Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
Freiheit - Ein Begriff oder eine Bezeichnung für eine Lebensform, wie sie für uns, die wir Teil eines demokratischen Systems sind, nahezu alltäglich ist. Nur wenige von uns wissen, was es heißt, für seine eigene Meinung oder Weltanschauung verfolgt zu werden. An diesem Tag sind jedoch weltweit Menschen auf der Flucht oder in Gefängnissen, weil sie eben für diese Freiheit kämpfen. Ihr Engagement geht oftmals mit schlimmen Konsequenzen einher. Wir alle, die wir unsere Meinung frei äußern können, tragen die Verantwortung , auf Missstände überall in der Welt aufmerksam zu machen und stetig für Freiheit und Menschenrechte einzustehen.
Sicherlich würden wir uns wünschen, dass die Arbeit der IGFM längst überflüssig wäre. Erscheint uns doch die Wahrung der Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit als etwas so grundsätzliches. Die derzeitige Situation in vielen Ländern beweist uns jedoch, oftmals sehr tragisch, das Gegenteil. Gerade deswegen ist es notwendig, dass es in unserer Gesellschaft Institutionen gibt, die auf die Schicksale der Menschen dort aufmerksam machen. Es braucht Menschen, die sich organisieren und Kundgebungen planen, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, um den politischen Druck auf die Länder aufrecht zu halten und somit den Unterdrückten eine Stimme zu geben. Die IGFM betreibt diese Aufgabe bereits seit 40 Jahren. Für diese wichtige und respektvolle Arbeit bedanke ich mich außerordentlich.
Seit Anfang des Jahres bin ich Patin der iranischen Frauenrechtlerin und Bloggerin Fereshteh Shirazi. Sie setzte sich in ihrem Land für die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ein. Momentan sitzt sie im Frauentrakt des Gefängnisses in Amol. Dort darf sie weder Besuch von ihrer Familie empfangen, noch mit ihrer Familie oder ihrem Anwalt Kontakt aufnehmen. Ihre Haftbedingungen sind zudem sehr schlecht. Obwohl sie eine Nacken- und Rückenoperation hinter sich hat, muss sie auf dem Boden schlafen. Fereshteh Shirazi wusste vor ihrer Haft, dass sie durch ihr politisches Engagement im Iran gefährdet war. Unter hohem persönlichen Einsatz hat sie jedoch weiter gekämpft. Dafür hat sie meine volle Bewunderung und Unterstützung. Es ist unsere Pflicht auf diese und andere Schicksale aufmerksam zu machen, damit sich etwas ändert.
Ihnen allen wünsche ich jetzt eine produktive Jahreshauptversammlung. Das inhaltliche Angebot verspicht einiges. Umso bedauernswerter ist es, dass ich leider nicht dabei sein kann. Der IGFM wünsche ich, dass sie auch weiterhin den Finger in die Wunde legt und nicht aufhört, Menschenrechtsverletzungen anzuprangern.
Solidarische Grüße
Tabea Rößner