Kuba 2007: Juli-Gedenktage an zwei Massaker


Unbestraft, aber nicht vergessen

6. Juli 2007, Summit, New Jersey, USA

Kubanische Bottsflüchtlinge

Bild: PRIMA News Agency

Aus den abscheulichsten Gräueltaten, die das Castro-Regime in seiner langen Geschichte der Menschenrechtsverletzungen begangen hat, stechen zwei Vorfälle besonders hervor , das Canimar River Massaker und das Schlepper-Massaker. Beide fanden im Monat Juli statt und schildern auf ergreifende Weise die abgrundtiefe Verachtung von Menschenleben sowie die ungeheuerliche Verletzung des Rechts der kubanischen Bürger, ihr Land zu verlassen.

Am 6. July 1980 entführten drei Jugendliche ein Ausflugsboot, das im Inland entlang des landschaftlich reizvollen Canimar River in Richtung Matanzas Bay trieb. Überraschte Passagiere riefen ihre Zustimmung zu einer Flucht in die Vereinigten Staaten aus, aber der Sicherheitsbedienstete weigerte sich und schoss auf die Jugendlichen. Dabei verwundeten sie ihn mit Schusswaffen, die sie heimlich während ihrer Zeit beim Militär gestohlen hatten. Besorgt um seine Gesundheit schickten sie ihn zusammen mit einem Passagier, der das Land nicht verlassen wollte, zur Küste.

Alarmierte Behörden ordneten eine Verfolgung an. Hochgeschwindigkeitsboote der kubanischen Marine feuerten auf die Flüchtlinge und versuchten, dass Schiff zu versenken. Plötzlich tauchte ein Flugzeug der Luftwaffe auf und eröffnete das Feuer. Schließlich, die meisten waren noch nicht verwundet oder tot, ertranken sie, als Spezialboot, welches normalerweise in der Schwerindustrie eingesetzt wird, das Schiff rammte und zum Sinken brachte. Obwohl die Kapazität des Schiffes bei 100 Passagieren liegt, gab es nur 10 Überlebende. Die wirkliche Zahl der Opfer wurde geheim gehalten, aber der Tod von mindestens 56 Opfern, einschließlich 4 Kindern im Alter von 3, 9, 11 und 17 Jahren, ist bekannt. Die entdeckten Leichen wurden nicht den Familien übergeben und Begräbnisfeiern in den Gemeinden wurden untersagt. Die kubanische Regierung sprach von einem Unfall und die Überlebenden wurden durch Haftandrohung zum Schweigen gebracht und für Jahre überwacht.

Vierzehn Jahre später, am 13. Juli 1994, stieg eine Gruppe von etwa siebzig Menschen, einschließlich vieler Kinder, mitten in der Nacht an Bord des alten Schleppers "13 de marzo", um in die Vereinigten Staaten zu fliehen. Als sie sich gerade auf dem Weg aus dem Hafen von Havanna befanden, starteten drei Schlepper, die in der Dunkelheit warteten, eine Verfolgungsjagd. Sie besprühten das Boot mit Hochdruckwasserstrahlen, rissen schreiende Kinder aus den Armen ihrer Eltern und spülten Passagiere ins Meer. Schließlich versetzte ein angreifender Schlepper dem Schiff einen Stoß, der die "13 de marzo" versenkte. Passagiere, die in den Laderaum des Schiffes geflüchtet waren, ertranken. Sie waren eingeschlossen, als sie verzweifelt gegen die Wände hämmerten und die Kinder weinten vor Schreck. Menschen kämpften in der Dunkelheit der Nacht im Meer ums Überleben. Die drei verfolgenden Schlepper umkreisten sie und verursachten so Wellen und Wirbel, damit sie ertrinken. Der Angriff endete plötzlich, als ein Handelsschiff unter griechischer Flagge auf den kubanischen Hafen zusteuerte. Daraufhin kamen Marineschiffe und nahmen die Überlebenden auf. Zurück an Land wurden die geschockten Frauen und Kinder verhört und nach Hause geschickt. Die Männer wurden monatelang in Gewahrsam gehalten. Außerdem wurden ihnen psychotrope Drogen verabreicht. Keine der 37 Leichen (einschließlich 11 Kinder) wurde den Familien für ein Begräbnis zurückgegeben. Überlebenden und Verwandten der Toten wurden Informationen verweigert und sie wurden unter Überwachung gestellt. Viele verloren ihren Job und wurden systematisch von den Behörden drangsaliert.

Die kubanische Regierung sprach von einem Unfall und beschuldigte die Flüchtlinge sowie die Einwanderungspolitik der Vereinigten Staaten. Später sickerte durch, dass ein Spion in der Gruppe geholfen hatte, die Operation zu planen und damit ein Beispiel mitsamt brutaler Unterdrückung zu setzen. Ein internationaler Aufschrei forderte die Regierung auf, eine Untersuchung des Falles zu versprechen. Stattdessen jedoch verlieh sie dem Anführer der Operation, Schlepperkapitän Jesús Gonzáles Machín, die "Held der Kubanischen Revolution"-Medaille. Forderungen internationaler Organisationen nach Informationen und Entschädigung wurden allesamt missachtet.

Diese und andere Tragödien in Kuba werden größtenteils von der Weltpresse und der öffentlichen Meinung ignoriert. Bis heute hat das Castro-Regime jahrzehntelang systematisch Zivilisten umgebracht, die versucht hatten, ihr Land zu verlassen. Hunderte, vielleicht Tausende, wurden von Behörden getötet, weil sie versucht hatten, über das Meer zu flüchten, in ausländischen Botschaften Asyl zu beantragen oder auf die U.S.-Basis Guantánamo zu gelangen. Heute ist die U.S.-Basis in Kuba von Stacheldraht und Minen umgeben, mit kubanischen Grenzschützern, die darauf vorbereitet sind, zu schießen. Kubas Strafgesetzbuch bestraft noch immer Versuche, ohne Erlaubnis der Regierung das Staatsgebiet zu verlassen, mit bis zu 20 Jahren Haft oder der Todesstrafe. Im Laufe der Jahrzehnte saßen Tausende für diese so genannten Verbrechen in Haft. Heutzutage sitzt eine Zahl politischer Gefangener sehr lange Haftstrafen wegen des Versuchs der Flucht aus dem Land ab.

Cuba Archive appelliert an die Regierungen der Welt, internationale Organisationen und alle Menschen guten Willens, die kubanische Regierung für ihrer Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen und die Respektierung fundamentaler Menschenrechte der kubanischen Bürger auf Leben, Sicherheit und die Freiheit, ihr Land zu verlassen, zu fordern.

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

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