Koptische Christen - Bedrängte Minderheit in Ägypten


Foto: © IGFM

Im koptischen Zentrum Waldsolms-Kröffelbach veranstaltete die IGFM am 2. Juli 2005 ein Tagesseminar über die Situation der Kopten, der christlichen Ursprungsbevölkerung Ägyptens. Die gut 30 Teilnehmer des Seminars erhielten vor allem Informationen und Bildpräsentationen zum Leben der Kopten und Einblicke in einzelne Schicksale. Auf dem Programm stand außerdem eine Kirchenführung sowie Erläuterungen zu Ikonen und koptischen Traditionen. Zu den Referenten zählten unter anderem Professor Fouad Ibrahim und der evangelische Kopte Wassem Girgis.

Die Kopten berufen sich auf den Evangelisten Markus im 1. Jahrhundert. Sie verstehen sich als ?Kirche der Märtyrer? und beginnen ihre Zeitrechnung mit dem Jahr 284 n. Chr., der Thronbesteigung des römischen Kaisers und Christenverfolgers Diokletian. Nach koptischer Zeitrechnung entspricht daher das Jahr 2005 n. Chr. dem Jahr 1721. Gegenwärtig leben etwa 6000 Kopten in Deutschland. Weltweit wird ihre Zahl auf 11 Millionen geschätzt, davon 1,5 Millionen im Ausland. Etwa 200.000 von ihnen leben im Sudan.

Verfolgung seit dem 7. Jahrhundert
Seit dem 7. Jahrhundert unter der Herrschaft des Islam, gab es für die ägyptischen Christen Kopfsteuer, Zerstörung von Kirchen und stigmatisierende Kleidervorschriften. Die koptische Sprache wurde verboten. Heute sind Kopten in Ägypten weiter benachteiligt und bedrängt. Zwar enthält die ägyptische Verfassung ein Bekenntnis zu den Menschenrechten, aber in Artikel 2 wird der Koran als Hauptquelle allen Rechtes bezeichnet. Hieraus ergibt sich, dass Christen keine vollen Rechte haben. Zum Beispiel sind für den Bau und die Reparatur von Kirchen besondere Genehmigungen nötig, die in der Praxis über Jahrzehnte verschleppt oder auch nie erteilt werden. Obwohl die Kopten Steuerzahler sind, gibt es keine öffentlichen Gelder für koptische Schulen oder Kirchen. Christen stehen unter einem enormen wirtschaftlichem und sozialen Druck, zum Islam überzutreten. Es gibt schätzungsweise jährlich 12.000 Konversionen von Kopten zum Islam.

Bei einem Abschlussgespräch wurde unter anderem ein Katalog mit wesentlichen Forderungen skizziert.

Dazu gehören:

  • Strafverfolgung bei Verbrechen gegen Christen (vor allem Zwangsislamisierung und Vergewaltigung von Frauen)
  • Beendigung antichristlicher Kampagnen in Schulen und Medien.
  • Die Religionszugehörigkeit soll in Ausweispapieren und anderen Dokumenten nicht mehr aufgeführt werden.
  • Die Möglichkeit zur Renovierung und zum Neubau von Kirchen
  • Adäquate Repräsentanz der Kopten
  • Ungehinderte Freiheit des Religionswechsels von Muslimen

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

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