Juan Carlos Gonzáles Leiva: Blinder Bürgerrechtler in Kuba
Juan Carlos Gonzáles Leiva wurde wegen angeblicher "Störung der öffentlichen Ordnung", "Widerstand gegen die Staatsgewalt" und "Beleidigung von Fidel Castro" zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilt. |
Juan Carlos Gonzáles Leiva:
Die Gefängnisstrafe des kubanischen Rechtsanwaltes Juan Carlos Gonzáles Leiva ist im Dezember 2005 aus gesundheitlichen Gründen in einen 4-jährigen Hausarrest umgewandelt worden. Er wurde im April 2003 zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilt. Dabei berief sich das kubanische Gericht auf angebliche "Störung der öffentlichen Ordnung", "Widerstand gegen die Staatsgewalt" und "Beleidigung von Fidel Castro".
Ein Blinder kämpft für die Menschenrechte
Juan Carlos Gonzáles Leiva, der von Geburt an blind ist, studierte mit der Unterstützung von Familie und Freunden an der Universität von Havana Jura. Er schaffte seinen Abschluss im Jahr 1994. Im selben Jahr gründete er die unabhängige Bibliothek "Ignacio Agramonte" in Ciego de Ávila, wird Präsident der Kubanischen Stiftung für Menschenrechte (Foundation for Human Rights in Cuba - CFHR) und ist Gründer einer Reihe unabhängiger Initiativen für Presse- und Informationsfreiheit wie CAPI (Cooperativa Avileña de Periodistas Independientes), APLA (Agnecia de Prensa Libre Avileña) sowie CPIC (Colegio de Periodistas Independientes de Cmagüey). Jugend ohne Zensur (Jovenes sind Censura) heißt die jüngste Presseprojekt, die er zusammen mit Journalisten aus ganz Kuba ins Leben gerufen hat. Der umtriebige Menschrechtler Leiva ist außerdem Gründer der Organisation für Brüderlichkeit der unabhängigen Blinden (Fraternidad de Ciegos Independientes).
Insgesamt war er bereits etwa 15 Mal verhaftet worden, als er im März 2002 zusammen mit Lazaro Inglesias Estrada, Enrique García Moreján, Delio Laureano Requejo Rodriguez, Virgilio Mantilla Arango, Odalmis Hernández Marquez und Ana Paláez Garcia, sowie den Journalisten Láxter Tallez Castro und Carlos Brizuela Yera erneut festgenommen wurde. Als Grund warfen ihnen die Behörden Beteiligung an einer Protestaktionen im Hospital Antonio Lucas Iraola in Ciego de Ávila vor, welche zugunsten des Unabhängigen Journalist Jesús Alvarez Castillo stattgefunden hatte. Zwei der verhafteten Demonstranten erhielten Hausarrest, alle anderen wurden ohne Prozess in unterschiedliche Gefängnisse eingeliefert. Die lapidaren Gründe lauteten "schlechtes Benehmen" und "Missachtung des Gerichts". Leiva vermutet bis heute, dass er während seiner Inhaftierung Drogen gesetzt wurde, die ihn ruhigstellen sollten.
Drangsaliert, auch nach der Entlassung
Auch nach seiner Entlassung in die Freiheit wurde sein Haus in Januar 2006 zeitweise von Militärs umstellt. Außerdem wurde ihm Wasser, Strom und Telefon abgestellt. Die Staatsicherheit organisierte einen Mob von ca. 400 Personen, die sein Haus belagerten und lautstark regierungskonforme Slogans brüllten. Regierungstreue Schlägertrupps sind dafür gefürchtet, das Eigentum von Regimekritikern zu zerstören und Bürgerrechtler zu verprügeln. Die gewalttätigen Gruppen werden gezielt von der Kubanischen Staatssicherheit gegen jene Menschen eingesetzt, die sich für mehr Freiheit einsetzen. Leivas Vater, Augustín Gonzalez, ist immer noch eine Geisel der Regierung, da man ihm nicht ausreisen lässt, obwohl er im Besitz eines gültigen Reisevisums ist. Der Grund: man will Juan Carlos dazu zwingen, gemeinsam mit seinen Vater in die USA auszureisen. Gleichzeitig wurde ihm angedroht, erneut eingesperrt zu werden, sollte er seine Tätigkeit zugunsten der Menschenrechte nicht aufgeben. Dennoch hat Juan Carlos Leiva seine Menschenrechtsarbeit nicht aufgegeben.












