Missbrauchte Mädchen und Frauen in Pakistan
CLAAS: Einsatz für Opfer von Vergewaltigungen und erzwungene "Ehen"
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Christliche Mädchen und Frauen werden in der Islamischen Republik Pakistan immer wieder Opfer von Vergewaltigungen und erzwungenen "Ehen". Das islamische Zeugenrecht, nachdem ein Vergewaltiger nur durch vier männliche, muslimische Zeugen überführt werden kann, macht die Beweislage für die Opfer nahezu aussichtslos.
Die Opfer hingegen sind, wenn Sie Anzeige erstatten, automatisch der Unzucht oder des Ehebruchs überführt und in der pakistanischen Gesellschaft "entehrt". Sie können zudem vom Täter wegen Verleumdung angeklagt und daher bestraft werden.
Im Juni 2000 hat die christliche Menschenrechtsorganisation CLAAS, eine pakistanische Mitgliedsorganisation der IGFM, das Frauenschutzhaus "Apna Ghar" ("Unser Heim") eingerichtet, in dessen sechs Räumen jeweils vier Mädchen und Frauen leben können - teilweise mit ihren Kindern. Sie halten sich dort einige Tage oder bis zu drei Monaten auf. Dann haben in der Regel Helfer die Rückkehr zu Familienangehörigen oder einen Neuanfang in einer anderen Region ermöglicht.
Angehörige der christlichen Rechtsanwaltsvereinigung Pakistans, die die IGFM unterstützt, vertreten die Frauen kostenlos in Rechtsangelegenheiten und begleiten sie zu Gerichtsterminen, obwohl die Anwälte sich damit der erheblichen Gefahr aussetzen, von islamischen Extremisten angegriffen zu werden. Viele wurden bereits mit dem Tod bedroht.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte arbeitet seit Jahren mit kirchlichen und weltlichen Menschenrechtsorganisationen in Pakistan zusammen und kennt die Gegebenheiten vor Ort. Alle Beteiligten arbeiten unentgeltlich, dennoch fallen laufende Kosten für den Unterhalt des Hauses und für die Verpflegung der Frauen, Mädchen und Kinder an.
Um die Zukunft des Frauenschutzhauses "Apna Ghar" zu sichern, müssen mindestens 60 ? pro Person und Monat aufgebracht werden - im Jahr etwa 15.000 ?. Die Menschenrechtler Pakistans leben und arbeiten unter sehr bescheidenen Verhältnissen, sie sind außerstande, auch nur annähernd die nötigen Mittel aufzubringen. Bitte helfen Sie.
Nagina - ein Opfer von vielen
Das zehnjährige christliche Mädchen Nagina wurde in ihrem Heimatort Shariqpur von drei muslimischen Männern vergewaltigt und so übel zugerichtet, daß sie laut ärztlichem Befund später keine Kinder mehr gebären kann. Seit ihr Vater die Täter angezeigt hat, lebt die Familie in Angst. Einerseits kann Nagina Aufgrund des islamischen Zeugenrechts kaum Hoffnung hegen, daß die drei Täter je verurteilt werden: das islamische Zeugenrecht mißt der Aussage eines Muslims das doppelte Gewicht einer Frau und einer Christin den vierfachen Wert bei; andererseits läuft das Mädchen im Falle der Abwehr der Klage Gefahr, ihrerseits wegen Verleumdung angezeigt zu werden. Wie erwartet wurden die Täter in der Zwischenzeit gegen Zahlung einer Kaution freigelassen und bedrohen nun die Familie, damit sie die Anzeige zurückziehen. Um dem Mädchen Schutz vor weiteren Angriffen zu gewähren, wurde sie in das Schutzhaus "Apna Ghar" aufgenommen.
Erste Aufgabe des Hauses ist es, Mädchen und Frauen vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen und ihnen Rechtsberatung, Rechtshilfe und persönliche Unterstützung zu geben. Die Gründe ihrer Aufnahme sind unterschiedlich: Mehrheitlich sind es Vergewaltigungen. Aus Sorge vor weiteren Übergriffen durch die Täter können sie nicht mehr in ihre Familien zurückkehren. Andere wurden zum Übertritt zum Islam oder gewaltsam in Ehen mit Muslimen gezwungen oder sollten in solche gezwungen werden.
Seit dem 11. September 2001 werden Christen mehr und mehr als Vertreter einer "westlichen" Religion wahrgenommen und wie Ausländer behandelt. Verbrechen an christlichen Frauen haben zugenommen; die Polizei sieht nicht selten weg und verdreht die Tatsachen zum Vorteil der beschuldigen Moslems. Seit den schweren Anschlägen auf kirchliche Einrichtungen in Pakistan hat sich die Zahl der betreuten Mädchen und Frauen weiter erhöht. Viele christliche Mädchen, die in muslimischen Haushalten Dienst tun, haben Angst.
Der pakistanische Präsident Musharraf bemüht sich, den Einfluß der radikaler Muslime zurückzudrängen, aber das pakistanische Parlament wird mehr und mehr von fundamentalistischen Muslimen beherrscht, die sich liberaleren Gesetzen verweigern. Die Christen und andere Nichtmuslime in Pakistan brauchen mehr Beachtung, Hilfe und Schutz durch Öffentlichkeitsarbeit.
Bitte helfen Sie großzügig!
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