Laogai (劳改) - Das Zwangsarbeitslagersystem der Volksrepublik China
Zusammenfassung

- Das Laogai-System ist ein Synonym für politische Haft, Zwangsarbeit und Folter. Das Foto zeigt einen Beamten der Sektion "Politische Sicherheit" des Büros für Öffentliche Sicherheit des Stadt Yuzhou, Provinz Henan, Volksrepublik China. Das Opfer ist Mitglied einer evangelischen Hauskirche. Bild: Committee for the Investigation on Persecution of Relgion in China.
"Laogai"
Der Laogai-Komplex, zu dem heute mehr als 1.400 Haftanstalten gehören, ist spätestens seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion das größte Zwangsarbeitslagersystem der Welt. Schätzungsweise vier Millionen Menschen werden darin zur Zwangsarbeit gezwungen, sieben Tage die Woche, bis zu 16 Stunden am Tag. Folter und Gewalt, ungenügende Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln, Schlafentzug und die Verweigerung angemessener medizinischer Versorgung gehören zum Alltag vieler Gefangener. Vielfach werden Gefangene dazu gezwungen, Mitgefangene zu bespitzeln oder zu misshandeln. Die Zahl der Todesopfer wird von den Behörden der Volksrepublik China ebenso geheim gehalten wie die Zahl der Hinrichtungen. Heutige Schätzungen gehen davon aus, dass seit Errichtung der Lager 1949 zwischen 40 und 50 Millionen Menschen im Laogai inhaftiert waren.
Polizeidienststellen können ohne Richter und Anwälte Bürger der Volksrepublik China "administrativ" für bis zu vier Jahre zur "Umerziehung durch Arbeit" in Zwangsarbeitslager einweisen - ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren und ohne eine Möglichkeit zur Verteidigung oder Berufung. Obwohl diese Praxis völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge verletzt, ist die Regierung der Volksrepublik nicht gewillt, diese Praxis zu beenden. Im Gegenteil: In einer schriftlichen Stellungnahme an die "tageszeitung" erklärte die chinesische Botschaft im Jahr 2007 "Umerziehung durch Arbeit sei ein legitimes Mittel, um die innere Sicherheit zu gewährleisten."
Nicht nur Kriminelle und Drogenabhängige werde Opfer des Lagersystems, sondern auch solche, die aus politischen Gründen in Haft genommen wurden, z.B. Angehörige von unterdrückten Minderheiten wie Tibetern und Uiguren, Anhänger von religiösen Gruppen wie der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong oder Mitglieder einiger evangelischer Hausgemeinden, Gewerkschaftsaktivisten, Chinesen, die Petitionen einreichen, Bürgerrechtler und Aktivisten der chinesischen Demokratiebewegung.
Laogai ist eine chinesische Abkürzung des Begriffs "Lao Dong Gai Zao" und bedeutet wortwörtlich übersetzt "Reform durch Arbeit". Der Begriff wird häufig als Synonym für das gesamte Arbeitslagersystem in der Volksrepublik China verwendet. Er bezeichnet jedoch gleichzeitig eine spezifische Lager-Komponente innerhalb des Zwangsarbeitersystems. Da alle Informationen bezüglich der Lager als Staatsgeheimnis streng unter Verschluss gehalten werden, gibt es keine offiziellen Statistiken über die Anzahl der Lager und deren Insassen. Die unabhängige Laogai Research Foundation konnte jedoch bis Juni 2008 mindestens 1.422 Arbeitslager in der Volksrepublik identifizieren. Gründer dieser Stiftung ist IGFM-Kuratoriumsmitglied Harry Wu (吳弘達), der selbst insgesamt 19 Jahre als politischer Gefangener in Laogai-Lagern als Arbeitssklave ausgebeutet wurde. Die Laogai Research Foundation geht gegenwärtig von bis zu vier Millionen Häftlingen innerhalb des gesamten Laogai-Systems aus. Bei diesen Angaben muss berücksichtigt werden, dass es sich um Schätzungen handelt, die vor allem auf Zeugenaussagen beruhen. Zudem konnte die Laogai Research Foundation in den letzten Jahren kontinuierlich weitere Lager identifizieren.
Mehrere Lager- und Gefängnistypen
Innerhalb des chinesischen Arbeitslagersystems gibt es grundsätzlich zwei Haupt-Typen von Arbeitslagern, zwischen denen man differenzieren muss, nämlich Laogai und Laojiao, zu Deutsch "Umerziehung durch Arbeit". Dies hängt damit zusammen, dass es im chinesischen Rechtssystem zwei verschiedene Möglichkeiten der Verurteilung gibt.
Arbeitslager ohne Anklage und Prozesse
Im einen Fall wird der Angeklagte von einem ordentlichen Gericht formell nach chinesischem Recht rechtskräftig verurteilt. Das Strafmaß reicht von einigen Jahren bis hin zur lebenslangen Haft und ist in der Regel immer mit Zwangsarbeit verbunden. Arbeitslager, in denen formell verurteilte Häftlinge inhaftiert sind, werden als die eigentlichen Laogai-Lager bezeichnet.
Der andere Fall ist die sogenannte Administrativhaft. Auf diesem Weg können Personen von einer einfachen Polizeidienststelle zu Zwangsarbeit in einem Lager gezwungen werden, ohne dass es zu einer förmlichen Anklage, einer Verhandlung oder der Möglichkeiten auf Verteidigung oder Berufung für die Opfer kommt. Die Administrativhaft kann formell für bis zu drei Jahre verhängt und zusätzlich um ein weiteres Jahr verlängert werden und wird meist in Laojiao-Zwangsarbeitslagern verbüßt. In einigen seltenen Fällen kann die Administrativhaft auch auf Grundlage des Jiuye, zu Deutsch "Erzwungene Arbeitszuweisung", zeitlich gänzlich unbefristet von der Lagerleitung willkürlich verlängert werden. Administrativhaft und "Erzwungene Arbeitszuweisung" verletzen internationale rechtliche Mindeststandards und internationale Menschenrechtsabkommen.
Neben den zwei Hauptkomponenten, Laogai und Laojiao, gibt es im chinesischen Zwangsarbeitslagersystem noch weitere Unterkomponenten. Dazu zählen:
- Kanshousuo, zu Deutsch "Untersuchungsgefängnis";
- Shourong Qiansong, zu Deutsch "Verwahrung und Rückführung";
- Shourong Shencha, zu Deutsch "Verwahrung und Untersuchung";
- Shaoguansuo, zu Deutsch "Jugendhaftanstalt" und
- Jingshen Bingyuan, zu Deutsch "Psychiatrische Anstalt".
Außer in der zuletzt genannten psychiatrischen Anstalt werden in all diesen Einrichtungen die Insassen bis auf wenige Ausnahmen routinemäßig zur Zwangsarbeit genötigt. Selbst Personen, die sich in Untersuchungshaft befinden und noch eine reelle Chance haben, nicht verurteilt zu werden, sind davon nicht ausgenommen. Da sich die Haftbedingungen in den weit über tausend Lagern des Laogai-Zwangsarbeitersystems teilweise stark voneinander unterscheiden, ist es kaum möglich, präzise Verallgemeinerungen über Haftbedingungen innerhalb der verschiedenen Lagertypen zu treffen. Es steht jedoch außer Frage, dass tägliche Zwangsarbeit unter teils lebensgefährlichen Bedingungen, Anwendung von Folter und dem Fehlen von Rechtsstaatlichkeit schwerwiegende Verletzungen der auch für die Volksrepublik China völkerrechtlich bindenden Menschenrechtsdokumente sind.
Zusätzlich zu den Vorwürfen über Menschenrechtsverletzungen vermutet die IGFM, dass das Laogai-System in der Volksrepublik bewusst als Wirtschaftsfaktor genutzt wird. So ist fast allen Laogai-Arbeitslagern ein kommerziell ausgerichteter Betrieb angegliedert, der seine Produkte von Häftlingen unentgeltlich oder für einen Minimallohn im Rahmen der Zwangsarbeit herstellen lässt und diese Produkte sowohl auf dem Binnenmarkt als auch auf dem Exportmarkt vertreibt.
Versuche seitens ausländischer Regierungen, zumindest den Export von laogaigefertigten Produkten zu unterbinden, waren bisher kaum erfolgreich. So unterzeichneten die USA und die VR China am 7. August 1992 ein "Memorandum of Understanding" mit der Absicht den Export von Laogaigefertigten Produkten in die USA zu unterbinden. Da es jedoch zu Streitigkeiten zwischen den beiden Handelspartnern über die Umsetzung kam, unterzeichneten die USA und China am 14. März 1994 eine "Erklärung der Zusammenarbeit" ["Statement of Cooperation"] mit dem Ziel die Differenzen zu beseitigen. Nach dieser Erklärung sollte US-Beamten unter anderem die Möglichkeit einräumt werden, Laogai-Produktionsstätten zu besuchen, die im Verdacht stehen, Güter in die USA zu exportieren. Obwohl das US-amerikanische Außenministerium in seinem China Menschrechtsreport 1998 ["China Country Report on Human Rights Practicies for 1998"] feststellte, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den zwei Staaten zum Zwangsarbeiterproblem verbessert hat, bezeichnet der Bericht die Zusammenarbeit zugleich als insgesamt "inadäquat". So wurden 1999 mehrere Anfragen des US-Zollamtes zur Inspektion von Laogai-Produktionsstätten allesamt vom chinesischen Justizministerium ignoriert.
Offizielle Vermeidung des Begriffs
In ihrem Streben nach internationaler Anerkennung beschloss die chinesische Regierung im Jahr 1994, den Begriff "Laogai" aus dem offiziellen Sprachgebrauch zu streichen und durch die neutralere Formulierung "Jianyu", zu Deutsch "Gefängnis", zu ersetzen. Zuvor wurde der Begriff Laogai bereits im Ausland mit dem stalinistischen Gulag-System verglichen, der in der Tat einst als Vorbild für den chinesischen Laogai diente. Trotz der Namensänderung und einigen in den vergangen Jahren öffentlichkeitswirksam angekündigten Reformen besteht der Laogai mit seinen Unterkomponenten bis heute.
"Reform durch Arbeit" - Laogai
Laogai (劳改) [zu Deutsch: "Reform durch Arbeit"; im Englischen: "Reform Through Labour"; Abkürzung von "Lao Dong Gai Zao"] (劳动改造)
Laogai-Arbeitslager stellen die größte Komponente innerhalb des chinesischen Zwangsarbeitslagersystems dar. Die Laogai Research Foundation konnte bis Juni 2008 ca. 670 Laogai-Lager von insgesamt mindestens 1.422 verschiedenen Arbeitslagern in der Volksrepublik identifizieren, wobei die tatsächliche Anzahl der Lager vermutlich noch höher liegt. Auf die Laogai-Arbeitslager entfällt auch die Mehrheit der vermutlich bis zu 4 Millionen Häftlinge, die derzeitig im gesamten chinesischen Zwangsarbeitslagersystem inhaftiert sind.
Sträflinge, die ihre Haft in einem Laogai-Arbeitslager verbüßen, wurden zuvor in der Regel von einem Gericht formell nach chinesischem Recht rechtskräftig verurteilt. Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass die chinesische Justiz in ihrer Rechtsprechung von der regierenden Kommunistischen Partei Chinas abhängig ist. Die Justiz der Volksrepublik wird von der chinesischen Regierung als ein Instrument zur politischen Verfolgung eingesetzt. Daher zählen zu den Lagerinsassen neben gewöhnlichen Kriminellen auch Gewerkschafter, Bürgerrechtler, Dissidenten ethnischer und religiöser Minderheiten, wie Uiguren, Tibeter, Mitglieder von staatlich nicht anerkannten christlichen Kirchengemeinden und Falun Gong Praktizierende - selbst wenn sich diese nach internationalen Rechtsstandards kein Delikt zu Schulden haben kommen lassen. Auch die Länge und Härte der Strafen, die in der Volksrepublik gegen Kriminelle verhängt werden, ist teilweise unter Juristen und Menschenrechtlern umstritten. Nichtsdestotrotz gehen unabhängige Experten davon aus, dass es sich bei der Mehrheit der Laogai-Insassen um verurteilte Kriminelle und nicht politische Gefangene handelt.
Ausbeutung durch Zwangsarbeit und Haftbedingungen
Neben dem eklatanten Mangel an Rechtsstaatlichkeit und der Instrumentalisierung für politische Verfolgung steht Laogai wegen der Anwendung der Zwangsarbeit in der internationalen Kritik. Häftlinge werden unter anderem in Fabriken, in der Landwirtschaft, in Minen und im Bau eingesetzt. Zudem haben ehemalige Sträflinge davon berichtet, dass sie zum Beispiel krebserregenden Asbest ohne Schutzkleidung abbauen mussten. Zahlreiche andere Häftlinge gaben an, dass sie toxischen Chemikalien und Batteriesäure ohne Schutz ausgesetzt waren. Ebenso soll es immer wieder bei schweren Unfällen in den Arbeitslagern zu Todesfällen gekommen sein. So gehörten zu den vielen Tausend Todesopfern, die in den letzen Jahren bei den Einstürzen von Bergwerksschächten in China zu beklagen waren, auch viele Laogai-Gefangene.
Die deutsche Übersetzung des Wortes "Laogai" impliziert, dass die Gefangenen "reformiert", also "gebessert" werden. In der Praxis drängt sich der Schluss auf, dass die Gefangenen nicht nur eingeschüchtert, sondern dass ihr eigenständiger Wille gebrochen werden soll. Die Zwangsarbeit nimmt dabei eine zentrale Rolle ein, da die Insassen bei täglichen Arbeitszeiten von bis zu 14 Stunden unter harten Bedingungen beinah zwangsläufig an ihre physischen und mentalen Grenzen stoßen. In ihrem Bestreben, die Häftlinge nach ihren Vorstellungen zu "läutern", setzt die Lagerleitung zusätzlich noch auf den Ansatz der "Gedanken-Reform", die nicht mit Resozialisierungsmaßnahmen verwechselt werden darf.
Grundsätzlich ist es sehr schwierig, exakte Angaben über die Haftbedingungen in den vielen hundert Laogai-Lagern anzustellen. Dies gilt auch für den Aspekt der Gedanken-Reform. Ursprünglich versuchte die vor allem unter dem KP Vorsitzenden Mao hochgradig ideologisierte und totalitäre Kommunistische Partei Chinas, den Maoismus fest im Bewusstsein der Chinesen zu verwurzeln. Angebliche "Konterrevolutionäre" - eine Klassifizierung, die extrem vage ausgelegt wurde - sollten daher in den Zwangsarbeitslagern unter Anwendung von Folter und massiver Gehirnwäsche zu überzeugten Maoisten gemacht werden. Heutzutage ist der Staat wesentlich anspruchsloser geworden, was die Kontrolle über die Gedanken seiner Bürger angeht. Er greift in der Regel nicht mehr ein, solange sich Personen oder Personengruppen in der Öffentlichkeit apolitisch verhalten, die Kommunistische Partei und ihre Politik nicht kritisieren und die Eckpfeiler der Volksrepublik, insbesondere die Vormachtstellung der Kommunistischen Partei und die Ein-China-Politik uneingeschränkt anerkennen.
Dementsprechend gehören zu den heutigen Opfern der Gedanken-Reform primär Mitglieder von ethnischen und nicht-staatlich anerkannten religiösen Minderheiten. Diese werden heute noch dazu gezwungen, ihren Glauben oder ihren Wunsch nach stärkerer Autonomie in unterschriebenen Geständnissen zu verleugnen. Sie werden auch gefoltert, in Einzelhaft oder zu aggressiven Schwerverbrechern gesperrt, um sie zu zermürben. Das gleiche gilt für Personen, die sich für staatsunabhängige Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte einsetzten, kritische Journalisten, Blogger und andere, die in Konflikt mit Parteifunktionären oder Parteiinteressen geraten.
Laogai als Wirtschaftsfaktor
Zusätzlich zu den zwei Hauptfunktionen, die von den Laogai-Lagern ausgeübt werden, nämlich die Absicherung des Machtmonopols der Kommunistischen Partei Chinas und die Bestrafung tatsächlicher Krimineller, dient das Zwangsarbeitslagersystem dem chinesischen Staat auch als Wirtschaftsfaktor.
So ist fast allen Laogai-Arbeitslagern ein kommerziell ausgerichteter Betrieb angeschlossen, der Produkte, die von Zwangsarbeitern hergestellt wurden, sowohl auf dem Binnenmarkt, als auch auf dem Exportmarkt vertreibt. Versuche seitens ausländischer Regierungen, zumindest den Export von Laogai-gefertigten Produkten zu unterbinden, waren bisher nur in Teilen erfolgreich. Nach Untersuchungen der Laogai Research Foundation aus dem Jahr 2008 finden sich bei der amerikanischen Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet 314 kommerziell geführte Unternehmen, die an bis zu 256 Laogai-Arbeitslagern angegliedert sind. Diese Unternehmen sollen 72 verschiedene Produkte herstellen, von Elektroartikeln und Keramik-Waren bis hin zu Zucker, die auch auf ausländischen Märkten vertrieben werden.
Gemessen am Bruttoinlandsprodukt der Volksrepublik China, das 2009 bereits bei über 4 Billionen US Dollar lag, spielt das Laogai heutzutage gesamtwirtschaftlich nur eine untergeordnete Rolle für die Volksrepublik. In der Vergangenheit war die Bedeutung der Laogai-Zwangsarbeitslager für Chinas Wirtschaft jedoch wesentlich größer. In der frühen Mao-Zeit, in den fünfziger Jahren, starben nach übereinstimmenden Schätzungen von Beobachtern Millionenen von Zwangsarbeitern beim Bau großer Infrastrukturprojekte. Noch 1997 soll ein Drittel des chinesischen Tees von Zwangsarbeitern geerntet worden sein.
Ursprünge und Geschichte des Laogai
Die Ursprünge und das Konzept des chinesischen Laogai gehen auf den sowjetischen GULag zurück. Nach der Machtergreifung der chinesischen Kommunisten kam es in den frühen fünfziger Jahren zu einer starken Annäherung zwischen den damals größten kommunistischen Staaten der Erde, der Volksrepublik China und der Sowjetunion.
Im Jahr 1950 unterzeichneten beide Staaten ein Verteidigungsabkommen, das unter anderem vorsah, dass die Sowjetunion China Unterstützung und "Hilfe" u.a. im Justizsystem gewähre. Aus dieser Kooperation ging letztendlich das chinesische Laogai-Arbeitslagersystem in seinen späteren Ausmaßen hervor. Doch schon unmittelbar vor und während der Machtergreifung der Kommunistischen Partei Chinas wurden Andersdenkende, tatsächliche und vermeintliche Gegner und Skeptiker hingerichtet oder in Lager verschleppt. Bereits in den frühen Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts hatte die chinesische KP unter Mao in China flächendeckend Arbeitslager errichtet.
Mit dem Laogai-System sollte jeglicher Dissens, sowohl von tatsächlichen Oppositionellen, als auch von potentiellen Gegnern des Regimes, den sogenannten "Klassenfeinden" und "Konterrevolutionären", unterdrückt werden. Gleichzeitig boten die Arbeitslager dem Regime auch die Möglichkeit, auf Millionen von unbezahlten Zwangsarbeitern zurückzugreifen. Dazu gehörten von Anfang an nicht nur echte oder angebliche "Großgrundbesitzer" und wohlhabende Geschäftsleute, sondern auch mittelllose Chinesen, die der chinesischen KP skeptisch gegenüberstanden. Nach den ersten von Mao initiierten Säuberungswellen, wie beispielsweise der "Kampagne gegen Rechts", füllten sich die Laogai-Arbeitslager auch mit zahlreichen kommunistischen Parteimitgliedern, die als Abweichler diskreditiert wurden.
Ab den fünfziger Jahren wurden Millionen von Zwangsarbeitern aus den Laogai-Lagern eingesetzt, um Infrastrukturmaßnahmen, wie beispielsweise Staudämme, Minenschächte und Kanäle zu errichten. Durch die Arbeitsbedingungen wurden und werden die Häftlinge bis über die Grenzen des Erträglichen ausgebeutet. Nach übereinstimmenden Schätzungen starben insgesamt mehrere Millionen Laogai-Häftlinge an den Folgen von Unterernährung und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen.
Erst 1954 wurde für das Laogai-System mit der Verabschiedung der Bestimmungen zur "Reform durch Arbeit" eine Rechtsgrundlage geschaffen. Im selben Jahr wurden sie um die Bestimmungen zur erzwungenen Arbeitszuweisungen ergänzt. Am 29. November 1979 folgten "Richtlinien zur Umerziehung durch Arbeit" (关于劳动教养的补充规定) [in chinesischer Lautschrift Pinyin: Guanyu Laodong Jiaoyang de Buchong Guiding]
Änderungen seit 1978
Seit China 1978 unter Deng Xiaoping anfing, wirtschaftliche Reformen einzuleiten, hat es auch im Lagersystem der Volksrepublik Änderungen gegeben. So wurde der Begriff "Laogai" 1994 aus dem offiziellen Sprachgebrauch gestrichen und durch die neutralere Formulierung "Jianyu" ("Gefängnis"), ersetzt. Sowohl das Wort "Laogai" als auch andere anachronistische Bezeichnungen werden in der Regel jedoch in China inoffiziell weiterhin verwendet. Trotz enormer wirtschaftlicher Fortschritte bleiben schwerwiegende Verstöße gegen internationale Menschenrechtsstandards weiterhin bestehen. Grundsätzlich basiert das Rechtssystem noch immer auf Gesetzen, die der Kommunistischen Partei eine führende und privilegierte Rolle sichern. Diese Tatsache spiegelt sich auch teilweise in den folgenden Zahlen wieder. Nach Angaben der Laogai Research Foundation ist die Zahl der Richter in China, die in der Regel die Interessen des Staates bzw. der Kommunistischen Partei vertreten, von 130.000 im Jahr 2001 auf 190.000 im Jahr 2005 angestiegen. Hingegen ist die Anzahl der Anwälte im selben Zeitraum lediglich von 100.198 auf 110.000 gestiegen.
Obwohl das Laogai-System heutzutage nicht mehr dem Gulagartigen System zu Maos Zeiten entspricht, stellt sein Fortbestehen eine gravierende Verletzung der Menschenrechte und rechtsstaatlicher Grundsätze dar. Häftlinge werden weiterhin als Zwangsarbeiter unter teils menschenverachtenden Arbeitsbedingungen missbraucht. Arbeitsunfälle mit Todesfolge oder schweren Verletzungen sind weiterhin häufig.
"Umerziehung durch Arbeit" - Laojiao
Laojiao (劳教) [zu Deutsch: "Umerziehung durch Arbeit", im Englischen: "Reeducation Through Labour"; Abkürzung von Lao Dong Jiao Yang] (劳动教养)
Laojiao-Arbeitslager bilden die zweitgrößte Komponente im chinesischen Zwangsarbeitslagersystem. Ähnlich wie bei den anderen Arbeitslagerarten variieren die Schätzungen bezüglich der Lagerinsassen stark. So geht die Menschenrechtsorganisation Human Rights in China von etwas mehr als 200.000 Häftlingen aus, während die Laogai Research Foundation die Anzahl der Gefangen zwischen 500.000 und 2 Millionen vermutet. Die Stiftung konnte bis Sommer 2008 ca. 320 Laojiao-Lager namentlich und geographisch identifizieren.
Im Gegensatz zu den Laogai-Arbeitslagern, deren Insassen zuvor nach chinesischem Recht rechtskräftig verurteilt wurden, wird bei den Laojiao-Insassen die sogenannte "Administrativhaft" angewandt. Die betroffenen Personen können in solchem Fall inhaftiert werden, ohne dass ein ordentliches Gericht geurteilt haben muss. Stattdessen wird die Strafe direkt von einer Polizeibehörde verhängt und die Beweislast gilt bei vielen Verurteilungen als äußerst vage. Das maximale Strafmaß beträgt regulär drei Jahre, kann aber willkürlich um ein weiteres Jahr verlängert oder auch verkürzt werden.
Wie bereits im Laogai-Abschnitt kurz erläutert, ist es schwierig, exakte Angaben über die Haftbedingungen in den verschiedenen Laojiao-Lagern innerhalb des gesamten chinesischen Zwangsarbeitslagerkomplexes anzustellen. Im Gegensatz zu den Laogai-Lagern sind die Laojiao-Haftanstalten geographisch tendenziell in der Nähe von urbanen Zentren oder gar innerhalb der Städte zu finden. Die Haftbedingungen sind aber im Grunde mit denen innerhalb der Laogai-Lager vergleichbar.
Nach Auffassung von Human Rights in China sollen mittlerweile Drogensüchtige die größte Einzelgruppe innerhalb des Laojiao-Arbeitslagersystem darstellen. Zugleich liegen jedoch zahlreiche Berichte vor, wonach die Administrativhaft häufig gegen Andersdenkende angewandt wird. So zählen auch Gewerkschafter, Personen, die eine Petition eingereicht haben, ethnische "Separatisten" und Anhänger von nicht staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften zu den Häftlingen.
Laojiao und internationales Recht
Die Administrativhaft soll in der Theorie gegenüber Straffälligen verhängt werden, die sich "kleinere" Vergehen zu Schulden haben kommen lassen, zum Beispiel Diebstahl, Drogenkonsum oder Prostitution. Abgesehen davon, dass drei- bis vierjährige Haftstrafen für "kleinere" Delikte offensichtlich unangemessen sind, verstößt das Prinzip der Administrativhaft, bei der es weder Anklage, noch Verteidigung noch Prozess oder Berufung gibt, gegen internationale Rechtsstandards und international bindendes Völkerrecht.
Da Laojiao-Insassen nicht als verurteilte Kriminelle deklariert sind, werden sie in der VR China statistisch auch nicht als Häftlinge geführt. Dementsprechend werden ihre Rechte - nach Ansicht der chinesischen Regierung - auch nicht durch internationale Verträge geschützt, wie beispielsweise dem "Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte" oder den "Mindestgrundsätze[n] für die Behandlung der Gefangenen".
"Schwarze Gefängnisse" - Hei Jianyu
Hei Jianyu (黑监獄) [zu Deutsch: "Schwarzes Gefängnis"; im Englischen "Black Jail"]
Die sogenannten "Schwarzen Gefängnisse" sind informelle Haftanstalten, in denen hauptsächlich Personen festgehalten werden, die beabsichtigten, Beschwerden über Lokalpolitiker in der Form von Petitionen einzureichen, oder die bereits eine Petition eingereicht haben. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass seit der Gründung der Volkrepublik das Petitionsrecht in der chinesischen Verfassung verankert ist und offizielle Petitionsbüros in den politischen Zentren errichtet wurden. Zudem haben Politiker in der Vergangenheit die Bürger immer wieder dazu aufgerufen, Fehltritte der Behörden vor allem auf lokaler Ebene über den formell geschaffenen Weg anzuprangern. Nachdem die Zahl der Petitionssteller in den letzten Jahren jedoch dramatisch angestiegen ist, scheint die regierende Kommunistische Partei Chinas zunehmend nervös zu werden. So sind nach Angaben von Human Rights Watch unveröffentlichte Dokumente von Lokalregierungen aufgetaucht, in denen örtlichen Entscheidungsträgern Sanktionen angedroht werden, falls sie es versäumen sollten, entschieden gegen die Petitionsflut in Peking und den Provinzhauptstädten vorzugehen. Praktisch alle Lokalpolitiker in der Volksrepublik sind Mitglieder und Funktionäre der regierenden Kommunistischen Partei Chinas.
Die Haftzeit in den "Schwarzen Gefängnissen", die sich häufig in staatlichen Hotels, aber auch in Pflegeheimen oder psychiatrischen Anstalten verbergen, variiert in der Regel zwischen einigen Tagen bis hin zu einigen Monaten. Es liegen jedoch auch Berichte von Opfern vor, die eine Haftzeit von über einem Jahr verbüßt hatten.
Ähnlich wie bei den formellen Haftanstalten der Volksrepublik China gibt es auch bei den "Schwarzen Gefängnissen" große Unterschiede bezüglich der Haftbedingungen. Im den schlimmsten Fällen sind die Opfer Folter, Vergewaltigung, Drohungen, Raub und dem Mangel an Nahrung oder medizinischer Versorgung ausgesetzt. Es liegen auch Berichte vor, wonach Minderjährige in den "Schwarzen Gefängnissen" festgehalten werden, was formell ebenfalls gegen chinesisches Recht verstößt.
Da das System der "Schwarzen Gefängnisse" gänzlich inoffiziell geführt wird, werden die Opfer in der Regel nicht von uniformierten Sicherheitskräften in öffentlich sichtbaren Räumen verhaftet. Vielmehr werden die Opfer häufig jenseits der öffentlichen Wahrnehmung auf offener Straße entführt und ohne jegliche Rechtsgrundlage in die "Schwarzen Gefängnisse" verschleppt.
Noch im April 2009 stritt ein Vertreter des chinesischen Außenministeriums die Existenz der "Schwarzen Gefängnisse" gegenüber Al-Jazeera Korrespondenten vehement ab. Im November 2009 veröffentlichte das staatlich kontrollierte chinesische Outlook-Magazin jedoch einen Artikel, in dem die Existenz der "Schwarzen Gefängnisse" sowohl bestätigt, als auch kritisiert wurde. Der Artikel beschrieb ferner, dass der Staat die Gefängnisbetreiber, die anscheinend zum Teil privatwirtschaftlich "arbeiten", angeblich mit einem Entgelt zwischen umgerechnet 10 und 20 Euro pro Tag für jeden gefangenen Petitionssteller entlohnt.
Manche Beobachter gehen davon aus, dass das System der "Schwarzen Gefängnisse" etabliert wurde, nachdem das Shourong Qiansong System ["Deportationslager"] formell geschlossen wurde. Dort wurden nicht nur, aber bevorzugt Chinesen inhaftiert, die über keine legale Aufenthaltserlaubnis in den Städten verfügten, wie beispielsweise Wanderarbeiter, aber auch Petitionssteller aus den Provinzen. In der Volksrepublik China verweigern die Behörden Landbewohnern, die nach wie vor die Mehrheit der Bevölkerung stellen, eine freie Wahl des Wohnortes. Mehr Informationen dazu finden Sie unter "Hukou2.
Die "Schwarzen Gefängnisse" werden im Jargon der lokalen Parteikader als "Rechtskundeunterricht", bezeichnet. Im Englischen wird der Begriff oft als "law education classes" übersetzt. Dazu liegen auch Berichte von ehemaligen Gefangenen vor, die in schmutzige Zellen gesperrt wurden, deren Wände mit Bannern mit der zynischen Bezeichnung "Rechtskundeunterricht" dekoriert waren.
Administrativhaft - Xingzheng Chufa
Xingzheng Chufa (行政处罚) [zu Deutsch: Administrativhaft, im Englischen: "administrative detention"]
Administrativhaft wird in der Theorie eingesetzt, um "kleinere Vergehen" zu ahnden, wie beispielsweise Diebstahl, Drogenkonsum oder Prostitution. Es liegen jedoch zahlreiche Berichte von Menschenrechtsorganisationen vor, wonach die Administrativhaft gegen politische Dissidenten angewandt wird. Die Betroffenen können in solchem Fall inhaftiert werden, ohne dass diese Maßnahme durch ein ordentliches Gericht bestätigt werden muss. Stattdessen wird die Strafe direkt von einer Polizeibehörde verhängt und die Beweislast gilt bei vielen Verurteilungen als äußerst vage. Theoretisch ist es auch möglich, dass Familienmitglieder oder Arbeitgeber bei der Polizei Empfehlungen zur Verhaftung ihrer Angehörigen bzw. Angestellten stellen können, die dann gegebenenfalls ausgeführt werden. Das maximale Strafmaß beträgt regulär drei Jahre, kann aber um ein weiteres Jahr verlängert werden.
Abgesehen davon, dass drei- bis vierjährige Haftstrafen für "kleinere" Delikte offensichtlich unangemessen sind, verstößt das Prinzip der Administrativhaft, in der es weder Anklage, noch Verteidigung noch Prozess oder Berufung gibt, in gegen internationale Rechtsstandards und gegen international bindendes Völkerrecht.
Im Jahr 2004 stellte eine UN-Delegation der "Arbeitsgruppe für willkürliche Verhaftungen" fest, dass die VR China keine signifikanten Fortschritte bei der Reform der Administrativhaft gemacht hat, um eine richterliche Überprüfung nach internationalen Gesetzen zu ermöglichen.
Die Administrativhaft kann in verschiedenen Haftanstalten verbüßt werden, wobei die meisten Sträflinge in Laojiao-Lagern inhaftiert werden. Daneben gibt es aber auch die Haftanstalten für "Verwahrung und Erziehung" (Shourong Jiaoyu) und für "Zwangsweise Drogenrehabilitation" (Qiangzhi Jiedu).
Da Personen, gegen die Administrativhaft angewandt wird, nicht als verurteilte Kriminelle deklariert sind, werden sie in China statistisch auch nicht als Häftlinge geführt. Mit dieser Begründung verweigert die chinesische Regierung diesen Häftlingen elementare Rechte, die ihnen durch internationale Verträge, internationale Rechtsgrundsätze und das Völkerrecht zustehen.
Gefängnisse - Jianyu
Jianyu (监狱) [zu Deutsch: "Gefängnis"; im Englischen: "Prison"]
Im Jahr 1994 wurde der Begriff "Laogai" in der VR China im offiziellen Sprachgebrauch durch die neutralere und verharmlosende Formulierung "Jianyu" ersetzt, da die ursprüngliche Bezeichnung von Teilen der internationalen Öffentlichkeit mit dem stalinistischen GULag-System assoziiert wurde. Im Frühjahr 1995 berichtete die dem chinesischem Justizministerium angehörende Zeitung Beijing Legal Daily offen über die Beweggründe der Namensänderung:
"Die Umbenennung des Begriffs Laogai wird durch unsere Beziehungen mit der internationalen Gemeinschaft eine Notwendigkeit und sie begünstigt zudem unseren internationalen Kampf für Menschenrechte. Daher wird Laogai als Begriff nicht mehr existieren, aber seine Funktion, Eigenschaften und Aufgabenbereiche bleiben unverändert erhalten". [7. Januar 1995, staatliches Presseorgan "Beijing Legal Daily"] (法制日报)
Das menschenrechtsfeindliche Laogai-System, die sogenannte "Reform durch Arbeit", die mit Zwangsarbeit und "Gedanken-Reform" durchgesetzt werden soll, bleibt trotz der Namensänderung bis heute bestehen. Auch die Mängel der chinesischen Rechtsprechung, wie zum Beispiel die unzureichenden Möglichkeiten auf Einspruch oder das Fehlen einer Gewaltenteilung zwischen der regierenden Kommunistischen Partei Chinas und der Justiz wurden bisher nicht behoben.
Erzwungene Arbeitszuweisung - Jiuye
Jiuye (就业) [Abkürzung von Liuchang Jiuye (留场就业), zu Deutsch: "Erzwungene Arbeitszuweisung"; im Englischen: "Forced Job Placement" oder "Retention for in-camp employment"]
Das sogenannte Jiuye-System stellt innerhalb der VR China eine der gravierendsten Rechtsverletzungen dar. Es ermöglicht der Gefängnisleitung, Häftlinge zeitlich unbefristet über ihre zuvor festgesetzte Haftstrafe hinaus in einer Zwangsarbeits-Lagereinrichtung gefangen zu halten. Der Gefängnisleitung kommen dabei vage ausformulierte Paragraphen im chinesischen Recht zu Gute, die die Anwendung von Jiuye vorsehen, wenn der Häftling zuvor als nicht "ausreichend reformiert" eingestuft wurde.
Das Jiuye-System soll nach Einschätzungen verschiedener Beobachter heutzutage deutlich weniger angewendet werden als noch in der Vergangenheit, nichtsdestotrotz ist es gegenwärtig immer noch Bestandteil des chinesischen Arbeitslagersystems. Dabei ist es auch wichtig zu erwähnen, dass "Jiuye" sowohl gegen rechtskräftig verurteilte Laogai-, als auch gegen nicht formell verurteilte Laojiao-Häftlinge angewendet werden kann. Das heißt, die rechtlich bereits höchst umstrittene Administrativhaft, die eine theoretische Höchstgrenze von 4 Jahren Zwangsarbeit vorsieht, kann im schlimmsten Fall zeitlich unbegrenzt verlängert werden.
"Jiuye" wurde besonders umfangreich nach dem Tiananmen-Massaker im Jahr 1989 eingesetzt, da die kommunistische Führung damals ein deutliches Bedrohungspotential innerhalb der chinesischen Bevölkerung ausgemacht zu haben glaubte.
Untersuchungsgefängnisse - Kanshousuo
Kanshousuo (看守所) [zu Deutsch: "Untersuchungsgefängnis"; im Englischen: "Detention Centre"]
In Kanshousuo-Lagern werden Gefangene verwahrt, die noch auf eine Verurteilung warten oder die - im Widerspruch zum Namen "Untersuchungsgefängnis" - zu einem Strafmaß mit weniger als zwei Jahren Gefängnissaufenthalt bereits verurteilt wurden. Außerdem werden zum Tode verurteilte Häftlinge zeitweise in Kanshousuo-Lagern inhaftiert. Dabei sind sowohl verurteilte, als auch nicht verurteilte Häftlinge gesetzlich zur Zwangsarbeit verpflichtet. Da die Kanshousuo-Lager von lokalen Parteikadern geführt werden und nur geringfügiger Kontrolle seitens der zentralen Staatsgewalt unterliegen, variieren die Haftbedingungen in den verschiedenen Kanshousuo-Lagern erheblich. Die chinesischen Kanshousuo unterscheiden sich deutlich von deutschen Untersuchungsgefängnissen, in denen keine verurteilten Straftäter inhaftiert werden.
Untersuchungshaftanstalten - Shourong Shencha
Shourong Shencha (收容审查) [zu Deutsch: "Untersuchungshaft"; wortwörtlich: "Verwahrung und Untersuchung" im Englischen: "Shelter and Investigation"]
Diese Form der Inhaftierung erlaubt es der chinesischen Polizei, Personen bis zu drei Monate lang ohne Beweise und offizielle Anklage einzusperren. Theoretisch wurden 1996 dieser willkürlichen Inhaftierung starke Grenzen gesetzt. Jedoch soll es in der Praxis häufig weiterhin zu Inhaftierungen aus politischen Gründen aufgrund von vage formulierten Rechtstexten kommen.
Jugendhaftanstalten - Shaoguansuo
Shaoguansuo (少管所) [zu Deutsch: "Jugendhaftanstalt"; im Englischen: "Juvenile Offender Camp"]
In den Shaoguansuo-Anstalten werden Kinder und Jugendliche in Haft gehalten, die das Mindestalter für Laogai und Laojiao Arbeitslager noch nicht erreicht haben. In den letzten Jahrzehnten wurde die Altersuntergrenze mehrmals geändert. 1981 noch lag die Altersuntergrenze für die Erwachsenenlager bei 16 Jahren während sie zuletzt 1993 auf 14 Jahre herabgesetzt wurde. Die Häftlinge in den chinesischen Jugendhaftanstalten sind ebenfalls zur Zwangsarbeit verpflichtet wie die Häftlinge in Erwachsenenlagern auch.
"Verwahrung und Rückführung" - Shourong Qiansong
Shourong Qiansong (收容遣送) [zu Deutsch: "Verwahrung und Rückführung" oder auch "Deportation"; im Englischen: "Custody and Repatriation"]
Das Shourong Qiansong-System wurde in den frühen achtziger Jahren unter anderem deshalb vom Staat geschaffen, um gegen Personen vorzugehen, die sich ohne Niederlassungserlaubnis (dem "Hukou") in Städten ansiedelten. Das System der "Verhaftung und Rückführung" bedient sich dabei derselben Rechtsgrundlage wie Laojiao, nämlich der Administrativhaft. Wie bereits erläutert, erlaubt es den chinesischen Sicherheitskräften, Personen ohne Gerichtsbeschluss festzunehmen und gegebenenfalls zu bestrafen.
Zu den Opfern dieses Systems gehören Obdachlose, Prostituierte aber auch Bürger, die von ihrem Petitionsrecht Gebrauch machen wollen, sowie viele in der Praxis rechtlose Wanderarbeiter. Letztere stellen nach diversen Schätzungen eine Bevölkerungsgruppe von ca. 200 Millionen Menschen dar. Die Shourong Qiansong-Lager zeichnen sich durch eine verhältnismäßig hohe Häftlingsrate von Minderjährigen aus. Wie in den meisten anderen Gefängniseinrichtungen in China, müssen die Inhaftierten in den Shourong Qiansong Zwangsarbeit leisten.
Nach Angaben von Human Rights in China waren zu Hochzeiten um die Jahrtausendwende über eine Million Menschen in Lagern dieses Strafsystems eingesperrt. Die Haftbedingungen sollen teilweise noch schlechter sein, als in den regulären Gefängnissen und Arbeitslagern.
Einen Wendepunkt für das Shourong Qiansong-System stellte der Tod des Modedesigners Sun Zhigang (孫志剛) im Frühjahr 2003 dar. Der junge Designer wurde in der südchinesischen Stadt Shenzhen verhaftet und kurz darauf zu Tode gefoltert, weil er seine Ausweispapiere zu Hause vergessen hatte. Trotz der allgemeinen Pressezensur gelang es der Familie von Sun Zhigang, die Nachricht und die Umstände seines Todes an die Öffentlichkeit zu bringen, die darauf mit Empörung reagierte. Als Reaktion darauf verkündete Ministerpräsident Wen Jiabao bereits einige Monate später, dass das System für "Verhaftung und Rückführung" zügig abgeschafft werden sollte. Zudem beschloss die Zentralregierung in Peking "Maßnahmen zur Unterstützung von mittellosen Obdachlosen und Bettlern in Städten", um die Probleme, die die Landflucht mit sich bringt, auf humanere Weise in Griff zu bekommen.
Menschenrechtler bezweifeln jedoch, dass das System wirklich komplett abgeschafft wurde. Immer wieder wird darüber berichtet, dass Personen ohne Niederlassungserlaubnis willkürlich verhaftet und bestraft werden. Auch bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 soll es im Vorfeld zu vielen Verhaftungen von unliebsamen Arbeitsmigranten und Obdachlosen gekommen sein. Seit einigen Jahren häufen sich Berichte, dass ein System von "Schwarzen Gefängnissen" geschaffen wurde, um speziell gegen die wachsende Anzahl von Petitionsstellern vorzugehen.
Psychiatrische Anstalten
Jingshen Bingyuan (精神病院) [zu Deutsch: "Psychiatrische Anstalt"; im Englischen "Psychiatric Hospital"]
Neben normalen psychiatrischen Anstalten für tatsächlich erkrankte Patienten gibt es in der Volksrepublik China auch hochgesicherte psychiatrische Haftanstalten, die dem Ministerium für öffentliche Sicherheit unterstellt sind. Ähnlich wie bei der Administrativhaft besitzen chinesische Strafverfolgungsbehörden die Autorität, Personen ohne Haftbefehl in diese Art von psychiatrischen Anstalten einzuweisen.
In dem "Menschenrechtsbericht China 2008" des US-amerikanischen Außenministeriums wurden mindestens 20 solcher speziellen psychiatrischen Anstalten in der Volksrepublik identifiziert.
Bei dieser Form der psychiatrischen Verwahrung ist auffällig, dass es offenbar eine hohe Anzahl an politischen Gefangenen unter den Insassen gibt. So finden sich politische Aktivisten, Anhänger von Untergrundkirchen, Petitionssteller, Arbeitsrechtler und Mitglieder der Falun Gong Bewegung unter den angeblich Geisteskranken. Nach Berichten von ehemaligen Insassen gibt es keine Möglichkeit, gegen die Diagnose der Geisteskrankheit Widerspruch einzulegen oder alternative medizinische Gutachten einzuholen. Zudem liegen Berichte vor, wonach die Patienten gegen ihren ausdrücklichen Willen und gegen den Willen ihrer Angehörigen überdosierte Psychopharmaka verabreicht bekamen und Elektroschock-"Therapien" ausgesetzt waren. Meldungen über weitere Formen der Misshandlungen, wie Schläge durch Aufseher, Nahrungsentzug oder Zusammensperren mit tatsächlich gewalttätigen Geisteskranken liegen ebenfalls vor. Der Weltverband der Psychiatrischen Vereinigungen (WPA) stellte 2002 fest, dass tausende Dissidenten zu Unrecht in psychiatrischen Anstalten eingewiesen wurden.
Eine der berüchtigtsten Psychiatrischen Haftanstalten, in die verhältnismäßig viele Dissidenten gesperrt worden sein sollen und angeblich auch noch immer eingesperrt werden, ist das Pekinger Ankang Krankenhaus (北京市安康医院) . Daher wird der Name Ankang (安康) [zu Deutsch: "Gute Gesundheit"; im Englischen: "Good Health"] gelegentlich als Synonym für das System der psychiatrischen Haftanstalten in der VR China verwendet.
Luxusgefängnisse
Ende 2009 tauchten Bilder mutmaßlicher Luxusgefängnisse, angeblich für kommunistische Parteikader, in chinesischen Internetforen auf. Auf den Bildern ist unter anderem das Gefängnis Yancheng (江苏盐城监狱) in der Provinz Jiangsu zu sehen. Neben üppigen Sportplätzen und einer extravaganten Parkanlage zeichnet sich die Haftanstalt durch seine gepflegte Gesamterscheinung aus. Auch die staatliche Tageszeitung Renmin Ribao (人民日报) [zu Deutsch: "Volkszeitung"; im Englischen: "People's Daily"] berichtete am 27. November 2009 über luxuriöse "Erste-Klasse-Gefängnisse", von denen es angeblich fünf geben soll. Die "Volkszeitung", Presseorgan des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, ist eine der auflagenstärksten Zeitungen innerhalb der Volksrepublik. Nach ihren Angaben habe ein Funktionär des Yancheng-Gefängnisses bestätigt, dass die im Internet veröffentlichten Fotos echt seien.
Die in Hong Kong ansässige Zeitung "South China Morning Post" berichtete in diesem Zusammenhang, dass die wenigen Parteikader, die für Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, vielfach einen höchst privilegierten Lebenstill in der Haft genießen. So soll der ehemalige Shanghaier KP-Chef Chen Liangyu (陈良宇), der zu einer 18jährigen Haftstrafe wegen massiver Korruption verurteilt wurde, zeitweise in einer 20 Quadratmeter großen Zelle mit eigener Dusche und WC untergebracht worden sein. Zusätzlich soll er Speisen für umgerechnet 600 Euro im Monat serviert bekommen haben, diverse Luxusartikel, wie beispielsweise Zigarren, nicht eingerechnet. Anderen formell verurteilten Parteifunktionären soll sogar sporadisch gestattet worden sein, zu Hause zu nächtigen oder an privaten Feierlichkeiten außerhalb der Haftanstalt teilzunehmen.
Die Existenz dieser Luxusgefängnisse und die privilegierte Behandlung von Parteikadern steht im krassen Gegensatz zur offiziellen Staatspropaganda, die häufig den Eindruck zu erwecken versucht, dass selbst hochrangige Parteifunktionäre hart bestraft würden. Vor allem steht sie jedoch im völligen Widerspruch zu den menschenunwürdigen Haftbedingungen, die Millionen von Chinesen in den Zwangsarbeitslagern erleiden müssen. Ein Sprecher des Yancheng-Gefängnis verteidigte die "Luxusbedingungen" mit höheren Resozialisierungschancen für die Häftlinge. Allerdings scheint es sich bei den sogenannten Luxusgefängnissen nicht um ein institutionalisiertes System wie bei den diversen anderen Typen von Hafteinrichtungen zu handeln.
Wohnsitzkontrolle - Hukou
Hukou (户口) [zu Deutsch: "Wohnsitzkontrolle"; im Englischen: "residency permit system"; wortwörtliche Übersetzung: "eingetragener ständiger Wohnsitz"]
Die Behörden der VR China verweigern ihren Bürgern eine freie Wahl des Wohnortes. Zu diesem Zweck gibt es das "Hukou" - ein administratives System der Wohnsitzkontrolle. Es ist in Teilen mit einer Aufenthaltserlaubnis vergleichbar, da es formell festschreibt, in welcher Stadt oder ländlichen Region ein Chinese legal wohnen und arbeiten darf. Über das "Hukou" werden auch soziale Belange wie Krankenversicherung, Rente, die Schulbildung oder die Zuweisung von sozialem Wohnraum geregelt. Diese sozialen Leistungen sind jedoch an den im "Hukou" eingetragenen Wohnort gebunden und entfallen in der Regel, wenn sich der Hukou-Inhaber "illegal" an einem anderen Ort ansiedelt.
Grundsätzlich stellt das Hukou-System eine deutliche diskriminierende Unterscheidung zwischen zwei Personengruppen dar: Der urbanen Stadtbevölkerung und der deutlich ärmeren Landbevölkerung, wobei letztere in ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich überwiegt. Die sozialen Leistungen in den Städten sind wesentlich umfangreicher als auf dem Lande, wo bestimmte Sozialleistungen gar nicht oder nur in deutlich reduzierter Form angeboten werden. Zudem ist ein Großstadt-Hukou auch häufig eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Arbeitsplatz- oder Studienplatzbewerbung, selbst wenn das Angebot aus einer anderen Stadt kommt. Dementsprechend ist es für die Inhaber eines Stadt-Hukou ebenfalls leichter, ein Hukou für eine andere Stadt zu erwerben.
Für die riesige Landbevölkerung gibt es im Prinzip nur zwei Möglichkeiten, um legal ein Stadt-Hukou zu erwerben: Entweder man bezahlt eine selbst für europäische Einkommensverhältnisse außerordentlich hohe Geldsumme oder man absolviert eine Ausbildung in Bereichen, die in den Städten gefragt sind. Dadurch kann der zu zahlende Betrag deutlich reduziert werden oder ein potentieller Arbeitgeber kommt im günstigsten Fall für die Kosten auf. Da die Ausbildungsmöglichkeiten auf dem Land völlig unzureichend und die Löhne selbst für chinesische Verhältnisse niedrig sind, bleibt vielen Chinesen nur die Möglichkeit, als Arbeitsmigranten ohne Hukou in die wohlhabenderen Städte zu ziehen, um den Lebensunterhalt für sich und die Familie zu sichern.
Zu Maos Zeiten war es für die Landbewohner faktisch unmöglich, die Wohnsitzkontrolle zu überwinden, da Nahrung in ganz China praktisch nur mit Lebensmittelmarken erworben werden konnten, die wiederum vom Staat vorrangig an linientreue Bürger verteilt wurden. Zudem war die Kontrolle in den Kolchosen und Staatsbetrieben so rigide, dass eine Flucht sehr schwer umzusetzen war.
Die ca. 200 Millionen Arbeitsmigranten, die heute ohne Stadt-Hukou in den städtischen Ballungsgebieten leben, leiden vor allem unter dem Umstand, dass sie keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben und sie unter anderem ihre Kinder nicht zur Schule schicken können. Außerdem genießen sie beispielsweise keinerlei Rechtssicherheit vor Ausbeutung durch ihren Arbeitgeber. Der Status der Arbeitsmigranten kann daher durchaus mit dem Status von illegalen Einwanderern in vielen Industriestaaten verglichen werden.
Zudem sind die Arbeitsmigranten auch immer wieder der Willkür der Sicherheitskräfte ausgesetzt. Noch 2003 konnten chinesische Sicherheitskräfte auf der Grundlage des Shourong Qiansong-Systems ("Verhaftung und Rückführung") Personen ohne legales Hukou einsperren und in ihre Heimatregionen abschieben. Neben der temporären Einweisung in Gefängnisse, in denen Folter und andere Rechtsverstöße häufig sind, wurden Arbeitsmigranten auch zur Zwangsarbeit genötigt. Obwohl Premierminister Wen Jiabao 2003 die Auflösung des Shourong Qiansong-System persönlich ankündigte, soll es weiterhin zu Übergriffen auf Arbeitsmigranten von Seiten der Polizei kommen - wenn auch in weniger systematischem Umfang.
Als kleiner Lichtblick in jüngster Zeit kann die Tatsache bewertet werden, dass einige chinesische Städte zumindest einem Teil ihrer Arbeitsmigranten das begehrte Hukou kostenlos ausgestellt haben. Die verheerende soziale Lage der Arbeitsmigranten hat in den letzten zwei Jahrzehnten auch zu einem Anstieg an Kriminalität und sozialen Spannungen in China geführt.
Arbeitsstelle - Danwei
Danwei (单位) [zu Deutsch: "Arbeitsstelle"; im Englischen: "work unit"]
Das Danwei ist eine administrative Bezeichnung für "Arbeitsstelle". In der Volksrepublik China vor 1979, in der es keine nennenswerte Privatwirtschaft gab, war der staatlich bereitgestellte Arbeitsplatz mit Privilegien sowie mit einer Reihe von Verpflichtungen und Beschränkungen eng verknüpft.
In jüngster Zeit hat das Danwei stark an Bedeutung verloren, da immer weniger Chinesen in Staatsbetrieben arbeiten und gleichzeitig die Befugnisse der Arbeitgeber beschnitten wurden. So dürfen Chinesen seit einigen Jahren ohne die Erlaubnis des Arbeitgebers heiraten. Allerdings üben in der Praxis viele Arbeitgeber immer noch viel Einfluss auf das Privatleben ihrer Angestellten aus. Dies wird unter anderem durch die autoritäre Ein-Parteien-Struktur gefördert, die Machtmissbrauch und mangelnde Rechtssicherheit begünstigt und zementiert.
Literatur zum Thema
Grundsätzliches
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The Laogai Research Foundation
Washington DC 2008
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Testimony of Harry Wu
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22. Juni 2005
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The abuse of prison labour
Harry Wu vor dem Europäisches Parlament
18 Juni 1997
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Nur der Wind ist frei. Meine Jahre in Chinas GULAG
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Harry Wu, 1994
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Working Group on Arbitrary Detention
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Übersicht über 21 Gefängnisse, darunter ein Jugendgefängnis
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Erzwungene Arbeitszuweisung
Temporary disciplinary methods for the release of criminals completing their terms and for the implementation of forced job placement
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Schwarze Gefängnisse
Official media turns the spotlight on 'black jails', South China Morning Post
China: Secret "Black Jails" Hide Severe Rights Abuses
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http://www.hrw.org/de/news/2009/11/02/china-secret-black-jails-hide-severe-rights-abuses
Growing opposition to China's 'black jails'
New York Times, 9. February 2009
http://www.nytimes.com/2009/02/09/world/asia/09iht-rights.1.20037724.html
Verhaftung und Rückführung - Shourong Qiansong
Enforcing the rural-urban divide
Use of Custody and Repatriation detention triples in 10 years
Human Rights in China
http://www.hrichina.org/public/contents/article?revision_id=4150&item_id=4149
Luxus Gefängnisse
Aristocratic prisons better than Project Hope schools
People's Daily Online, 27 November 2009
http://english.people.com.cn/90001/90776/90882/6825978.html
Online fury at life of luxury in prisons
South China Morning Post, 28. November 2009













