ethnischen Minderheiten in Zentral- und Nordvietnam fort und startet eine neue Verhaftungswelle gegen Buddhisten. Vietnam war schon lange und ist nachwievor ein Land, auf das die IGFM in der Fall- und Öffentlichkeitsarbeit so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu lenken beabsichtigt.
  • Erste Ausgabe der online-Zeitung "Asien-Report".
  • Am 22. November 2003 richtete die Falun Gong Bewegung eine Benefizgala im Roten Rathaus in Berlin zugunsten der IGFM aus. Künstler aus mehreren Ländern verzichtete auf ihre Honorar zugunsten der Arbeit gegen die fortgesetzte und schwere Verfolgung der Falun Gong Praktizierenden in der VR China.
  • Die IGFM erhält die Anerkennung des Beobachterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (kurz ECOSOC).
  • Bischof-Joseph-Kreis wird umbenannt in "verfolgte Christen aktuell"
  • In einer Weihnachtsaktion verschickte die IGFM vier als Fußfesseln umgestaltete Christbaumkugeln an 30 Staatsoberhäupter verbunden mit einem Brief, in dem die IGFM an die politisch Verfolgten und Inhaftierten in deren Staaten erinnert und ihre Freilassung fordert.
  • Arbeitsschwerpunkte im Jahr 2003: Türkei als Länderthema und Überwindung barbarischer Strafen wie die Steinigung als Sachthema. Moldau - nun das ärmste Land Europas - in das Betreuungsprogramm durch Transporte und Patenschaften für Kinder aus unvollständigen Familien und Waisen aufgenommen und besonders gefördert. Der Beobachtung der Religionsfreiheit mit dem Schwerpunkt "Verfolgte Christen" wird weiterhin höchste Aufmerksamkeit geschenkt. Beobachtung der Lage von Minderheiten, die durch Mißachtung anerkannter Völkerrechtnormen als angebliche Antiterrormaßnahmen zu Schaden kommen.

2004

  • Kampagne gegen barbarische Strafen wird fortgesetzt, Schwerpunkt 2004: Amputation und Prügelstrafen
  • Protestaktionen gegen Mißbrauch von Leichen und Leichenteilen in "Körperwelten"
  • Unterschriftensammlung und Anzeigenkampagnen für Rechtssicherheit der Christen in der Türkei.
  • Abschluß des Drei-Jahres-Projekts "Demokratisierung der ukrainischen Armee"; Druck und Verteilung von 120.000 Rekrutenbroschüren mit Zustimmung des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Fortsetzung des Zwei-Jahresprojekts zur Lehrerfortbildung über die Lebensertüchtigung von Heimkindern im Rayon Leningrad.
  • Intensive Berichterstattung über die Lage der ethnischen Minderheiten in Vietnam.
  • Verzeichnis von fast 300 politischen Gefangenen in Kuba veröffentlicht.
  • Xiong Wei, chinesische Bürgerrechtlerin und Falun Gong-Proaktizierende, ehemals Studentin der TU-Berlin, wird nach zwei Jahren aus Umerziehungslager entlassen und kann mit IGFM-Hilfe nach Deutschland ausreisen. (35.000 Unterschriften gesammelt, ca. 6.000 Postkarten an die Haftadresse verschickt.)

2005

In Arbeit...

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00