Konvertiten aus dem Islam


Foto: © IGFM

Rund 20 Teilnehmer besuchten vom 16. bis 18. September 2005 in Gelnhausen das IGFM-Wochendseminar "Konvertiten aus dem Islam". Hauptreferent war der auch durch Fernsehberichte bekannt gewordene evangelische Pastor Winfried Kahla, Iran-Seelsorger der EKD und von 1970 bis 1976 Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde in Isfahan. Elke Beuerle, Vorsitzende des Arbeitsausschusses "Religionsfreiheit/Verfolgte Christen" und Walter Flick, Referent für Religionsfreiheit der IGFM, waren für die Seminarleitung verantwortlich. Pastor Kahla berichtete zunächst über die bedrängte Lage von Christen in der Islamischen Republik Iran.

Ein Muslim kann im Iran nicht legal aus seiner Religion austreten

Wie gefährdet christliche Konvertiten aus dem Islam im Iran sind, zeigen beispielsweise die Ermordung des zum Christentum übergetretenen Pastors Mehdi Dibaj und weiterer Protestanten. Christliche Gemeinden müssen Erklärungen unterschreiben, dass sie nicht missionieren und Polizeibeamte kontrollieren die Besucher bei Gottesdiensten.

Fragwürdige deutsche Asylpraxis

Es gibt eine Erweckungsbewegung in der protestantischen Untergrundkirche. Manche Muslime kommen aus dem Iran extra zu Pastor Kahla nach Deutschland zur Taufe und kehren dann wieder zurück. Pastor Kahla hat in den letzten 20 Jahren über 600 Muslime in Deutschland nach gründlicher Prüfung getauft. Ein Konvertit, so Kahla, kann nicht schweigen, will bekennen und andere zum Evangelium einladen. Dies muß, so Kahla, auch zum "religiösen Existenzminimum" eines zum christlichen Glauben gewechselten gehören. Kahla kritisierte in diesem Zusammenhang die deutsche Asylpraxis. Es wird im Iran bekannt, wenn Iraner in Deutschland zum Christentum übertreten. So wurde ein Iraner nach seiner Abschiebung aus Deutschland sofort am Flughafen in Teheran verhaftet und gefoltert.

Ein Konvertit berichtet

Als weiterer Referent berichtete der im Libanon geborene Ahmed Turkamani , Mitarbeiter des "Evangeliumsdienstes Mittlerer Osten" (EMO; Wiesbaden) über seinen Weg zum Christentum. Wichtig sei auch die Betreuung christlicher Konvertiten aus dem Islam, zum Beispiel Rechts- und Sprachhilfe und die Vermittlung von Geborgenheit im Christentum. In einem Abschlussgespräch wurde überlegt, wie man dem Thema zu größerer Aufmerksamkeit verhelfen könne, beispielsweise  über eine Anzeige in einer großen Zeitung, eine Kampagne für das Menschenrecht "Religionswechsel", und verschiedene Appelle. Auch über die Bereitstellung von Flucht-Wohnungen wurde nachgedacht.

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