Menschenrechtsmedaille für Zheng Yichun und posthum an Yitzhak Rabin
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Der Internationale Menschenrechtspreis "Dr. Rainer-Hildebrandt-Medaille" wurde vom Mauermuseum am Checkpoint Charlie in Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte neu ins Leben gerufen.
Die Medaille wurde am 17. Dezember 2005 an den ermordeten israelischen Premierminister und Friedensnobelpreisträger Yitzhak Rabin sowie an den inhaftierten chinesischen Dissidenten Zheng Yichun vergeben. Dr. Rainer Hildebrandt war Gründer und Leiter des Mauer-Museums am ehemaligen Checkpoint Charlie. Nach seinem Tod schufen das Mauer-Museum, die IGFM und deren Freunde diesen internationalen Menschenrechtspreis, um mutige Kämpfer für die Menschenrechte zu ehren.
Dalia Rabin, Tochter des ehemaligen israelischen Premierministers und Vize-Verteidigungsministerin Israels a.D. nahm den Preis für ihren Vater entgegen. Anlässlich des Tages der Menschenrechte wurde ebenfalls dem inhaftierten Journalisten und Wissenschaftler Zheng Yichun aus China die "Dr. Rainer Hildebrandt Medaille" zuerkannt.
Hochkarätige Jury
Der Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Zur hochkarätig besetzten Jury gehören unter anderem mit Prof. Dr. Henry Kissinger, Außenminister der USA a.D., Hans-Dietrich Genscher, Bundesaußenminister a.D., Lord James Douglas-Hamilton, Mitglied des Schottischen Parlaments, Prof. Dr. Avi Primor, Botschafter a.D. und Leiter des Trilateralen Instituts für Europäische Studien an der Universität Herzliya/Israel, sowie Joachim Gauck, erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Alle Mitglieder der Jury setzen sich für die Freilassung von Zheng Yichun ein, einem chinesischen Journalisten, der auch für die Epoch Times geschrieben hat,. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Avi Primor, das Grußwort kam von Hildegard Müller, Staatsministerin im Bundeskanzleramt.
"Die ganze Welt sollte wissen, wie Journalisten in China behandelt werden"
Das forderte die internationale Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen nach der Verhängung einer siebenjährigen Gefängnisstrafe für den freien Autor und Kolumnisten Zheng Yichun. Er wurde 1959 in der Stadt Yingkou in der Provinz Liaoning geboren. Er gehört zur koreanischen Minderheit in China, er ist Demokrat und schreibt für Menschen, die - wie er - selbständig denken. Bis zur Niederschlagung der demokratischen Studentenbewegung am 4. Juni 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking beteiligte er sich an der demokratischen Bewegung, arbeitete an einem Universitäts-Institut und war schon früh als Autor tätig. An seinem Institut war er zwischen April und Juni 1989 der Anführer dieser studentischen Demokratiebewegung. Von ihm sind weit mehr als 40 Vorträge über Demokratie und Freiheit bekannt, die er an Universitäten, auf öffentlichen Plätzen, bei Behörden und in Fabriken hielt. Nach der Niederschlagung der Bewegung verweigert er ein Umdenken, woraufhin ihn das Komitee der KP an der Hochschule, an der er lehrte, von seiner Tätigkeit als Dozent enthob.
1998 beteiligte er sich an der Organisation der chinesischen demokratischen Parteien und lehrte an verschiedenen Instituten. Anfang Dezember 2004 durchsuchten mehr als 20 Polizisten die Wohnung von Zheng Yichun und beschlagnahmten rund 600 seiner Manuskripte. Ihm wurde mitgeteilt, dass dies "Beweise für seine Straftat" seien. Zuletzt beschlagnahmten die Polizisten noch seine zwei Computer.
Sieben Jahre Haft wegen "Anstiftung zum Umsturz"
Ende April 2005 eröffnete das 1. Strafgericht des mittleren Gerichtshofes in Yingkou die Gerichtsverhandlung wegen "Anstiftung zum Umsturz der staatlichen Macht". Ende September wird Zheng Yichun wegen "Subversion" zu sieben Jahren Haft verurteilt. Grund für die Verurteilung war die in der chinesischsprachigen Zeitung The Epoch Times erschienene Kolumne von Zheng Yichun zu den "Neun Kommentaren über die kommunistische Partei". Das chinesische Regime vermutet in Zheng auch einen der Autoren dieser Neun Kommentare, die seit Anfang des Jahres zu mehr als 4,5 Mio.
Austrittserklärungen aus Chinas KP geführt und die kommunistische Führungsriege hinter den Kulissen in Panik versetzt haben. Keiner der Autoren der "Neun Kommentare" ist bisher bekannt, obwohl bei einer Fahndung die chinesischen Partei-Organisationen sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung setzten, um dieses Rätsel zu lösen und gleichzeitig chinesische Bürger, welche die "Neun Kommentare" lesen oder weitergeben, zu bestrafen. Zheng Yichun sieht in den Kommentaren eine umfassende, professionelle Analyse des faschistischen politischen Systems der KP Chinas und ist der Ansicht, dass das Ergebnis mit Sicherheit deren "Totenschein" sein wird.
Sieg der Gedankenfreiheit
Sein wohl persönlichster Text wurde im November 2003 veröffentlicht. Darin wendet er sich an seine Mutter und schreibt in einem Abschnitt: "Sollte ich verhaftet werden, Mama, bitte weine nicht meinetwegen, bitte sei nicht traurig meinetwegen. Ich möchte nicht, dass du traurig bist; ich möchte nicht, dass du weinst. Ich denke, du sollst stolz auf mich sein, du wirst bestimmt stolz auf mich sein, weil dein Sohn nichts getan hat, was mich dir und anderen gegenüber hat schuldig werden lassen, noch weniger hat dein Sohn die sogenannte Straftat des "Umstürzens" begangen, das entspricht nicht der Wahrheit. Ja, ich werde vielleicht verhaftet werden, vielleicht werde ich sogar zugrunde gerichtet. Aber Mama, bitte merke dir die Worte deines Sohnes: Mein Untergang wird zu einem glänzenden Sieg der Gedankenfreiheit werden!"

















